Hettlingen

Das Wasser fliesst nach neuen Regeln

Ein neues Wasserreglement und ein gutes Ergebnis für 2017: Die Gemeinde Hettlingen ist auf Kurs und erhält dafür Lob. Sorgenfrei ist sie aber nicht.

Hettlingens Wasserreglement wäre nächstes Jahr 50 Jahre alte geworden. Jetzt wurde es total überarbeitet.

Hettlingens Wasserreglement wäre nächstes Jahr 50 Jahre alte geworden. Jetzt wurde es total überarbeitet. Bild: pd

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Mehrzweckhalle, Montagabend, 19.30 Uhr: 76 Anwesende werden ausgezählt. Auch wenn die Traktanden unangefochten sind: Die Stühle wurden nicht umsonst aufgestellt. Die Gemeindeversammlung ist eben der Ort, an dem sich die Lage der eigenen Gemeinde offenbart und man den Puls der Gemeindeverantwortlichen fühlen kann.

Die grösste Zufriedenheit strahlt Gemeindepräsident Bruno Kräuchi (FDP) bei der Präsentation des Ergebnisses aus: Die Jahresrechnung enthält einen Überschuss von rund 1,4 Millionen Franken und schliesst zum dritten Mal in Folge positiv ab.

Klingelnde Kassen

Hettlingen kann sich über massiv höhere Steuereinnahmen freuen, namentlich die Steuernachzahlungen und ein ausserordentlicher Fall an Grundstückgewinnsteuer lassen hier die Kassen klingeln. «Doch auch bei der sozialen Wohlfahrt sind wir gut auf Kurs, sagt Kräuchi. «134 000 Franken besser als budgetiert.» Das Eigenkapital beträgt nun über neun Millionen Franken.

«Unser Dank gilt insbesondere den Steuerzahlern, die das gute Ergebnis überhaupt ermöglicht haben.» Marc Kummer,
RPK-Präsident

Die grössten Sorgenfalten auf der Stirn des Gemeindepräsidenten zeichnen sich bei den Themen Liquidität, Ressourcenausgleich und ambulante Krankenpflege ab: «Wir haben noch ein Problem mit der Liquidität», sagt Kräuchi. Bis die ersten Steuerbeträge auf der Gemeinde eingehen würden, müsse man jeweils überbrücken. Hettlingen hat deshalb zum zweiten Mal von einer anderen Gemeinde Geld geborgt.

Spülte der Ressourcenausgleich 2017 noch 670 000 Franken in die Kasse, «müssen wir für nächstes Jahr mit rund 500 000 Franken weniger rechnen», kündigte Kräuchi an. Schuld sei die Steuerkraft, die auf 98 Prozent geklettert ist. «Das müssen wir beim Budget 2019 besonders berücksichtigen.» Bei der ambulanten Krankenpflege liege Hettlingen über dem kantonalen Mittel. «Hier wird noch einiges auf uns zukommen, bedenkt man, dass Patienten nach Operationen immer schneller entlassen werden», sagt der Gemeindepräsident.

Dringender Reformbedarf nach 50 Jahren

Das grösste Lob kommt schliesslich vom Präsidenten der Rechnungsprüfungskommission (RPK): «Wir können auf eine erfreuliche Legislatur zurückblicken», zollt Marc Kummer dem Gemeinderat und der Verwaltung Anerkennung. «Unser Dank gilt insbesondere den Steuerzahlern, die das gute Ergebnis überhaupt ermöglicht haben.» Die RPK empfehle angesichts des hohen Eigenkapitals eine Prüfung des Steuerfusses.

Die grösste Reform hat zweifellos das neue Wasserreglement hinter sich. «Das alte Reglement stammt von 1969, nächstes Jahr wäre es 50 geworden», sagt Gemeinderat Richard Weber. Der Bezirksrat habe den Gemeinderat mehrmals auf das zu hohe Alter hingewiesen.

Abgestützt auf das Musterreglement des Kantons sind vor allem die Eigentumsverhältnisse bei der Hausanschlussleitung neu geregelt: Muss eine Leitung ersetzt werden, übernimmt künftig die Wasserversorgung die Kosten ausserhalb und der Eigentümer jene innerhalb der Parzelle.

Die beiden Geschäfte des Abends, der Jahresabschluss und das neue Wasserreglement, sind unbestritten. Diskussionslos erhalten sie – bis auf eine Enthaltung – die ungeteilte Zustimmung der Anwesenden. (Der Landbote)

Erstellt: 29.05.2018, 17:36 Uhr

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