Pfungen

Computer im Klassenzimmer sind Schnee von gestern

Thomas Stierli macht die Schule Pfungen für die Digitalisierung fit. Tablets und Laptops gehören zur Grundausstattung.

Ben, Medina und Lukas sind noch nicht ganz zufrieden mit ihrem Erklärfilm zum Blinddarm, den sie mit dem Tablet aufnehmen.Foto: Marc Dahinden

Ben, Medina und Lukas sind noch nicht ganz zufrieden mit ihrem Erklärfilm zum Blinddarm, den sie mit dem Tablet aufnehmen.Foto: Marc Dahinden

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Die Schule Pfungen ist in Sachen Digitalisierung gut unterwegs. Computer in Klassenzimmern sucht man in Pfungens Schulhäusern allerdings vergebens. «Das ist Schnee von gestern», sagt Schulleiter Thomas Stierli.

«Heute arbeiten unsere Schülerinnen und Schüler mit Laptops und Tablets.» Während in der Sekundarschule Pfungen alle Schüler ein eigenes Tablet besitzen, steht an der Primarschule pro Klasse ein Satz dieser Geräte zur Verfügung.

Die Schule Pfungen war keine Pionierin in Sachen Digitalisierung. «Doch heute steht sie diesbezüglich an der Spitze des Mainstreams», ist Stierli überzeugt. Bevor er vor drei Jahren nach Pfungen kam, hat er an der Pädagogischen Hochschule Zürich zehn Jahre lang E-Learning und Medienbildung unterrichtet. Er wolle seine Schule gesamtheitlich auf die Digitalisierung vorbereiten, sagt er. Demnach sollen digitale Projekte nicht nur einzelnen Klassen vorbehalten sein, sondern sich in allen Klassen umsetzen lassen.

Wenn das Internet ausfällt

Damit das klappt, müssten Lehrerinnen und Lehrer nicht nur digital fit sein, sondern auch über didaktische Kompetenzen verfügen. «Es braucht dazu aber auch eine funktionierende Infrastruktur», sagt er mit einem leichten Unterton.

Ausgerechnet an diesem Projekt-Vormittag sei das Internet nämlich ausgestiegen. Schulleiter und Informatikleiter in einer Person, greift er zum Telefon und erklärt dem Fachsupport am anderen Ende das Problem: «Wir haben heute morgen ein Upgrade des Providers vorgenommen und ein neues Modem erhalten. Als wir es in Betrieb nehmen wollten, ging gar nichts mehr», sagt Stierli.

Laut Lehrplan 21 muss die Schule Medienpädagogik, Informatik und Anwendungskompetenzen vermitteln. Aufgabe sei es, Schülerinnen und Schüler auf das Leben und den Beruf vorzubereiten. Aber die Digitalisierung liegt nicht nur in der Zukunft. «Schon heute ist unsere Welt sehr digital», sagt Stierli. Das digitale Medienzeitalter biete sehr viele Möglichkeiten, die in Zukunft unumgänglich sein werden. «Wir müssen uns schon heute damit befassen.»

Für die Schule gebe es viele niederschwellige Möglichkeiten, dies zu tun. In der Sek zum Beispiel würden Schülerinnen vor dem Greenscreen, dem grünen Hintergrund für Videos, eine Wettersendung auf Französisch produzieren. Und im Primarschulzimmer nebenan wird gerade ein Erklärungsfilm über den Blinddarm erstellt. Ben (12), Medina (13) und Lukas (11) sind schon recht weit mit ihrer Bildgeschichte, die sie mit dem Tablet filmen.

Der zweifache Familienvater, der mit seiner Familie in Winterthur lebt, ist ursprünglich Primarlehrer. «Mitte der 1990er Jahre begann ich mich mit Digitalisierung auseinanderzusetzen.» An der Universität Duisburg studierte er «Educational Media». «Damals gab es in der Schweiz nichts Vergleichbares.»Seit 2016 ist er Schulleiter in Pfungen. Auf der Messe zurDigitalisierungim Bereich der Bildung, der «didacta Digital Swiss»(siehe Box), wird er über bisherige Fortschritte, die Herausforderungen und Visionen an der Schule Pfungen erzählen.

Erstellt: 13.11.2019, 17:25 Uhr

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Messe zur Digitalisierung

Die «didacta Digital Swiss» ist die erste Messe zur Digitalisierung im Bereich der Bildung. Sie findet vom 28. bis 30. November in Basel statt und widmet sich neuen pädagogischen Konzepten und
Lösungen, die den Umgang mit digitalen Lerninhalten und Prozessen erleichtern.

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