Neftenbach

Der Backstreet Boy aus Neftenbach

Ob er der neue Superstar wird, den Deutschland sucht, steht noch in den Sternen. Fest steht jedoch, dass Michel Truog aus Neftenbach Dieter Bohlens Favorit für Südafrika ist.

Michel Truog aus Neftenbach hat die Jury von DSDS beim zweiten Anlauf vom Hocker gerissen. Dieter Bohlen überreichte ihm am Samstag die goldene CD.

Michel Truog aus Neftenbach hat die Jury von DSDS beim zweiten Anlauf vom Hocker gerissen. Dieter Bohlen überreichte ihm am Samstag die goldene CD. Bild: DSDS

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«Super Sänger mit mega Gefühl!», «Wahnsinnig, Gänsehaut pur», «Schöner Mann, super Stimme». Über 600 Kommentare und Bewertungen hat Michel Truog auf Facebook für seinen Auftritt am Samstag bei «Deutschland sucht den Superstar» (DSDS) erhalten. Praktisch alle von Frauen und samt sonders positiv. Vereinzelt liessen sich auch Männer vernehmen: «Du schaffst das Bruder», hiess es dann etwa. Truog, der seit drei Jahren mit seiner Freundin Vera zusammen ist, freuen die guten Bewertungen. «Es hätte ja auch ein Shitstorm über mich hereinbrechen können.» Doch wer den «Sympa» aus Neftenbach am Samstag an seinem Auftritt sah, weiss, dass dies eher nicht zu befürchten war.

Mit der Startnummer 6641 trat der Neftenbacher als letzter Kandidat am zweitletzten Tag des Castings in Hamburg vor die vierköpfige Jury. «Ich war überglücklich und logischerweise auch nervös», erzählt er. «Ich hatte den ganzen Tag nichts gegessen und getrunken.»

Bohlen will Backstreet Boys

Wer er sei und was er mache, will Dieter Bohlen vom Neftenbacher wissen. Er mache eine Lehre zum Maurer, antwortete dieser. Es folgt ein kurzer Exkurs von Bohlen über den Maurerberuf in Deutschland. «Und, was singst du?» Michel Truog kündigt «Mercy» von Shawn Mendes an. Doch die Jury will zuerst seinen zweiten Song, «Quit Playing Games» von den Backstreet Boys hören. «Das ist meine Lieblingsnummer», verrät Bohlen.

Die Backgroundmusik setzt ein. Michel Truog führt das Mikrofon zum Mund – und performt die Backstreet Boys, als ob er nie etwas anderes gemacht hätte. Er macht alles richtig. Das zeigt auch der Kameraschwenker zur Jury, die mitgroovt. Auch bei der zweiten Performance trumpft der Neftenbacher auf. Fertig. Dramatische Stille im Fernsehstudio.

«Willst du uns verarschen?», fragt Produzent Mousse T. in typischem DSDS-Slang. «Das war so fett!», fährt er fort. Nicht nur er, die ganze Jury ist begeistert.

Truog erzählt Bohlen, dass er vor fünf Jahren schon einmal bei DSDS vorgesungen und viermal ein Nein erhalten habe. Bohlen fragt ungläubig nach. – Und dann geschieht etwas, was noch keinem Schweizer vor ihm bei DSDS widerfahren ist: «Da habe ich ja etwas gut zu machen», sagt Bohlen holt die Goldene CD vor und überreicht sie dem 26-Jährigen. Der Schweizer kommt nun automatisch unter die Top 24. Das bedeutet: Er kann an der Vorausscheidung in Südafrika teilnehmen, die ab 24. März ausgestrahlt wird. Dort wird sich entscheiden, ob er es in die Liveshows schaffen wird.

Es ist momentan alles ein bisschen viel», gesteht der Ostschweizer, der seinen Auftritt am Samstag zusammen mit seiner Mutter, dem Stiefvater und seiner Freundin zuhause in Neftenbach am Fernsehen mitverfolgte.

Bild: Marc Dahinden

Seit zehn Jahren lebt er mit Mutter und Stiefvater in Neftenbach, vorher hätten sie in Wülflingen gewohnt. Aufgewachsen ist Michel Truog zusammen mit seinem Bruder, der ein Jahr älter ist, in Salmsach bei Romanshorn.

Bis DSDS ist Michel Truog noch nie vor Publikum aufgetreten. «Musik war aber immer meine Leidenschaft», sagt er. Auf Youtube habe er unermüdlich für sich allein Karaoke geübt und vor allem in den letzten drei Jahren Fortschritte gemacht.

Seine Lehre bei einer Winterthurer Bauunternehmung hat Michel Truog zurzeit sistiert. «Die Firma ist sehr entgegenkommend und dafür bin ich auch sehr dankbar.» Doch wie seine Zukunft beruflich genau aussehen wird, kann er im Moment noch nicht wirklich sagen. Würde er bei DSDS gewinnen, dann wäre die Baulehre keine Option mehr. «Dann würde ich mich ganz der Musik zuwenden.»

Nicht nur im Netz, auch auf der Strasse bringen wildfremde Leute dem Neftenbacher spontan ihre Sympathien zum Ausdruck. «Ich hab Dich im Fernsehen gesehen, du warst super», strahlt ihn die Serviertochter gleich beim Betreten des Restaurants an. Ob sie nachher noch ein Foto mit ihm machen dürfe? «Ja, klar», sagt Michel und lächelt. Sein Auftritt im Privaten unterscheidet sich kaum von seinem Fernsehauftritt. Spontan, natürlich und lächelnd steht er mit ihr vor die Handykamera. (Landbote)

Erstellt: 12.03.2018, 18:01 Uhr

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