Wiesendangen

Das Gewerbegebiet soll langsamer wachsen

Über das Gewerbegebiet zwischen Bahnhof Wiesendangen und der Autobahn wird im November erneut abgestimmt. Die Einzonung der zwölf Hektaren soll in einem Stück geschehen, die Gestaltung etappiert erfolgen.

Das geplante Gewerbegebiet wäre mit zwölf Hektaren fast so gross wie die Winterthurer Altstadt.

Das geplante Gewerbegebiet wäre mit zwölf Hektaren fast so gross wie die Winterthurer Altstadt. Bild: Heinz Diener

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Für manchen Wiesendanger gleicht es einem Déja-vu: Nach der Abstimmung im letzten September soll Ende November erneut über das Gewerbegebiet zwischen Bahnhof und Autobahn abgestimmt werden.

Der künftige Gemeindepräsident Urs Borer (FDP), der das Projekt übernehmen wird, weiss, dass darüber nicht alle glücklich sind: «Uns wäre es auch lieber gewesen, wenn wir eine grössere Abkühlungsperiode gehabt hätten, bevor man diese Vorlage noch einmal vor die Bevölkerung bringt.»

«Es gibt Wiesendanger Firmen, von denen wir wissen, dass sie Platzprobleme haben.»Kurt Roth,
Noch-Gemeindepräsident Wiesendangen

Neu sollen die Gestaltungspläne — im Falle einer Einzonung — maximal eine Fläche von vier Hektaren abdecken. Somit wären mindestens drei Gestaltungspläne für die komplette Planung des zwölf Hektaren grossen Gebiets nötig. Diese Etappierung hat sich nach Gesprächen mit der Bevölkerung, Ortsparteien, Landwirten und dem Gewerbeverein herauskristallisiert. Durch die Etappierung soll das Gebiet aufgrund der Nachfrage wachsen.

Diese ist laut Noch-Gemeindepräsident Kurt Roth (FDP) gross: «Es gibt Wiesendanger Firmen, von denen wir wissen, dass sie Platzprobleme haben.» Neuere Gewerbegebiete in Attikon und Gundetswil, die in relativ kurzer Zeit genutzt worden seien, hätten zudem die Nachfrage bestätigt, sagt Borer.

Auch regionale Firmen aus verschiedensten Branchen hätten via House of Winterthur ihr Interesse bekundet. FDP-Hochbauvorsteherin Bettina Huber ist überzeugt: «Es gibt kein so gut erschlossenes Arbeitsplatzgebiet wie dieses.»

Mehr ökologische Auflagen

Geringer ist das Interesse bei den Landwirten. Der Verlust von Kulturland droht. Roth sagt: «Der Bauernverband steht aber hinter den regionalen, konzentrierten Arbeitsplatzgebieten, weil dadurch insgesamt weniger Kulturland verloren geht.»

«Die Mobilisierung war der entscheidende Faktor im letzten September.»Urs Borer,
künftiger Gemeindepräsident Wiesendangen

Der Humus aus dem Gebiet wäre nicht komplett verloren, er soll weniger fruchtbare Böden in der Gemeinde aufwerten. Zudem ist vorgesehen, dass Dächer und Fassaden im Gewerbegebiet begrünt und nachhaltige Energiequellen genutzt werden sollen.

Ebenfalls sind Freiräume zwischen den Gebäuden vorgesehen. Geblieben ist auch die Auflage, dass der Anteil an fossilen Energien maximal 30 Prozent betragen darf. «Diese Limite hatte man im letzten Herbst nie gross kommuniziert», sagt Huber.

Mehr ökologische Auflagen

Kommunikation und Mobilisierung sind die zwei grossen Stichwörter der Gemeinderäte. So soll der Nutzen für die Gemeinde besser kommuniziert werden. Borer erklärt sich auch damit die deutliche Ablehnung im letzten September: «Der Fokus lag damals nicht so auf diesem Arbeitsplatzgebiet.»

Es sei nur ein kleines Element der revidierten Bau- und Zonenordnung gewesen. Viele Befürworter seien mit der Haltung «Mich braucht es ja nicht» zu Hause geblieben, statt an die Versammlung zu gehen. Für ihn ist klar: «Die Mobilisierung war der entscheidende Faktor im letzten September.» Für Roth ist eine erneute Vorlage nicht etwas völlig Aussergewöhnliches: «Das geschieht auf Bundes- und Kantonsebene immer wieder.»

Erstellt: 24.05.2018, 10:06 Uhr

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