Seuzach

«Beim Yoga braucht man nichts»

Heute ist der Internationale Tag des Yoga. Madeleine Bachofner aus Seuzach gibt selbst Yoga-Unterricht, sie sieht den Hype um die Körperübungen nicht nur positiv.

Am besten findet Madeleine Bachofner ihre Mitte wenn sie Yoga macht.

Am besten findet Madeleine Bachofner ihre Mitte wenn sie Yoga macht. Bild: Madeleine Schoder

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Seit 2015 gibt es den Internationalen Tag des Yoga am 21. Juni. An diesem Tag praktizieren viele Yogis rund um die Welt gemeinsam in Studios, Pärken oder an anderen öffentlichen Orten. «Mit dem Sommeranfang haben wir ein super Datum bekommen», sagt Madeleine Bachofner aus Seuzach.

Die dreifache Mutter ist diplomierte Yogalehrerin und freut sich, dass der fernöstlichen Bewegungsmeditation ein ganzer Tag gewidmet wird. Wie viele andere Yogastudios bietet auch sie heute deswegen Gratis-Lektionen an.

«Als ich das erste Mal Yoga machte, gefiel es mir gar nicht. Ich musste darüber lachen.»

Die Vereinten Nationen haben den Tag der Sommersonnenwende zum Tag des Yogas bestimmt. «Ursprünglich kam die Idee des Welt-Yoga-Tags vom indischen Premierminister Narendra Modi», sagt Bachofner, die sich bereits seit 20 Jahren mit den Praktiken auseinandersetzt. «Als ich das erste Mal Yoga machte, gefiel es mir gar nicht. Ich musste darüber lachen.» Mit 18 habe ihre Mutter sie in eine Yogastunde der Migrosklubschule geschleift: «Das war damals sehr exotisch», sagt die heute 54-Jährige.

Nach dieser ersten Erfahrung hat sie die spirituellen Übungen erstmal sein gelassen, später fand sie ihren eigenen Zugang. Anfangs habe sie Power-Yoga gemacht. Das ist eine besonders anstrengende Art von Yoga. «Bei dieser Sportart werden sowohl Körperkraft, Beweglichkeit wie auch Balance trainiert», sagt Bachofner, die Mitglied im Verband Yoga Schweiz ist. Bei der Power-Version gehe es vor allem um Krafttraining, in das man Yoga-Positionen einbaue.

Beim Joggen entspannen

«Beim klassischen Yoga steht aber mehr der Geist im Fokus», sagt Bachofner. In den Lektionen mache man neben den Körper- und Atemübungen auch immer eine Meditation. «Yoga ist eine Möglichkeit, seine Gedanken bewusst auszurichten und so auch neue Denkweisen zu erlernen.»

Wenn man sich und die Welt eher negativ sehe, könne man seinen Blick so vielleicht verändern. Auf sie habe Yoga und Meditation eine klärende Wirkung. «Das muss aber nicht bei jedem so sein. Manche Leute können vielleicht am besten beim Joggen einen Zugang zu sich finden.»

«Gerade in der heutigen Zeit muss man Langsamkeit und Ruhe lernen, um sich selbst nicht zu verlieren.»

Was Bachofner beeindruckt, ist der Hype, den sie in den letzten Jahren rund um Yoga wahrgenommen hat. «Es ist unglaublich, wie viele Leute heutzutage mitmachen.» Dennoch sieht sie diese Entwicklung nicht nur positiv. «Oft wird es durch einen Hype zu etwas Kommerziellem.»

So gebe es heute beispielsweise unglaublich viele Yoga-Artikel zu kaufen. «Eigentlich braucht man beim Yoga nichts.» Bequeme Kleidung und eine Matte würden zwar nicht schaden aber: «Yoga kann man auch draussen auf dem Boden machen», sagt Bachofner.

Auch einige Fitnessstudios bieten Yoga an. Bachofner hat selbst im Charlys in Winterthur unterrichtet. «Wertvolle Yogalektionen gibt es heute an vielen Orten, das Angebot ist vielfältig.» Das einzige Problem sei häufig die Zeit. «Eine richtige Yogastunde geht mindestens 75 Minuten - idealerweise sogar 90», sagt die Yogalehrerin. Denn nur so habe man neben den Übungen auch noch genügend Zeit für die Endmeditation. «Oftmals sind in den Fitnesscentern nur 60-minütige Lektionen möglich.»

Auf Meditieren legt Bachofner besonders viel Wert: «Gerade in der heutigen Zeit muss man Langsamkeit und Ruhe lernen, um sich selbst nicht zu verlieren.» Ein Rezept, um den Gedankenstrom einzudämmen hat Bachofner allerdings nicht: «Dranbleiben», das ist ihr einziger Rat.

Erstellt: 20.06.2019, 13:03 Uhr

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