Seuzach

Budget zurechtgestutzt

Kein neuer Server. Aber die Vereinbarung mit dem FC Seuzach über die Benützung und den Betrieb des Sportplatzes Rolli steht.

Der FC Seuzach wird in Zukunft den Sportplatz Rolli nicht nur benützen, sondern auch für dessen Betrieb und Unterhalt sorgen.

Der FC Seuzach wird in Zukunft den Sportplatz Rolli nicht nur benützen, sondern auch für dessen Betrieb und Unterhalt sorgen. Bild: Marc Dahinden

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Finanzvorstand Marcel Fritz (SVP) holte tief Luft, bevor er den Voranschlag fürs nächste Jahr präsentierte: «Die unsägliche Befehlsausgabe des Regierungsrats ist das Ärgernis des Jahres», polterte er. Gemeint war die umstrittene Vorschrift zur Abgrenzung des Ressourcenausgleichs, die der Regierungsrat den Gemeinden unter Androhung eines Notbudgets kürzlich befohlen habe.

Für Seuzach falle die Vorschrift mit 1700 Franken kaum ins ­Gewicht. Dennoch habe man den ganzen Aufwand betreiben müssen, das Budget nochmals durchzurechnen, ärgerte sich Fritz.

Steuerfuss nicht angetastet

Und wie sieht Seuzachs budgetiertes Ergebnis für 2019 aus, nachdem die Gemeinde den Steuerfuss in den letzten beiden Jahren um 17 Prozentpunkte erhöht hat? Die Antwort vermochte das Plus von über 800 000 Franken zu geben. Doch trotz dieses grossen Überschusses plädierte am Montagabend keiner der 206 anwesenden Stimmberechtigten auf Steuersenkung.

Das Plus deute nicht auf einen überhöhten Steuerfuss hin, hatte Fritz denn auch vor der Diskussion erklärt. Der Überschuss sei ein Zeichen dafür, dass die ein­geleiteten Massnahmen Wirkung zeigen. «Dieser Überschuss ist aber zur Selbstfinanzierung bevorstehender Investitionen sehr wichtig.»

Seuzach stünden in den nächsten vier Jahren «überdurchschnittlich viele Investitionen» bevor. Fritz nannte neben dem bereits beschlossenen Anteil an den Baukredit für das Alterszen­trum im Geeren (3,5 Millionen Franken) die Kosten für Bibliothek und Tagesstrukturen in der Überbauung Schneckenwiese (6,5 Millionen) und die dringend nötige Sanierung respektive Erweiterung des Schulhauses Riet­acker (9,5 Millionen). Die Gemeinde könne nur gerade gut die Hälfte dieser Vorhaben selbst finanzieren. Auch wenn die Zinsen im Moment günstig seien: «Wir müssen bis 2022 mit einer Zunahme unserer Nettoschulden auf20 Millionen Franken rechnen.»

Budgetkürzungen

Investitionen für 4,3 Millionen Franken sind für nächstes Jahr geplant. Obwohl die Finanzaufsicht, SVP und FDP das Budget einstimmig zur Annahme empfahlen, nahm ein Bürger einzelne Vorhaben aufs Korn: Zum Beispiel jene 30 000 Franken für einen neuen Internetauftritt der Gemeinde oder die 20 000 Franken, die zur Überarbeitung von Corporate Identity und Corporate Design dienen. Beide Anträge fanden jedoch nur vereinzelt ­Zustimmung. Der Redner nahm einen dritten Anlauf: «Die Serverinfrastruktur für 190 000 Franken zu erneuern, scheint mir reichlich überteuert.» Heutzu­tage sei es üblich, einen Server zu mieten. Das koste lediglich etwa 10 000 Franken im Jahr.

Veraltete Serverinfrastruktur

Gemeindepräsidentin Katharina Weibel (FDP) hielt dagegen: Die Serverinfrastruktur entspreche laut dem beigezogenen Experten keineswegs mehr heutigen Anforderungen. «Unsere 50 bis 60 Mitarbeitenden auf der Verwaltung müssen ihre Daten irgendwo sicher ablegen können.» Ein junger Versammlungsteilnehmer fand die Anschaffung auch zu teuer und plädierte ebenfalls für ein Leasing. Die Versammlung nahm den Streichungsantrag schliesslich im Verhältnis von 82 zu 77 Stimmen an.

Ein nächster Antrag, den Projektierungskredit für das Schulhaus Rietacker zu streichen, wurde klar verworfen und das gekürzte Budget mit einem Steuerfuss von 83 Prozent einstimmig genehmigt. ­­– Das Geschäft, weswegen viele Sportler im Saal sassen, war die Vereinbarung mit dem FC Seuzach über Benützung, Betrieb und Unterhalt der Fussballanlage Rolli. Der jährliche Kredit von 110 000 Franken bis 2026 erhielt ein klares Ja. (Landbote)

Erstellt: 05.12.2018, 10:14 Uhr

Kritische Fragen zum Projekt Schneckenwiese

In einer Anfrage gemäss Paragraf 17 des Gemeindegesetzes hinterfragte David Jenni von den Grünliberalen Seuzach die geplante Konzentration von Bibliothek, Krippe und Tagesstruktur auf der Schneckenwiese. Jenni wollte unter anderem wissen, ob der Gemeinderat dazu Alternativen geprüft habe. Die Exekutive antwortete, dass es in der Gemeinde keine geeignete und zentral gelegene Alternative für die Realisierung von Bibliothek und Tagesstrukturen an einem Standort gebe. Auf die Frage, ob alle Wünsche an Bibliothek, Krippe und Tagesstruktur auf ihre absolute Notwendigkeit hin überprüft worden seien, antwortete der Gemeinderat: «Es sind keine Luxuslösungen vorgesehen.» Angestrebt werde ein adäquater, nachhaltiger Ausbau. (dt)

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@landbote.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 052 266 99 85. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Bonus-Angebote

Bonus-Angebote

Alle Bonus-Angebote im Überblick.