Dägerlen

Das Karussell dreht sich allein weiter

Die Drehorgeln von Regula Wieser können zwar auch nach ihrem Tod noch gemietet werden. Doch am Drehorgelfestival in Winterthur werden sie nicht mehr spielen. Ihrer Tochter fehlt die Zeit,den Anlass zu organisieren.

Zeitlose Freude: Barbara Wieser führt die Tradition ihrer Mutter fort und bringt das Karussell zu den Leuten, hier 2015 am Oberen Graben.

Zeitlose Freude: Barbara Wieser führt die Tradition ihrer Mutter fort und bringt das Karussell zu den Leuten, hier 2015 am Oberen Graben. Bild: zvg

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Angeleiert hat Barbara Wieser seit dem Tod ihrer Mutter im letzten Frühjahr so einiges. Doch das Drehorgelfestival in Winterthur gehört nicht dazu, welches Regula Wieser vor 32 Jahren ins Leben gerufen und seitdem alle zwei Jahre durchgeführt hatte. «Ich habe miterlebt, wie zeitintensiv das Festival ist», sagt die Inhaberin einer Headhunterfirma im digitalen Bereich. Ihr Pensum als Unternehmerin lasse ihr momentan leider nicht den Raum, sich intensiv um Sponsoren und Drehorgelspieler zu kümmern.

Fans des traditionellen Drehorgelfestivals dürfen indes noch hoffen. Barbara Wieser lässt in diesem Zusammenhang auch das Wörtchen «vorläufig» fallen. Auch wenn die 16. Ausgabe des Drehorgelfestivals in Winterthur dieses Jahr nicht stattfindet ­–unwiderruflich begraben scheint der klingende Event nicht zu sein.

An der Challerer Chilbi

Im Übrigen führt Barbara Wieser das jahrmarktlich geprägte Erbe ihrer Mutter fort, «auf kleiner Flamme», wie angekündigt. Das heisst: Die Drehorgeln, das Kinderkarussell und die Besenbeiz Klimperkasten kann man auf telefonische Voranmeldung mieten oder besuchen. «Das Kinderkarussell war letzten Sommer ein wichtiger Bestandteil der Challerer Chilbi», sagt Wieser. Dieses Arrangement habe noch ihre Mutter getroffen. Als Regula Wieser jedoch am 4. Mai nach kurzer, schwerer Krankheit im 71. Lebensjahr verstarb, lag es an der Tochter, die eingegangene Verpflichtung zu erfüllen.

«Es war allerliebst, wie die Kinder aus den umliegenden Weilern auf das Karussell aufgesprungen sind.»Barbara Wieser, 
Karussell-Betreiberin

«Ich habe das Karussell an der Challerer Chilbi erstmals selbst mit männlicher Unterstützung aufgestellt», verrät sie. Kallern ist eine kleine Gemeinde im Bezirk Muri im Südosten des Schweizer Kantons Aargau. Die Reitschule scheint ausgezeichnet geklappt zu haben. «Es war allerliebst, wie die Kinder aus den umliegenden Weilern auf das Karussell aufgesprungen sind.» Aber auch in Berg erwachen die Drehorgeln in der Besenbeiz hin und wieder zum Leben. «Nebst einer Geburtstagsfeier durften wir die Besenbeiz letztes Jahr auch für eine Wandergruppe öffnen», sagt Barbara Wieser. «Es ist immer wieder etwas gelaufen.»

Und so soll es auch bleiben: «Neben meiner Tätigkeit als Headhunterin im schnell wandelnden Digital-Business sind die Drehorgeln, die Besenbeiz und das Kinderkarussell ein wunderschöner Ausgleich für mich.»

Und die nächste Chilbi kommt bestimmt: An der Neftenbacher Dorfete vom 26. bis 28. Mai soll das antike Rösslikarussell wieder Kinderaugen zum Leuchten bringen und unermüdlich seine Runden drehen. (Der Landbote)

Erstellt: 08.03.2017, 11:10 Uhr

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