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Biber-Brüder backen in der Post

Die Brüder Leibacher haben ihr Hobby zum Beruf gemacht. Sie stellen im Elternhaus Biberspezialitäten her. Nun bauen sie aus: Die ehemalige Post in Illnau wird zur Manufaktur.

Silvan und Claudio (rechts) Leibacher in der alten Post in Illnau, die sie ab Juni umbauen wollen.
Silvan und Claudio (rechts) Leibacher in der alten Post in Illnau, die sie ab Juni umbauen wollen.
Madeleine Schoder

Claudio und Silvan Leibacher tragen zwar einen ähnlichen Spitzbart. Die Interessen der Brüder sind aber ziemlich verschieden. Claudio studierte Geschichte, Silvan Wirtschaft. Dass die beiden heute Jungunternehmer sind und in der alten Post in Illnau bald eine Biber-Manufaktur einrichten wollen, ist einem Zufall entsprungen.

Claudio, der gerne alles Mögliche sammelt, konnte einer Bäckerei im Appenzellerland holzgeschnitzte Bibermotive, sogenannte Bibermodel, abkaufen. Irgendwann fragte er sich, ob er damit selber Biber backen kann. Nach diversen Probeläufen machte er ein Praktikum in einer Bäckerei in Appenzell, schloss später eine Lehre als Bäcker-Konditor ab und lernte in einem weiteren Praktikum auch noch, wie man Bibermotive selber schnitzt. So führte eines zum anderen und die Brüder Leibacher stehen heute vor einem wichtigen Schritt: Sie wollen ihre Firma vergrössern. Denn die Produktionsräume im Keller ihres Elternhauses in Wermatswil sind längst zu eng geworden.

Waldhonig aus dem Oberland

Zwei Jahre lang haben sie einen Standort in der Region gesucht. Bis ihre Eltern kürzlich die ehemalige Post in Illnau kaufen konnten, die seit vergangenem September leer stand. Im Juni ­beginnt der Umbau. Die Post soll zur Manufaktur werden, in der hochwertige Biber entstehen.

«Es gibt in der Region sehr schöne Rohstoffe.»

Claudio Leibacher

«Qualität ist für uns das Wichtigste», sagt der 28-jährige Silvan Leibacher, der sich vor allem um Marketing und Vertrieb kümmert. Die beiden kaufen die Zu­taten deshalb möglichst in der Region ein: Waldhonig aus dem Zürcher Oberland, Bio-Urdinkel-Mehl aus dem Zürcher Un­terland, Biomilch aus Uster. «Es gibt hier sehr schöne Rohstoffe», sagt der 33-jährige Claudio. Zurück zum Naheliegenden, lautet ihr Credo. Weniges müssten sie von weiter weg kommen lassen, etwa Zitronen und Mandeln. Entscheidend ist das Handwerk. Alles muss frisch sein und aus einem Guss entstehen. Selbst die Mandeln schälen sie selber, das sei zwar aufwendig, bringe aber Geschmack. Das Ergebnis ist mit trockenen Massenbiberli, die vor allem den Hunger stillen, nicht zu vergleichen. Auf dem Markt kommt das gut an. In über 50 Spezialitätenläden von St. Gallen bis Genf werden ihre Produkte verkauft. Gefragt sind zudem Spezialanfertigungen für Hochzeiten, Firmenanlässe und Geburtstage mit eigenen Sujets. Bald ­wollen sie einen Illnau-Biber herausgeben mit einem besonderen Merkmal des Dorfs.

Ganz allgemein sind sie in Illnau gut angekommen. «Wir haben viele positive Rückmeldungen erhalten», sagt Silvan Leibacher. «Die Leute interessieren sich für altes Handwerk.» So sollen in der Manufaktur nach der Eröffnung auch Besichtigungen möglich sein oder Events, um ­Biber selber zu backen.

Postschalter bleiben

Teil des Konzepts ist es, die ehemalige Post möglichst sichtbar zu lassen. Die drei Schalter im Innern des Gebäudes wollen sie beim Umbau ebenso stehen lassen wie die Postfächer. Vielleicht können sie Letztere dereinst für einen Adventskalender nutzen? Die Vielfalt an verschiedenen Bibern würde jedenfalls reichen. Leibachers produzieren vegane Biber aus Agavensirup und Marc (Traubentresterschnaps), weisse Biber mit Chräbelimantel und gerösteten Haselnüssen, Pfäffiker Biber, Winterthurer Biber, kleine und grosse Biber.

Obwohl sie schon seit 2010 Biber herstellen, haben sie offenbar noch nicht genug davon. Während des Gesprächs stellen sie Häppchen zum Degustieren bereit. Und essen auch selber mehrmals ein Stück.

Tag der offenen Tür in der Biber­manufaktur ist am 9. September während der Illnauer Chilbi geplant.www.biber-manufaktur.ch.

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