Seuzach

Biber stauen sich den Bach, wie es ihnen gefällt

Die pelzigen Nager breiten sich immer mehr aus – und müssen mittlerweile mit eher seichten Gewässern wie dem Krebsbach vorlieb nehmen. Doch sie wissen sich zu helfen.

Ein Damm bei Seuzach, der das Wasser des Krebsbach aufstaut, um den Eingang zum Biberbau zu schützen.

Ein Damm bei Seuzach, der das Wasser des Krebsbach aufstaut, um den Eingang zum Biberbau zu schützen. Bild: Bruno Stauffer

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Es muss nicht immer ein riesiger Fluss sein. Jungen Bibern auf der Suche nach einem eigenen Revier reicht auch schon der Krebsbach bei Seuzach. Seit einem halben Jahr etwa wandern Biber von Neftenbach aus in Richtung Seuzach und bauen nun Dämme entlang dieses eher seichten Gewässers. Diese Entwicklung sei vorauszusehen, sagt Urs Wegmann, der Leiter der kantonalen Biberfachstelle Zürich.

Einst waren die Biber in der Schweiz komplett ausgerottet. Dann, in den Siebzigerjahren, setzte die Schweiz 141 Tiere aus, darunter auch einige im Kanton Zürich. Diese taten das einzig logische und besetzten zuerst die am besten geeigneten Gewässer: Langsam fliessende Bäche und Flüsse mit einer gewissen Wassertiefe wie beispielsweise der Rhein oder die Thur.

Stauen für tieferes Wasser

Nun, vier Jahrzehnte später, leben im Kanton rund 400 Biber in über 106 Revieren. Das sind so viele, dass sich die Jungbiber mit kleineren Gewässern zufriedengeben müssen. Einige Biber mussten auf Bäche ausweichen, in denen sie teilweise nicht einmal richtig schwimmen können, so auch im Krebsbach bei Seuzach. Kein Zustand für einen Biber. Deshalb stauen die pelzigen Baumeister die kleinen Bäche zurück, so entstehen die charakteristischen Dämme. Biber verändern ihre Umwelt wie nur wenige andere Tiere: Sie bauen Dämme, stauen Bäche und bedecken manchmal sogar ihren Bau in der Uferböschung mit Holz. Genau wegen dieser Angewohnheit kann ein normaler Biber auch mal zu einem Problembiber werden.

«Am besten, man meldet sich bei einem Konflikt mit Bibern zuerst bei uns.»Urs Wegmann?
Leiter Biberfachstelle Zürich

Aber: Wer sich über einen überschwemmten Acker, einen gefällten Baum oder einen untertunnelten Wanderweg ärgert, muss mit Selbstjustiz vorsichtig sein. Nicht nur die Nager sind geschützt. Auch ihre Bauwerke sollte man nicht in schlechter Absicht anfassen, sonst droht eine Strafe. «Am besten, man meldet sich bei einem Konflikt mit Bibern zuerst bei uns», rät deshalb auch Urs Wegmann von der kantonalen Beratungsstelle.

Keine Wölfe und Bären

Die Dämme sind wichtig für die braunen Nager. Zwar wohnen sie selbst nicht in diesen Astkonstruktionen, doch der erhöhte Wasserstand schützt den Eingang zum Bau der Tiere. Dieser liegt unter Wasser, so ist das Tunnelsystem in der Uferböschung temperaturgeschützt und sicher vor Feinden. Heutzutage muss sich der Biber zwar nicht vor seinen eigentlichen Fressfeinden schützen, denn der Bär und der Wolf werden sich in nächster Zeit nicht stark in Bibergebieten ausbreiten. Aber Auseinandersetzungen zwischen Hunden und Bibern können für beide mit schlimmen Verletzungen enden. (Landbote)

Erstellt: 23.04.2019, 18:15 Uhr

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