Zum Hauptinhalt springen

Bitte nach Bern gesandt

Noch im letzten Frühling waren 4G-Netze ein grosses Thema, auch in Elgg, wo Handyantennen umgerüstet wurden. Nun steht in Bern bereits 5G zur Diskussion und die lokalen Gegner positionieren sich.

Nach dem 4G- soll das 5G-Netz kommen. Nicht alle freuen sich.
Nach dem 4G- soll das 5G-Netz kommen. Nicht alle freuen sich.
R. Schneider

Der Bundesrat soll den Schutz vor Mobilfunkstrahlung lockern und damit den Weg frei machen für die nächste Generation von Handynetzen, das fordert unter anderem FDP-Ständerat Hans Wicki aus Nidwalden. Mit seinem Vorstoss müssen sich bald die Kommissionen für Verkehr und Fernmeldewesen des Stände- und des Nationalrats befassen.Die Mitglieder dieser Kommissionen haben am Wochenende Post von der Interessensgruppe Mobilfunk mit Vernunft Elgg erhalten. Diese bittet sie darum , die Erhöhung der Grenzwerte für Mobilfunkstrahlung abzulehnen. Mit der Einführung von 5G würden Mensch und Tier erneut einem unverantwortlichen, völlig unkontrollierten Feldversuch ausgesetzt, heisst es im Schreiben. Man dürfe Fehler machen, aber nicht zweimal die gleichen.

«Man darf Fehler machen, aber nicht zweimal die gleichen.»

Interessensgruppe Mobilfunk mit Vernunft Elgg

Damit spricht die Gruppe die Anpassung der Netze auf 4G an. So hatten sich ihre Mitglieder immer gegen die neue Technologie ausgesprochen, Einsprache dagegen erhoben haben sie in Elgg jedoch nicht. Halten die Mobilfunkanbieter die gesetzlichen Grenzwerte ein, haben Gegner rechtlich wenig Handhabe.

Neue Netze ab 2020

5G soll eine bessere Datenübertragung erlauben, Anbieter werben mit höheren Geschwindigkeiten und schnelleren Reaktionszeiten. Die neuen Netze sind nur mit neuen Mobilfunkfrequenzen möglich, diese sollen im Herbst 2018 vergeben werden. Swisscom etwa plant, bis 2020 die Vorbereitungen für 5G abgeschlossen zu haben. Passt der Bundesrat aber die Verordnung über den Schutz vor Mobilfunkstrahlung bis dahin nicht an, könnten die neuen Frequenzen gar nicht genutzt werden, weil sie die heutigen Grenzwerte nicht einhalten.

Bereits 2016 hatte das Parlament über eine Lockerung der Grenzwerte zu befinden. Der Nationalrat stimmte zu, im Ständerat scheiterte die Motion mit 19 zu 20 Stimmen. Ob sich die Mitglieder der vorberatenden Kommissionen dieses Mal durch das Schreiben der Elgger Interessensgruppe beeinflussen lassen, wird sich zeigen.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch