Kantonsratswahlen

Die Grünen wollen wieder einen Sitz im Kantonsrat erobern

Die Grünen vom Bezirk Winterthur-Land verloren bei den letzten Kantonsratswahlen ihren einzigen Sitz. Den wollen sie nun zurückgewinnen. Die Klimadebatte könnte ihnen dabei Rückenwind geben.

Im Zürcher Kantonsrat sitzen derzeit zwölf Grüne, jedoch keine aus dem Bezirk Winterthur-Land.

Im Zürcher Kantonsrat sitzen derzeit zwölf Grüne, jedoch keine aus dem Bezirk Winterthur-Land.

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Der Alte und die Jungen, so könnte man die Liste der Grünen im Bezirk Winterthur-Land zusammenfassen. Auf Listenplatz eins befindet sich der 66-jährige Biolandwirt Urs Hans aus Turben­thal, der von 2007 bis 2015 bereits im Kantonsrat sass. Zuvor war er während zwölf Jahren in der Primarschulpflege Turbenthal tätig. Er will sich für «zukunftsfähige Energien» und eine Landwirtschaft einsetzen, die gesunde Lebensmittel produziert. Pestizide sind ihm ein Dorn im Auge.

«Mehr geerdet als Urbane»

Vor vier Jahren wurde Hans abgewählt, die Grünen vom Bezirk Winterthur-Land verloren ihren einzigen Sitz. «Ich war damals wirklich baff», sagte Hans während der gestrigen Medienkonferenz im Winterthurer Restaurant Obergass. Seither ist im Kantonsrat kein grüner Landwirt mehr vertreten. Ein solcher sei wieder nötig, sagt Hans. Landwirte seien «schon mehr geerdet als die urbanen Grünen».

Nun wollen sie den verlorenen Sitz wieder zurückerobern. «Schön wären zwei Sitze, aber das ist illusorisch», sagt Hans. Er würde sich freuen, wenn die bürgerliche Mehrheit wieder aufgebrochen würde. «Dann müssen sie auch wieder Allianzen mit anderen Parteien schmieden, um ihre Ziele zu erreichen.»

Die Zeichen stehen angesichts des trockenen Sommers 2018 und des aktuellen Klimastreiks gut. Das Engagement der jungen Generation zeigt sich auch anhand der Kandidatenliste. So tritt etwa die 20-jährige Medizinstudentin Nora Keller aus Seuzach an. Sie will sich vehement gegen den Klimawandel einsetzen: «Wir sind durch unser Konsumverhalten alle Teil des Problems, und es steht somit in unser aller Macht, auch Teil der Lösung zu sein.» Nebst Privatpersonen sollen auch grosse Unternehmen und der Staat einen Beitrag zum Umweltschutz leisten, findet Keller.

«Aufklärung betreiben»

Der 30-jährige Rickenbacher Jürg Strauss, wie Hans auch Biolandwirt, und Winzer kandidiert ebenfalls. «Ich habe in den letzten Jahren gelernt, dass wir mit biologischem Landbau die Welt ernähren könnten», sagt er. Als Basis unseres Lebens sieht er den Boden, den er «ohne Wenn und Aber» schützen möchte. Ein biologisch gesunder Humus könne zudem grosse Mengen an CO2 speichern. Er wolle mit seiner Politik «Aufklärung betreiben».

Pascale von Allmen, 25-jährig aus Hettlingen, komplettiert die Liste. Die Logopädin will sich nebst dem Klimaschutz auch für Bildung und Gleichstellung einsetzen. Konkret will sie ausländische Kinder beim Sprachenlernen früh fördern, das sei der «Schlüssel zur Integration». Auch das duale Bildungssystem möchte sie stärken. In der Schule plädiert sie für eine Förderung von alltagspraktischen Fähigkeiten wie Kochen, Werken und Handarbeit.

Allen gesellschaftlichen Tendenzen zum Trotz: Für die Grünen wird es kein Selbstläufer. Die Region gilt als konservativ, zudem stimmen die Jungen unterdurchschnittlich oft ab. (Der Landbote)

Erstellt: 09.02.2019, 08:05 Uhr

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