Elsau

«Die Fragen sollen etwas provozieren»

Ein Fragebogen soll die Befindlichkeit der Elsauer abholen. Der Gemeinderat interessiert sich dabei auch für Sparvorschläge. Man könne bei gleichbleibenden Ressourcen nicht immer mehr fordern, sagt Präsident Jürg Frutiger.

Schwimmbad Niederwis: Alle Elsauer zahlen für die Badi, aber nicht alle benutzen sie auch.

Schwimmbad Niederwis: Alle Elsauer zahlen für die Badi, aber nicht alle benutzen sie auch. Bild: Marc Dahinden

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Sie bitten die Elsauer Bevölkerung per Fragebogen unter anderem um Vorschläge für Sparmassnahmen. Haben Sie keine Angst, dass man Ihnen die Entschädigung kürzen will?
Jürg Frutiger: Nein, ich glaube das Vertrauen, das wir in die Bevölkerung haben, gilt auch umgekehrt. Zudem ist es ja wirklich eine Entschädigung und kein Lohn, viele der Behördenmitglieder machen diese Arbeit mit viel Goodwill. Jemand, der da den Rotstift ansetzen wollte, müsste sich also gut überlegen, wer denn diese Arbeit in Zukunft gratis machen soll.

Was bezwecken Sie mit der Umfrage genau?
Die Fragen sollen durchaus ein bisschen provozieren und die Elsauer aus der Reserve locken. Wir möchten ihre Befindlichkeit abholen. Es geht auch darum, dass unsere Bürger merken, dass sie selbst etwas zur Situation beitragen können.

Sie möchten also aufrütteln?
Ja. Die Umfrage deckt drei Hauptanliegen. Erstens ist es eine Zufriedenheitsumfrage, in der wir wie in der Privatwirtschaft unsere «Kundschaft» befragen. Sind sie zufrieden mit dem Service am Schalter, sind ihnen die Strassen sauber genug? Zweitens geht es um das persönliche Engagement und drittens ums Sparen.

«Wir müssen einsehen, dass wir nicht immer mehr Dienstleistungen einfordern können, wenn die Ressourcen gleich bleiben.»Jürg Frutiger, Gemeindepräsident

Als Sparbeispiel nannten Sie schon mehrmals die Badi Niederwis. Meinen Sie das ernst?
Ja, das ist ernst gemeint. Die Badi nehme ich, weil es ein ganz augenscheinliches Beispiel ist. Der Betrieb kostet uns jedes Jahr ein bis zwei Steuerprozente, aber nicht jeder Einwohner geht in die Badi. Da stellen sich dann schon Fragen. Natürlich ist auch bei diesem Beispiel ein wenig Provokation dabei.

Gehen Sie selbst in die Badi?
Nein, nicht mehr.

Wo würden Sie denn sparen?
Da sage ich lieber noch nichts, sonst beeinflusse ich allenfalls die Antworten. Aber wir müssen einsehen, dass wir nicht immer mehr Dienstleistungen einfordern können, wenn die Ressourcen gleich bleiben. Die Kosten steigen in vielen Bereichen, die wir nicht beeinflussen können, wie etwa Gesundheit oder Soziales. Das ist natürlich ein gesamtschweizerisches Problem, aber wir interessieren uns für die Sicht der Elsauer.

Über welche Antworten würden Sie sich freuen?
Im besten Fall kommen besonders gute Ideen. Ein Gradmesser ist auf jeden Fall der Rücklauf. Ein schlechter Rücklauf würde mich enttäuschen. Ein ausgefüllter Fragebogen ist für mich ein Zeichen der Wertschätzung gegenüber den Politikern und den Mitarbeitern der Gemeinde.

Aber erwarten Sie, dass tatsächlich viele Sparvorschläge kommen?
Viel ist kühn gesagt, aber konkrete Vorschläge wären schön. Ich würde mir wünschen, dass dann auch ein gewisser Rückhalt in der Bevölkerung zu spüren wäre. Alle werden nie einverstanden sein, aber wenn ein Grossteil der Elsauer sich auf Verzicht in einem Bereich einigen könnte, würde ich das natürlich begrüssen.

In Ihrer Ankündigung schreiben Sie, dass sich die Frage stelle, ob man sich für jede Teilgruppe noch alles leisten könne und wolle. Welche Gruppen meinen Sie?
Die Badi wäre hier wieder ein Beispiel. Es bezahlen alle, aber nicht alle nutzen sie. Es gibt noch viele weitere Beispiele für Dienstleistungen, die mit Steuergeldern bezahlt werden, aber von denen nicht alle Einwohner profitieren. Nebst Verzicht geht es vor allem auch um Sensibilisierung.

Wissen Sie schon, wie Sie die Fragebogen auswerten werden?
Nein, so weit sind wir noch nicht. Ein Ausschuss aus Gemeinderäten und dem Gemeindeschreiber erarbeitet den Bogen zusammen mit einer spezialisierten Firma. Der Gesamtgemeinderat wird die Umfrage dann verabschieden und anfangs Mai erhalten sie alle Elsauer ab 15 Jahren. (Landbote)

Erstellt: 29.03.2017, 15:10 Uhr

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