Dinhard

Das Gegenstück zum Lädelisterben

Vor 15 Jahren sah es für den Volg-Laden in Dinhard nicht gut aus - die Schliessung drohte. Doch der Verein Dorfladen Dinhard half dem Volg, sodass dieser bald wieder auf eigenen Beinen stehen kann.

Der Volg in Dinhard konnte Dank eines Vereins vor der Schliessung bewahrt werden. Foto: Marc Dahinden

Der Volg in Dinhard konnte Dank eines Vereins vor der Schliessung bewahrt werden. Foto: Marc Dahinden

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Wer in Dinhard noch schnell etwas einkaufen will, hat nur einen Laden zur Auswahl: Der Volg ist die einzige Einkaufsmöglichkeit, die sich direkt im Dorf befindet. Vor 15 Jahren drohte diese wegzufallen. «Das wäre besonders für Leute ohne Auto verheerend gewesen», sagt Claudia Matter, Präsidentin des Vereins Dorfladen Dinhard.

Als 2004 die Schliessung des Volgs diskutiert wurde, gründeten einige engagierte Dinerterinnen und Dinerter den Verein, um dieses Szenario abzuwenden. Zum Glück, denn der Volg läuft heute wieder gut.

«Ohne einen Dorfladen, droht man ein Schlafdorf zu werden.» Claudia Matter 
Präsidentin der Vereins Dorladen Dinhard.

Die damalige Ladenbetreiberin, die Landi Rickenbach-Altikon, die Teil der heutigen Landi Weinland ist, wollte den Volg nicht länger Unterhalten. So sprang die Detailhandels AG (Dehag) als neue Betreiberin ein, während die Landi Weinland nach wie vor Hausbesitzerin ist. Der Verein Dorfladen übernahm gemeinsam mit der Gemeinde Dinhard die Miete für das Lokal.

«Die Starthilfe hat gewirkt», sagt Matter. Seit 2012 ist die Unterstützung der Gemeinde nicht mehr von Nöten, die Dehag beteiligt sich nun selbst an der Miete. «Wir haben uns stetig entwickelt und auch viel investiert», sagt Hanspeter Bührer, Verkaufsdirektor derDehag. Durch die Anpassung der Öffnungszeiten, sei der Umsatz besonders in den Randzeiten angestiegen. «Vor allem die Pendler schätzen diese Anpassung», sagt Bührer. Der Volg in Dinhard hat montags bis samstags von sechs bis 20 Uhr geöffnet.

Neuer Vertrag

Ausserdem habe auch die Renovierung des Ladens zu den besseren Zahlen beigetragen. «Wir haben ein attraktiveres Erscheinungsbild geschaffen», sagt Bührer. Die Beleuchtung, der Boden und die Kühlanlagen seien ersetzt worden.

Die Investitionen haben sich gelohnt. Denn vergangene Woche hat der Verein Dorfladen Dinhard gemeinsam mit der Dehag beschlossen, dass komplett auf die Unterstützung bei den Mietkosten verzichtet werden kann.

Der Mietvertrag läuft noch bis Ende 2020, so lange wird sich der Verein weiter beteiligen. Danach wird ein neuer Vertrag direkt zwischen der Dehag und der Landi Weinland verhandelt. «Wir sind zuversichtlich, dass wir das Potenzial des Volgs weiter ausbauen können», sagt Bührer.

Offen bleibt, was dann aus dem Verein Dorfladen Dinhard wird: «Bei unserer nächsten Versammlung im Frühjahr 2020 werden wir unseren neuen Zweck diskutieren», sagt Vereinspräsidentin Matter. Es sei möglich, dass die Statuten einem neuen Ziel angepasst werden. Was dieses sein könnte, ist allerdings noch unklar.

Matter ist froh über dieses Happy-End: «Sonst hört man immer nur vom Lädelisterben.» Für sie sei der Volg ein wichtiger Teil der Dorfkerns. «Gerade in einem Ort wie Dinhard, der aus mehreren Dorfteilen wie Grüt oder Welsikon besteht, belebt ein solcher Laden das Dorf», sagt Matter.

Sonst spiele sich das Leben eher verzettelt ab. «Ohne einen Dorfladen, droht man ein Schlafdorf zu werden», sagt Matter. Wer sich im Volg treffe kenne sich, vom Personal bis zu den Kunden.

Erstellt: 18.06.2019, 16:13 Uhr

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