Wiesendangen/Eulachtal

Der Zivilschutz kostet im Eulachtal weniger

Der Gemeinde Wiesendangen ist der Zivilschutz in Winterthur zu teuer. Sie will sich deshalb der Organisation im Eulachtal anschliessen. Für diese könnte sich das finanziell lohnen.

Zivilschützer aus Winterthur im Einsatz. Bis Ende 2019 gehört die Gemeinde Wiesendangen noch dazu.

Zivilschützer aus Winterthur im Einsatz. Bis Ende 2019 gehört die Gemeinde Wiesendangen noch dazu. Bild: Johanna Bossart (Archivbild)

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An den Leistungen liege es nicht, damit sei man zufrieden gewesen, sagt Gemeinderat Stefan Nigg. Wiesendangen wende sich rein aus Kostengründen von der Winterthurer Zivilschutzorganisation ab.

Seit 2004 erledigte die Stadt per Anschlussvertrag die Aufgaben für die Gemeinde, nun hat Wiesendangen den Vertrag per Ende 2019 gekündigt.

«Grösser und teurer»

Bei einer Überprüfung 2016 hatte man in Wiesendangen festgestellt, dass die Beiträge, die man pro Kopf an den Zivilschutz zahlt, in Winterthur überdurchschnittlich hoch waren.

Zwischen 18 und 22 Franken zahlte Wiesendangen pro Einwohner in den letzten acht Jahren. Im Vergleich dazu zahlten die Gemeinden im Eulachtal durchschnittlich 10.40 Franken. Dort sei jedoch anders als in Winterthur der bauliche Zivilschutz nicht inbegriffen, der Schutzraumabklärungen bei Bauvorhaben macht.

«Wir waren mit den Zahlen nicht zufrieden.»Stefan Nigg,
Gemeinderat Wiesendangen

Das müsse zusätzlich gerechnet werden, betont Nigg. «Trotzdem haben uns die Zahlen nicht zufriedengestellt.»

Den Unterschied führt Nigg unter anderem darauf zurück, dass der Zivilschutz in Winterhur gemeinsam mit der Feuerwehr als «Schutz und Intervention» organisiert ist. «Das ist insgesamt grösser und teurer.» Vergleichszahlen aus der ganzen Schweiz hätten gezeigt, dass Winterthur eher oben hinaus schwinge.

Also sah man sich nach einer neuen Lösung um. «Viele Möglichkeiten gibt es hier nicht», sagt Nigg. Für eine eigene Organisation sei die Gemeinde zu klein. In Frage gekommen seien der Zivilschutz Winterthur-Land und der Zweckverband der Eulachtaler Gemeinden.

Mit beiden habe es Gespräche gegeben und beide hätten sich grundsätzlich offen gezeigt. «Den meisten Nutzen haben wir für Wiesendangen im Eulachtal gesehen», sagt Nigg. Die Gemeinden teilten bereits heute schon verschiedene Aufgaben und weil dem Eulachtal am 1. September sowieso eine Abstimmung über die Zivilschutzorganisation bevorsteht, lässt sich der Beitritt von Wiesendangen gut integrieren.

Zwei Franken weniger

Der Zweckverband Zivilschutzorganisation Eulachtal muss seine Statuten überarbeiten und den Vorgaben des neuen Gemeindegesetzes anpassen. Er führt unter anderem einen eigenen Haushalt mit eigener Bilanz ein, der es ihm möglich macht, Investitionen selbstständig über Darlehen zu finanzieren.

Bis jetzt bezahlten die zugehörigen Gemeinden Investitionsbeiträge. Die Fusion von Elgg und Hofstetten macht ebenfalls Anpassungen in den Statuten notwendig.

Die Eulachtaler Gemeinderäte sowie die zuständige Rechnungsprüfungskommission empfehlen ihren Einwohnern, den geänderten Statuten sowie dem Beitritt von Wiesendangen zuzustimmen.

Es könnte sich für sie auch finanziell lohnen. Die Einwohnerzahlen stiegen mit einem Beitritt von 10400 auf 16900 an. Durch das grössere Gebiet würde sich der Betrag von 10.40 Franken pro Kopf um voraussichtlich rund zwei Franken reduzieren.

Den baulichen Zivilschutz will Wiesendangen zukünftig durch ein Ingenieurbüro abdecken lassen und rechnet je nach Bautätigkeit mit Kosten von 10000 bis 20000 Franken pro Jahr. Insgesamt will die Gemeinde mit dem Wechsel der Organisationen rund 60000 Franken jährlich einsparen.

Erstellt: 18.07.2019, 17:12 Uhr

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