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Der Birkenhof gewinnt Gesundheitspreis

Der Hauptpreis des Migros-Kulturprozents für Gesundheitsförderung geht dieses Jahr an die Stiftung Birkenhof in Berg. Gestern konnte sie 10 000 Franken entgegennehmen.

Jubel beim Siegerteam: Die Stiftung Birkenhof hat die Jury des Gesundheitsförderungwettbewerbs «meingleichgewicht» des Migros-Kulturprozents überzeugt.
Jubel beim Siegerteam: Die Stiftung Birkenhof hat die Jury des Gesundheitsförderungwettbewerbs «meingleichgewicht» des Migros-Kulturprozents überzeugt.
Madeleine Schoder

Fünfmal vergab der Migros-Genossenschafts-Bund bisher den Award mit dem vielsagenden Namen «meingleichgewicht». Dieses Jahr geht der Hauptpreis des Kulturprozents nach Berg. Die politisch und konfessionell neutrale Stiftung Birkenhof, die 1981 aus dem Kinderheim Berg hervorgegangen ist und heute Menschen mit geistiger Beeinträchtigung ein Zuhause bietet, hat die elfköpfige Fachjury mit ihrem Gesundheitsförderungsprojekt «Fit wie Federer» überzeugt. Das mit 10 000 Franken prämierte Siegerprojekt wurde von den Bewohnerinnen und Bewohnern gestern an der Preisverleihung im alten Gemeindesaal in Hettlingen vorgestellt. Unterstützt wurden sie dabei von Marius Ritzhaupt, dem stellvertretenden Heimleiter der Stiftung.

Die glücklichen Award-Gewinner erzählten, wie sie das Motto «Fit wie Federer» selbst ersonnen und in einer Umfrage ihre Wünsche in den Bereichen Bewegung und Ernährung geäussert haben. Das Resultat war ein Plan mit 158 Aktivitäten. «Die Bewegungen sollen Spass machen», erklärte Ritzhaupt. Deshalb habe man das Projekt mit den Bewohnern entwickelt. So führte der Birkenhof letztes Jahr etwa einen Fitnesstag mit professionellem Fitnesstrainer durch. «Oder an der Bewegungsolympiade mussten wir mit einem vollen Wasserglas über ein Hindernis klettern», erzählte ein Bewohner.

Grümpelturnier gab Ausschlag

Sehr beliebt und schliesslich ausschlaggebend für das Projekt sei das 2015 erstmals selbst durchgeführte Birkenhof-Grümpelturnier gewesen», sagte Heimleiter Aljoscha Nyima. «Es hat bei unseren Bewohnern so viel Motivation ausgelöst, dass wir sie nicht verpuffen lassen wollten.» Ritzhaupt stellte daraufhin das Gesundheitsförderungsprojekt zusammen. «Alles lief so gut, dass wir das Projekt schliesslich beim Wettbewerb des Migros Kulturprozents einreichten.»

«Alles lief so gut, dass wir das Projekt schliesslich beim Wettbewerb des Migros-Kulturprozents einreichten.»

Marius Ritzhaupt, stellvertretender Leiter Stiftung Birkenhof

Der sichtlich erfreute Heimleiter Aljoscha Nyima kündigte an: «Das gewonnene Geld werden wir im Winterhalbjahr für Bewegungsaktivitäten einsetzen.»

In seiner Laudatio sagte Robert Sempach, Projektleiter Gesundheit der Direktion Kultur und Soziales beim Migros-Genossenschafts-Bund und Präsident der Jury: «Das Projekt der Stiftung Birkenhof ist ein Vorzeigebeispiel, wie Gesundheitsförderung gemeinsam mit Menschen mit Behinderung entwickelt werden kann.» Das gemeinsame Motto «Fit wie Federer» habe die Bewohner beflügelt, gesunde Ernährung, Bewegung und Entspannung in den Arbeits- und Lebensalltag zu integrieren. «Das Siegerprojekt zeigt, dass dies auch in kleineren Organisationen möglich ist.» Gelobt wurde zudem, dass die Siegerin ihr Projekt öffentlich zugänglich mache (www.gesundheitsfoerderung-kleine-institutionen.ch).

Erstmals kleinere Institution

Insgesamt wurden 20 Projekte eingereicht. «Es ist das erste Mal, dass eine kleinere Institution mit weniger als 100 Klienten gewonnen hat», freute sich Nyima.

Die Stiftung Birkenhof bietet 18 Wohn- und 16 Arbeitsplätze für geistig beeinträchtigte Erwachsene. Sie werden in den Bereichen Hauswirtschaft, Küche, Werkstatt für Holzbearbeitung, Gärtnerei und Hauswartung ausgebildet oder beschäftigt.

Drei weitere Institutionen wurden gestern ausgezeichnet: So gingen 6000 Franken an das Foyer la Colombière, Fribourg, ein Restaurant, in dem Menschen mit schwerer Behinderung servieren. Je 3000 Franken erhielten die Radioschule klipp+klang, bei Radio Kanal K in Aarau und Blindspot, eine Nationale Förderorganisation für Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung in Bern.

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