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Das Elgger Gewerbe will den Weltrekord

Vom Kirchturm übers Gemeindehaus, am Schulhaus vorbei und bis zur St. Gallerstrasse: Der Handwerker-und Gewerbeverein bauteine Kugelbahn, die es ins«Guinnessbuch» schaffen soll.

Drei Bälle und eine 250 Meter lange Hängebrücke: Das «Weltrekord-Team» Ernst Wegmann, Valentin Schnyder und Jürg Bosshard (von links).
Drei Bälle und eine 250 Meter lange Hängebrücke: Das «Weltrekord-Team» Ernst Wegmann, Valentin Schnyder und Jürg Bosshard (von links).
Nathalie Guinand

Hebt Seyda Subasi Gemici am Samstag, 13. Mai, den Daumen, hat es Elgg geschafft. Eine von drei erlaubten Weltrekordversuchskugeln ist in diesem Fall über die ganze Bahn gerollt, von oben im Kirchturm bis zur Firma Bauberger, unten beim «See». Und Subashi Gemici, die Kontrolleurin von «Guinness World Records», wird ihr Okay geben für den Eintrag ins Rekordbuch.Ein wenig erleichtert wird Jürg Bosshard dann schon sein, auch wenn er sich noch gelassen gibt. Ungezählte Stunden hat er in die Planung investiert. Zwei Etappen – eine vom Kirchturm aufs Gemeindehaus und eine 255 Meter lange in Richtung Ziel – hat der Ingenieur und Metallbauer gebaut und aufgestellt, zwei weitere Etappen stehen in der Werkstatt. «Die Kugelbahn ist ein Gemeinschaftswerk», sagt Bosshard trotzdem. Elf Bahnbauerteams hätten eigene Ideen entwickelt, mit ­Materialien wie PET-Flaschen, Gartenplatten, Glas und Holz.

Positives Denken

Kontrolliert hat Bosshard die Arbeit der anderen Bahnbauer nicht. Das seien Profis, «da wäre es ja frech gewesen, wenn ich mich eingemischt hätte». Das werde sich dann schon zusammenfügen. Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten wird in Elgg grossgeschrieben. Und positives Denken. «Für uns ist das Glas immer halb voll», sagt Valentin Schnyder, Präsident des Handwerker- und Gewerbevereins. Der Spenglermeister ist «felsenfest überzeugt», dass nicht nur sein 400 Meter langes Teilstück unterm Kirchturmdach – aus Blech und im klassischen Kugelbahn-Hin-und-Her gebaut –, sondern die ganze Bahn funktionieren wird.

Wie lange die Kugelbahn schlussendlich wird, ist offen. Ein örtliches Ingenieurbüro ist daran, die Etappen zu vermessen. Klar ist aber: Für den Rekord würden die geplanten 1700 Meter genügen. Zwar haben Wetziker Schüler im Herbst 1886 Meter geschafft, doch dieser Rekord ist ein inoffizieller. Anrecht auf den Titel hat laut Bosshard nur, wer es schafft, eine Kugel ohne Manipulation über eine im Voraus angesagte Strecke rollen zu lassen. In Wetzikon wurden demnach zwar 2150 Meter Elektroschlauch ausgerollt, doch blieb die Murmel vor dem Ziel stecken. Darum liegt der Guinness-Weltrekord weiter bei 1286 Metern, aufgestellt von australischen Studenten.

12 500 Kugeln verschickt

Über die Elgger Kugelbahn werden am 13. und 14. Mai ganz viele sieben Zentimeter grosse farbige Plastikbälle rollen. 12 500 Kugeln, verpackt in Kartonwürfel, habe der Verein als Einladung zu Weltrekord, Ausstellung und zum 125-Jahr-Jubiläum verschickt, sagt OK-Präsident Erich Wegmann. Auf die Bahn geschickt werden sie aus Sicherheitsgründen nicht vom Kirchturm aus, sondern von einem extra aufgebauten Turm vor der Zürcher Landbank.

Rings um den Turm werden am Weltrekordwochenende auf dem Linden- und dem Meisenplatz die Stände des Streetfood-Festivals stehen und entlang der Strassen im Städtchen die Stände des lokalen Gewerbes. «Meines Wissens sind wir die Einzigen mit einer Gewerbeausstellung ganz unter freiem Himmel», sagt Wegmann. Elgg ist eben schon heute weltweit einzigartig.

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