Pfungen

Das Land kann abgetauscht werden

Die Pfungemer Stimmberechtigten haben gestern der Umzonung Vorbruggen und damit dem Landabtausch zwischen der Eskimo Textil AG und dem Kanton zugestimmt. Das Ergebnis fiel knapper aus, als erwartet.

Die Bauvisiere auf dem Grundstück der Eskimo Textil AG zeigen die geplante Überbauung im Gebiet Vorbruggen an.

Die Bauvisiere auf dem Grundstück der Eskimo Textil AG zeigen die geplante Überbauung im Gebiet Vorbruggen an. Bild: Marc Dahinden

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Die Umzonung von Agrarland in Bauland im Vorbruggenquartier wurde gestern im Verhältnis von 552 Ja- zu 471 Neinstimmen befürwortet. Die Stimmbeteiligung lag bei 46,7 Prozent. Damit kommt der Landabtausch zwischen dem Kanton und der Firma Eskimo Textil AG zustande.

Dem Protest aus dem Quartier, der sich unter anderem in Form eines anonymen Flugblatts entlud, folgte eine grosse Minderheit. Der Kanton will im Gebiet Vorbruggen den Gewässerraum der Töss aufwerten und ein Radwegprojekt realisieren. Dafür braucht er Land von der Firma Eskimo Textil AG, deren Grundstück an die Töss grenzt. Für die kantonalen Vorhaben werden 1008 Quadratmeter benötigt. Die Töss gewinnt dadurch einen Streifen von 35 Meter.

«Hätten die Leute gewusst, dass der Radweg ohnehin kommt, wäre das Ergebnis vielleicht gekippt.»Thomas Irminger, Anwohner

Im Gegenzug erhält die Eskimo, die auf ihrem weitgehend unbebauten Grundstück eine Überbauung plant, als Kompensation nun gleich viel Land. Dieses wird der angrenzenden Landwirtschaftszone entnommen und der Bauzone zugeschlagen. Für den Landabtausch ist eine Teilrevision von Pfungens Nutzungsplanung im Gebiet Vorbruggen nötig, die nun mit einer Differenz von 81 Stimmen genehmigt wurde.

Flugblatt zeigte Wirkung

«Das Resultat ist nicht so deutlich, wie erwartet, aber ich bin froh, dass es klappt hat», sagte Gemeindepräsident Max Rütimann auf Anfrage. Das Flugblatt habe Wirkung gezeigt. Aber auch Pfungens Wachstum scheine Teile der Bevölkerung zu belasten.

Einen Achtungserfolg stellt das Abstimmungsergebnis für die Gegner dar. «Hätten die Leute gewusst, dass der Radweg ohnehin kommt, wäre das Ergebnis vielleicht gekippt», meint Thomas Irminger, Anwohner und Verfasser des anonymen Flugblatts.

Die Firma Eskimo plant auf ihrem 12 000 Quadratmeter grossen Grundstück hinter der Brocki sechs dreigeschossige Flachdachhäuser. Durch den Landabtausch müsse man nicht so nah bis an die Dättlikonerstrasse heranbauen, versprach die Eskimo vor der Abstimmung. «Die positive Abstimmung freut uns sehr», sagte Josef Schifferle, Geschäftsleitungsmitglied der Eskimo, gestern. Man gebe dem Kanton 1008 m2 Land ohne Entschädigung. «Dafür werden von unserem Landwirtschaftsland 1008 m2 eingezont.» Für den Veloweg stelle die Eskimo weitere 450 m2 entschädigungslos zur Verfügung. «Diese bleiben aber in unserem Eigentum.»

Der Radweg wird unabhängig von der Umzonung des Landwirtschaftsspickels realisiert, wie Thomas Maag, Mediensprecher der Baudirektion, auf Anfrage bestätigte. Wäre die Eskimo mit dem Radwegprojekt nicht einverstanden, könnte sie theoretisch in der aktuellen Planauflage Einsprache gegen die geplante Dienstbarkeit erheben. Hätte der Souverän gestern Nein gesagt, hätte das Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft der Firma Eskimo laut Maag das für die Renaturierung der Töss benötigte Land abgekauft.

Als zweites hat Pfungen gestern über die Revision der Gemeindeordnung abgestimmt. Die Vorlage wurde mit 835 Ja- zu 140 Neinstimmen bei einer Stimmbeteiligung von 45,4 Prozent klar angenommen.

(Der Landbote)

Erstellt: 24.09.2017, 17:26 Uhr

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