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Die Frage, ob es zum Landabtausch kommt

Morgen wird die Pfungemer Gemeindeversammlung entscheiden, ob die Eskimo Textil AG im Gebiet Vorbruggen hinter der Brocki Land abtauschen kann. Dies käme laut den Verantwortlichen der Qualität der Überbauung zugute.

Die Pfungemer stimmen an der Gemeindeversammlung morgen darüber ab, ob das Stück Land, auf dem das Haus mit der Bezeichnung K1 eingezeichnet ist, von der Landwirtschafts- in die Wohnzone umgezont wird. Die Brocki (Altbau) und die Dättlikonerstrasse befinden sich am linken Rand der Grafik.
Die Pfungemer stimmen an der Gemeindeversammlung morgen darüber ab, ob das Stück Land, auf dem das Haus mit der Bezeichnung K1 eingezeichnet ist, von der Landwirtschafts- in die Wohnzone umgezont wird. Die Brocki (Altbau) und die Dättlikonerstrasse befinden sich am linken Rand der Grafik.
zvg

Die Firma Eskimo Textil AG mit Sitz in Turbenthal möchte ihr weitgehend unbebautes Bauland hinter der Brocki an der Töss mit sechs Häusern überbauen. Die Frage ist nur, wo die sechs dreigeschossigen Flachdachhäuser auf dem 12 000 Quadratmeter grossen Grundstück zu stehen kommen: Soll die Überbauung erst hinter der Brocki beginnen (siehe Grafik) oder soll sie praktisch bis an die Dättlikonerstrasse reichen, wie Bauvisiere momentan anzeigen?

Eskimo bevorzugt die Variante, die nicht bis zur Strasse reicht, wie sie auf der Grafik von Schmidli Architekten & Partner dargestellt ist. Doch dafür ist die ehemalige Textilfirma, die heute nur noch im Immobiliengeschäft tätig ist, auf ein Ja der morgigen Gemeindeversammlung angewiesen. Denn für ihre Lieblingsvariante ist eine Anpassung im Zonenplan nötig.

Tössnaturierung und Veloweg

Demnach soll im hinteren Teil des Landes hinter der Brocki eine Fläche von 1008 Quadratmeter von der Landwirtschaftszone in die Wohnzone eingezont werden. Im Gegenzug gäbe Eskimo eine gleich grosse Fläche für die Realisierung eines Gewässer- und Velowegprojektes des Kantons von der Wohnzone in die Freihaltezone ab. Die Töss würde dadurch einen Streifen von 35 Meter dazu gewinnen.

Erste Gespräche mit dem Kanton und der Gemeinde dazu haben bereits 2009 stattgefunden. Mit dem damals ausgearbeiteten Vorprojekt konnten sich alle Beteiligten einverstanden erklären. Dann kam die Kulturlandinitiative dazwischen und blockierte das Projekt. Mit Ablehnung der Umsetzungsvorlage am 27. November 2016 wird nun der geplante Baulandabtausch wieder möglich.

Anonymes Flugblatt

In Pfungen gibt es auch Opposition gegen das Projekt der Eskimo. Vor rund einer Woche wurde ein anonymes Flugblatt mit dem Titel «Natur statt Wohnhaus» in der Gemeinde verteilt. Darin wird ein Nein zur Umzonung gefordert. Das Flugblatt behaupte fälschlicherweise, dass die Eskimo neun Blöcke plane, sagt Ralph B. Aemissegger, Delegierter des Verwaltungsrates und Mitglied einer der beiden Besitzerfamilien der Eskimo Textil AG. «Das stimmt jedoch nicht, unser Projekt sieht nur fünf bis sechs Blöcke vor.»

Dieses bisher grösste Bauprojekt der Eskimo, das noch bis zum 7. Juli öffentlich aufliegt, sieht zwischen 54 mit und 58 Mietwohnungen ohne Baulandabtausch vor. Geplant sind laut Aemissegger 2,5-, 3,5- und 4,5 Zimmerwohnungen, von eher gehobenerem Ausbaustandard mit grossen Balkonen, Loggias, Parkettböden, viel Licht und modernen Küchen. Besonders begehrt seien die Attikawohnungen, neun an der Zahl. Sie seien alle bereits vermietet.

Bis an die Strasse

«Wenn wir den hinteren Spickel von 1008 Quadratmetern, um den es morgen an der Gemeindeversammlung geht, nicht bebauen können, müssen wir bis etwa 10 Meter an die Dättlikonerstrasse heranbauen», sagt Josef Schifferle, Mitglied der Geschäftsleitung von Eskimo. Dies würde laut Aemissegger auf Kosten der Ästhetik und der Grünzonen gehen, die Eskimo bei all ihren Projekten sehr wichtig seien. «Dafür ist unser Hauptsitz in Turbenthal ein gutes Beispiel.»

In Pfungen gegründet

Die Eskimo wurde 1854 in Pfungen gegründet und fusionierte 1900 mit der Tuchfabrik in Turbenthal. 1983 wurde die Produktion nach Turbenthal verlegt. In Pfungen entstand auf dem 60 000 Quadratmeter grossen ehemaligen Fabrikgelände ein Gewerbezentrum, in dem heute etwa ein Drittel vermietet ist und rund 300 Personen arbeiten. Die Produktion in Turbenthal wurde 2001 eingestellt, unter anderem wegen Sparmassnahmen bei den Fluggesellschaften als grosse Auftraggeber.

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