Tösstal

Die S11 soll ab 2035 in Turbenthal statt in Wila wenden

Wila könnte den direkten Anschluss an Zürich in 16 Jahren wieder verlieren. Die Gemeinden Zell und Wila wollen das jetzt schon verhindern. Turbenthal wartet zuerst konkretere Pläne ab.

Die neue Verbindung ins Tösstal könnte sich wieder ändern. Foto: hd

Die neue Verbindung ins Tösstal könnte sich wieder ändern. Foto: hd

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In einem Planentwurf des Zürcher Verkehrsverbundes (ZVV) ab 2035 führt die Linie S11 nicht mehr wie heute von Zürich bis nach Wila, sondern nur noch bis nach Turbenthal.

Der Grund dafür ist, dass man kürzere Wendezeiten erwartet, wie Thomas Kellenberger, Leiter Kommunikation bei den ZVV, mitteilt: «Bereits eine kleine Verspätung des einfahrenden Zugs könnte nicht mehr aufgefangen werden und würde so die gesamte Linie destabilisieren.»

«Die geplante Kürzung der S11 ist für Wila unschön und unverständlich»

Auch andere Linien wären potenziell von solchen Verspätungen betroffen. Gemessen an der heutigen Nachfrage sei eine Wende in Turbenthal zudem grundsätzlich vertretbar, sagt Kellenberger weiter.

Allerdings verfüge der Bahnhof Turbenthal nicht über ein entsprechend notwendiges Wendegleis. Insofern sei die aktuelle Wende in Wila aus betrieblicher Sicht ideal.

Entschieden ist derzeit aber noch nichts. Und die Ausgangslage ist komplex. Ob die Züge weiterhin bis nach Wila fahren oder nicht, sei von den umfangreichen und anspruchsvollen Infrastrukturausbauten im Rahmen des Ausbauschritts 2035 (Step 2035) abhängig, sagt Kellenberger.

Dazu gehörten insbesondere der Brüttener Tunnel und Ausbauten beim Bahnhof Stadelhofen. Genauere Angaben zu den Auswirkungen auf die S11 im Tösstal könnten so weit im Voraus deshalb noch nicht verlässlich gemacht werden.

Zell ruft zum Zugfahren auf

Der Gemeinderat in Wila beobachtet die geplanten Änderungen dennoch mit Sorge und will sich dafür einsetzen, dass die S11 weiterhin bis nach Wila fährt. «Die auf 2035 geplante Kürzung der S11 ist für eine Gemeinde mit grossem Entwicklungspotenzial wie Wila unschön und teilweise unverständlich», lässt sich Gemeindepräsident Hans-Peter Meier im «Tössthaler» zitieren.

Unterstützung erhält Wila aus Zell. Der dortige Gemeinderat hat die Einwohner kürzlich dazu aufgerufen, vermehrt den Zug zu benutzen. Denn für den ZVV sei die fortlaufend gemessene Passagierzahl betriebswirtschaftlich massgebend. «Diese Kennzahl ist bislang nicht optimal», heisst es in einer Mitteilung des Zeller Gemeinderats.

Nur wenn die Linie öfter genutzt werde, könne ein ÖV-Abbau im Tösstal vermieden werden. Zurückhaltender äussert sich Turbenthal zum Fahrplanentwurf. «Die Gemeinde hat sich in der Vergangenheit für einen Anschluss an die S11 eingesetzt», teilt Gemeindepräsident Georg Brunner auf Anfrage mit.

Die Planung für 2035 stehe am Anfang. Der Gemeinderat warte konkretere Planungsergebnisse ab, bevor er sich ein Urteil bildet.

Erstellt: 08.08.2019, 18:03 Uhr

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