Region

Das Land wächst links

In der Region Winterthur wachsen viele Gemeinden rasant. Die vielen Zuzüger formen die Dörfer um.

Die Landschaftsbilder und Bevölkerungsschichten der Region verändern sich.

Die Landschaftsbilder und Bevölkerungsschichten der Region verändern sich.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die Gemeinden riefen Steuerzahler. Doch es kamen Menschen, meist junge Menschen. Diese Zuzüger ticken anders als die ursprünglichen Dorfbewohner. Das macht sich politisch bemerkbar. Das Bevölkerungswachstum bremst die SVP. Das zeigen die Zahlen der letzten drei Kantonsratswahlen.

«Unsere Ideen drohen unter zu gehen»Therese Schläpfer,
SVP Hagenbuch

Zum Beispiel im Tösstal: Dort erzielte die SVP in Gemeinden mit einem Wachstum von unter zehn Prozent einen Zuwachs von 16,9 Prozent. In Gemeinden mit einem höheren Bevölkerungszuwachs waren sie nur 11,2 Prozent.

Vergrösserte Ansicht Die Zahlen beruhen auf den Ergebnissen der Kantonsratswahlen von 2007 bis 2015. Das Bevölkerungswachstum wurde im gleichen Zeitraum gemessen. In der Grafik gibt es eine Abweichung vom erwarteten Muster: In der Region Andelfingen-Thur verliert die SVP Stimmen in den Gemeinden mit einem Bevölkerungszuwachs von weniger als 10 % , statt dass sie dort überdurchschnittlich zulegen würde. Die Abweichung ist kleinen Gemeinden zuzuschreiben, in denen die Wahlergebnisse aufgrund lokaler Ereignisse besonders stark schwankten.

Hinter diesen Daten verbergen sich tief greifende Umbrüche. Zuzüger suchen sich häufig eine Wohnung, die ihnen passt, gleichgültig in welcher Gemeinde. «Ich musste zuerst auf einer Landkarte nachschauen, wo das Dorf liegt», sagt eine junge Pendlerin aus dem Weinland.

Leben im städtischen Raum

Das Leben der Zuzüger spielt sich weitgehend ausserhalb ihres Wohnorts ab, in einem grösseren, städtischen Raum. Die zunehmende Mobilität und die digitale Vernetzung machen es möglich.

Einschneidende Veränderungen lösen Unbehagen aus. Besonders bei möglichen Verlierern. «Unsere Ideen drohen unter zu gehen», sagt Therese Schläpfer, Gemeindepräsidentin (SVP) von Hagenbuch. Sie fürchtet, dass ihr Stammpublikum in ländlichen Gemeinden bald einmal in die Minderheit versetzt werden könnte. Dies obwohl die SVP im Kanton Zürich bisher erfolgreich ist. Die SP ihrerseits setzt Hoffnungen auf die Veränderungen in ländlichen Gemeinden.

Bald jedoch könnte die Frage nach links oder rechts in ländlichen Gemeinden zweitrangig werden. Die brennende Frage lautet immer je länger desto mehr, ob sich von den neuen Bewohnern überhaupt jemand politisch in den Gemeinden engagiert. «Die jungen Zuzüger wollen sich vor allen Dingen nicht mehr binden», sagt Martin Günthardt, Gemeindepräsident (SVP) von Ossingen.

Für eine vergrösserte Ansicht hier klicken. (Der Landbote)

Erstellt: 06.12.2017, 16:02 Uhr

Artikel zum Thema

Achtung, hier kommt die Stadt

Zuzüger Viele Gemeinden in der Region wachsen. Dieneuen Bewohner bringen Umbrüche mit sich. Dagegen sträuben sich nicht zuletzt die Auslöser des Wachstums. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@landbote.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 052 266 99 85. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Abo

Eine für alle. Im Digital-Abo.

Den Landboten digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 25.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!