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Der mit den Gesetzesartikeln jongliert

Stefan Stutz leitet seit Februar 2017 das Notariat in Elgg. Der 30-Jährige hat damit seinen Traumberuf gefunden. Trotzdem erlebt auch er schwierige Momente während seiner Arbeit.

Erst 30 und schon Chef des Notariatskreises Elgg, Elsau, Hagenbuch, Hofstetten und Schlatt: Stefan Stutz aus Marthalen.
Erst 30 und schon Chef des Notariatskreises Elgg, Elsau, Hagenbuch, Hofstetten und Schlatt: Stefan Stutz aus Marthalen.
Madeleine Schoder

Alles steht an seinem Platz. Fein säuberlich sind die zu bearbeitenden Aktenmäppchen aufgestapelt, die Ordner nach Inhalt geordnet. Keine Spur von Chaos oder Unordnung im grossen Büro von Stefan Stutz, dem Notar von Elgg. «Wir Notare sind genaue Leute. Das zeigt sich auch an unserer Liebe zur Ordnung», sagt er. Ein Tick sei das nicht, obwohl ihn Unordnung doch kurzfristig aus der Ruhe bringen könne.Der Marthaler ist seit dem 1. Februar 2017 der Chef des Notariatskreises Elgg, Elsau, Hagenbuch, Hofstetten und Schlatt. Im jungen Alter von 30 Jahren wurde er Hauptverantwortlicher im Notariatsbüro: «Es ist wirklich gut gelaufen für mich.» Er habe schon während seiner KV-Lehre auf dem Notariat in Andelfingen gemerkt: «Das ist mein Traumberuf.» Nach seinem Notariats-Studium an der Universität Zürich arbeitete Stutz 2011 zum ersten Mal im Elgger Büro. Dann, 2013, wurde er zum stellvertretenden Notar von Elgg ernannt. Und somit war sein Weg geebnet, nach der Pensionierung des Chefs dessen Posten zu erben.

Leidenschaft für das Gesetz

Das Büro in Elgg ist drei Ämter in einem: Das Notariat kümmert sich etwa um Ehe- und Erbrechtsfragen, mit insolventen Personen beschäftigt sich das Konkursamt und das Grundbuchamt ist zuständig für die Rechte an Grundstücken. Trocken und gleichförmig erscheint der Arbeitsalltag eines Notars von aussen. Hört man Stefan Stutz beim Erzählen über seinen Traumberuf jedoch zu, wird man von der Leidenschaft des 30-Jährigen mitgerissen. Man kauft ihm ohne zu zögern ab: Er würde nichts lieber tun, als den ganzen Tag mit Zahlen und Gesetzesartikeln zu jonglieren. Erzählt er von seiner Arbeit, spricht er schnell und begeistert. Wechselt das Gespräch auf private Themen, antwortet er zurückhaltender, seine Hände gestikulieren verhaltener.

«Der Notar ist sozusagen der Anwalt des kleinen Mannes.»

Stefan Stutz, Notar von Elgg

Stutz übernimmt als Leiter des Notariats vor allem Ehe- und Erbrechtsfragen, «komplizierte Sachen». Da erlebt er auch mal schwierige Momente: «Die Schicksale der Kunden treffen mich immer wieder. Aber ich kann gut abstellen.» Dabei helfe auch der 30-minütige Arbeitsweg von Marthalen nach Elgg. «Der Notar ist sozusagen der Anwalt des kleinen Mannes.» Trotz der oftmals berührenden Geschichten der Kunden müsse aber das Gesetz beachtet werden: «Man darf nie das Gesetz in Frage stellen, auch wenn ein Fall sehr bewegend ist», sagt Stutz, der sich für Psychologie interessiert. Es sei wichtig, Mitgefühl zu zeigen und zu wissen, wie man den Menschen begegnen soll. Sowohl als Notar in Elgg als auch als Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr von Marthalen.

«Ich helfe gerne»

Sein halbes Leben lang gehört Stutz der Feuerwehr an. «Das war irgendwie klar: Mein Vater war Feuerwehroffizier, mein älterer Bruder ist Instruktor», erzählt er. Helfen ist ihm wichtig. Die Frage, ob er ein «Helfersyndrom» habe, verneint er jedoch: «In der Freizeit bin ich schon egoistischer», sagt Stutz. Nach kurzer Zeit des Nachdenkens fügt er jedoch an: «Aber es stimmt eigentlich schon: Wenn jemand aus der Familie oder dem Freundeskreis Hilfe bei rechtlichen Dingen braucht, bin ich immer da.»

Der vergleichbar junge Notar tritt während seiner Arbeit selbstbewusst auf. Vielleicht um seinen Kunden zu beweisen, dass sein Alter nichts über sein Können aussagt. Tag für Tag sitzt er im Anzug in seinem Büro, verdient sich das Vertrauen seiner Kunden während eines Beratungsgesprächs mit seinem Fachwissen, führt seine Mitarbeitenden bestimmt, aber fair.

Das Büro von Stefan Stutz verrät nicht viel über ihn. Zwei kunstvolle Bilder, viele Unterlagen, ein paar Psychologiebücher im Büchergestell. Und ein verrostetes Hufeisen an der Wand: «Das haben mir meine Mitarbeitenden im Februar geschenkt, als ich ihr Chef wurde», sagt Stutz stolz. Es solle «Glück für die Zukunft» bringen. «Bis jetzt wirkts!

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