Elgg

Bundesgericht lehnt Hundepension ab

Ein Einfamilienhaus an der Elgger Bahnhofstrasse darf nicht als Hundepension genutzt werden, weil es sich in einer Wohnzone befindet. Das Bundesgericht bestätigt damit den Entscheid des Gemeinderates.

Nach drei Gerichtsurteilen ist klar, dass an der Elgger Bahnhofstrasse keine 20 Hunde gehalten werden dürfen.

Nach drei Gerichtsurteilen ist klar, dass an der Elgger Bahnhofstrasse keine 20 Hunde gehalten werden dürfen. Bild: Madeleine Schoder

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Darf in einer «Wohnzone mit Gewerbeerleichterung» eine Hundepension mit bis zu 20 Hunden betrieben werden? Die kurze Antwort lautet: Nein, Nein, Nein und nochmals Nein. Die Urteile des Elgger Gemeinderates über das Baurekurs-, das Verwaltungs- und nun das Bundesgericht sind durchgehend negativ.

Die beiden Besitzer des Einfamilienhauses an der Bahnhofstrasse 14 hatten das Urteil des Verwaltungsgerichts vom letzten Sommer als «willkürlich» abgetan, weil dieses auf ein Lärmgutachten nicht eingegangen war. Deshalb zogen sie das Urteil ans Bundesgericht weiter.

«Konflikte gar nicht erst aufkommen lassen»

Das Urteil des Bundegerichts ist seit Montag öffentlich. Darin wird die Argumentation des Verwaltungsgerichts gestützt. Im Urteil heisst es: «Mangels verbindlicher Lärmgrenzwerte für die Tierhaltung ist es sehr schwierig und aufwendig, die bundesrechtlichen Lärmschutzvorgaben einzuhalten.»

«Die Gefahr eines Dauerkonflikts mit den Anwohnern konnte durch dieses Urteil hoffentlich abgewendet werden.»Christoph Ziegler (GLP)
Gemeindepräsident Elgg

Es sei Aufgabe der Raumplanung «Immissionspotenziale vorausschauend zu vermeiden und Konflikte zwischen der Wohn- und der gewerblichen Nutzung gar nicht erst aufkommen zu lassen». Damit soll der «Wohncharakter» gewahrt werden.Sprich: Betriebe, die mit dem Charakter einer Wohnzone unvereinbar erscheinen, können frühzeitig verhindert werden, auch wenn die Immissionen die Grenzwerte nicht überschreiten.

Als Beispiel nannte das Bundesgericht etwa die Verweigerung eines Barbetriebs in der Zuger Altstadt, gestützt auf ein Altstadtreglement, «welches nicht spezifisch der Lärmbegrenzung, sondern generell der Erhaltung der Wohnqualität der Altstadt diente».

Der Elgger Gemeindepräsident Christoph Ziegler (GLP) fühlt sich und den Gemeinderat durch das Urteil des Bundesgerichts bestätigt und freut sich entsprechend darüber: «Die Gefahr eines Dauerkonflikts mit den Anwohnern konnte so hoffentlich abgewendet werden.» Man habe als Gemeinderat den Auftrag, die Bevölkerung zu schützen. «Das Wichtigste ist, dass im Quartier Frieden und Zufriedenheit herrscht.»

«Bin einfach froh, dass die Ungewissheit vorbei ist»

Enn Botha, Inhaberin der Winterthurer Firma Tierli-Nanny und Mieterin des Einfamilienhauses in Elgg, zeigt sich nach Veröffentlichung des letztinstanzlichen Urteils versöhnlich:«Ich bin einfach froh, dass die Ungewissheit nach bald drei Jahren vorbei ist.» Klar wäre es schön gewesen, wenn sie Erfolg gehabt hätten, aber andere würden nun von ihrem Fall profitieren können. «So gesehen haben wir etwas Gutes getan, damit andere nicht die gleiche Ungewissheit aushalten müssen», sagt Botha.

Seit 2013 war Botha mit ihrer Schwester und ihrem Schwager auf der Suche nach einem geeigneten Gebäude für eine Hunde- und Katzenpension gewesen. Im März 2017 schienen sie fündig geworden zu sein: Ihre Schwester und ihr Schwager kauften das Gebäude an der Bahnhofstrasse in Elgg, Botha mietete sich ein. Ein 1,80 Meter hoher Zaun für den Auslauf der Hunde wurde fest verankert. Die Bewilligung des kantonalen Veterinäramts besitzt Botha seit über eineinhalb Jahren. 20 Hunde und 14 Katzen hätten im Haus Platz. Laut Betriebskonzept wollte Botha zwischen 10 bis 15 Hunden während 335 Tage im Jahr Unterschlupf gewähren, auch am Wochenende und über Nacht.

Wie es mit dem Haus nun weitergeht, ob etwa ein Konzept mit weniger Hunden eingereicht wird, bleibt offen. Botha betreibt noch ein Geschäft in Winterthur mit mehreren Mitarbeitern, dort ändert sich nichts.

Erstellt: 08.10.2019, 16:19 Uhr

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