Dinhard

Das alte Schulhaus liegt blank

Im Alten Schulhaus in Kirch-Dinhard lebt längst kein Mieter mehr. Derzeit wird es kräftig umgebaut. Das Dach wurde abgerissen, um Platz für eine zusätzliche Wohnung zu schaffen.

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Graue Wände, grobe Balken, Kabel, Staub und Dreck: Besonders wohnlich sieht es in diesen Tagen nicht aus im Alten Schulhaus in Kirch-Dinhard. Wie ein Gerippe ragte das alte Dachgebälk in den Himmel, nun ist es weg. Die Bauarbeiten laufen auf Hochtouren. Die Gemeinde lässt das historische Haus für 1,6 Millionen Franken komplett umbauen.

Den entsprechenden Kredit hatte die Gemeindeversammlung im Herbst 2017 gesprochen. Das Haus steht zwar nicht unter Schutz, dennoch wollte es die Gemeinde erhalten. «Es prägt das Dorfbild von Kirch-Dinhard», sagt Gemeindepräsident Peter Matzinger. «Und es hat eine gute Substanz.»

Diese Woche wurde das Dach entfernt, um das Gebäude aufzustocken. Im nächsten Jahr werden drei neue Mietparteien das historische Haus bewohnen. Bis dahin ist noch viel Arbeit nötig. «Wir mussten hier sehr viel Material entfernen», sagt Bauleiterin Maia Ritter vom Winterthurer Architekturbüro Ruedi Zehnder GmbH.

Denn die Räume des Alten Schulhauses mit Baujahr 1843 wurden im Laufe der Geschichte immer wieder verändert. An den Wänden entstanden so mehrere Schichten aus Dämmung, Farbe oder Täfer, die jetzt wieder weichen mussten. Geblieben sind blanke Grundmauern und rohe Balken.

Die Renovation des alten Schulhauses ist in vollem Gange. Video: rut

Wohnen im Schulzimmer

Im Erdgeschoss befindet sich das ehemalige Schulzimmer. Es wird das künftige Prunkstück einer grosszügigen 2,5-Zimmer-Wohnung. Mitten im Raum stützen vier historische Metallpfeiler die Decke, am oberen Ende sind sie mit einem schmückenden Profil verziert. Die Stützen waren bisher verkleidet, um sie vor Feuer zu schützen. Nun wurden sie freigelegt und dank eines speziellen Anstrichs werden sie in Zukunft die Auflagen des Brandschutzes auch ohne Hülle erfüllen.

Die alte Schulhaustreppe wird auch weiterhin in den ersten Stock führen. «Man kann zwischen den Stäben noch die Spuren der Kinder sehen, die hier früher wohl am Geländer herumkletterten», sagt Ritter. Künftig wird jemand in der ehemaligen Wohnung des Schulmeisters hausen, 4,5 Zimmer werden zur Verfügung stehen und der neu angebaute Balkon bietet Platz im Freien.

Die Balkone waren Grund für eine Auseinandersetzung mit dem Heimatschutz. Ursprünglich sollten sie an der Westseite des Hauses entstehen. Dagegen protestierte der Heimatschutz. Die Gemeinde überarbeitete das Projekt daraufhin. Auf dem ehemaligen Estrich hängt an diesem Morgen noch die alten Wäscheleinen zwischen den Balken, aber unter freiem Himmel. Ein reich verzierter kleiner Ofen steht einsam mitten im Raum. Er hat eine neue Besitzerin gefunden.

Bauarbeiter brechen die Balken des alten Dachstocks ab, die dann mit Hilfe eines Krans in der Mulde vor dem Haus landen. Unter dem Dach entsteht eine neue 2,5-Zimmer-Wohnung mit Loggia. Dafür wird das Haus um 90 Zentimeter aufgestockt. Mit einer dritten Wohnung werde der aufwändige Umbau rentabler, sagt Präsident Matzinger. Die Wohnungen werden um die 2000 Franken Miete kosten. Einziehen können die künftigen Bewohnerinnen und Bewohner im kommenden Sommer.

Erstellt: 16.08.2019, 15:26 Uhr

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