Dägerlen

Beim Bieten ums Schulhaus Schwein gehabt

Es war nicht leicht, einen Käufer zu finden. Jetzt ist das alte Schulhaus in Oberwil in neuen Händen. Fabio Müller, Initiant von Mein-schwein.ch, und seine Partnerin haben es gekauft.

Fabio Müller will das Firmenbüro von Mein Schwein nach Oberwil  verlegen.

Fabio Müller will das Firmenbüro von Mein Schwein nach Oberwil verlegen. Bild: Marc Dahinden

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Es regnet. Doch das ist Fabio Müller egal. Er hat, was er wollte: Er erhielt den Zuschlag für das Schulhaus in Oberwil, das nun für 860 000 Franken an ihn und seine Partnerin Anja Kirst überging. Noch lebt das Paar in Winterthur. Aber bald schon wollen die beiden in die ehemalige Lehrerwohnung im Obergeschoss einziehen. Zuerst soll die Vierzimmerwohnung aber sanft renoviert werden.

Keine Säuliwiese geplant

Acht Interessenten hatten sich gemeldet. Der Zuschlag ging an den Höchstbietenden. «Für uns hat es einfach gepasst», schwärmt der 33-jährige Winterthurer, der noch bis vor kurzem als Industriedesigner tätig war. Inzwischen konzentriert er sich ganz auf die 2008 von ihm ins Leben gerufene Freiland-Schweinezucht Mein-schwein.ch.

Fabio Müller züchtet Schweinefleisch auf Bestellung. Bezogen werden können ganze, halbe oder viertel Schweine. Nach dem Anmeldeschluss im Juli oder Februar verteilt er die nötige Anzahl Ferkel auf Weiden in Henggart, Kleinandelfingen und Nürensdorf. Die Schweinewiesen werden von Landwirten zur Verfügung gestellt, welche die Tiere auch füttern. Die Bauern erhalten das Futter und alles weitere Material und zudem eine Jahrespauschale für den Arbeitsaufwand. Da die Schweine im Voraus verkauft werden, ist der Verdienst garantiert. «Letztes Jahr konnten wir etwa 100 Säuli aufziehen», sagt Müller.

In Oberwil werde es aber keine Säuliwiese geben. Ein Freilandschwein benötige etwa 300 Quadratmeter Auslauf, sagt er. «Da Ferkel idealerweise in Fünfzehnergruppen aufwachsen, muss eine Weide 4500 Quadratmeter umfassen.» Dafür sei das Schulhausgrundstück mit 3900 Quadratmetern zu klein.

Mittelfristig wollen Fabio Müller und Anja Kirst, die sich momentan zur Bäuerin ausbilden lässt, das Firmenbüro von Mein Schwein nach Dägerlen verlegen. «Gut möglich, dass wir dann das eine oder andere Säuli hierhin mitnehmen, vielleicht auch die Zuchttiere», sagt Müller. Und aus dem ehemaligen Schulhausgarten werde dann vielleicht ein Kräutergarten.

Im zweiten Anlauf verkauft

Das Schulhaus in Oberwil wurde 1884 erbaut. Neben der Vierzimmerwohnung im Obergeschoss verfügt es über je ein Schulzimmer im Erdgeschoss und im ersten Stock. Seit 2006 wird es von der Schule nicht mehr benötigt. Von 2008 bis 2013 hatte sich eine private Tagesschule eingemietet.

Bereits 2009 wollte die Primarschulpflege Dägerlen das ausrangierten Schulhaus verkaufen. Die Schulbehörde hatte die Rechnung aber damals ohne die Stimmbürger gemacht. Der Antrag wurde deutlich abgelehnt. Nach dem Auszug der Tagesschule stand die Lehrerwohnung zunächst leer. Anfang 2016 wurde sie dann für ein Jahr an eine asylsuchende syrische Familie vergeben. Im Februar dieses Jahres haben die Stimmbürger einem Verkauf im Bietverfahren zum Mindestpreis von 800 000 Franken klar zugestimmt. (Landbote)

Erstellt: 13.09.2017, 18:08 Uhr

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