Elsau

Die Schule darf einen Anbau planen

Die Primarschule Elsau ist eigentlich jetzt schon zu klein. Wie viele Kinder in den nächsten Jahren zuziehen werden, ist unklar. Deshalb waren an der Gemeindeversammlung nicht alle damit einverstanden, bereits jetzt eine Erweiterung zu planen.

Die Infrastruktur der Primarschule Elsau ist veraltet, aber immerhin auf dem Spielplatz können sich die Kinder über neue Spielgeräte freuen.

Die Infrastruktur der Primarschule Elsau ist veraltet, aber immerhin auf dem Spielplatz können sich die Kinder über neue Spielgeräte freuen. Bild: Johanna Bossart

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Die Primarschule Elsau hat ein Platzproblem. Im Schuljahr 2019/20 werde eine 16. Klasse aufgehen und die Platzreserven seien aufgebraucht, schilderte Schulpräsident Roman Arnold am Montagabend den 60 Anwesenden an der Gemeindeversammlung. «Der aktuelle Bedarf kann durch Optimierungen und Umbauten gedeckt werden, das geht aber teilweise auf Kosten von Gruppenräumen oder Fachzimmern», sagte er. Auch die Oberstufe gleich nebenan könne nicht mehr aushelfen. Mit der neuen Bau- und Zonenordnung, die die Elsauer im letzten Jahr abgesgnet haben, wurde neues Bauland erschlossen und soll die Einwohnerzahl der Gemeinde weiter steigen.

Platz für 20 Klassenzüge

Die Primarschule Elsau geht davon aus, dass mittelfristig Platz für 20 Klassenzüge benötigt wird. Am Montagabend legte die Schulpflege der Versammlung deshalb einen Objektkredit über 190 000 Franken vor, mit dem ein entsprechendes Bauprojekt ausgearbeitet werden soll. Im Kredit enthalten seien eine Machbarkeitsstudie und ein Planerwahlverfahren, erläuterte Arnold. Die Studie sei nötig, weil die Primarschule herausfordernde Voraussetzungen habe. Eine Erweiterung sei längst nicht überall möglich. «Die Studie leistet relativ viel Vorarbeit», sagte Arnold. Im Planerwahlverfahren will man in einer ersten Phase fünf Bewerber auswählen. Diese reichen in einer zweiten Phase Lösungsvorschläge zu einem Kernaspekt des Bauprojekts ein. Daraus wählt ein Gremium den Gewinner.

Bereits vor einem Jahr wollte die Primarschulpflege einen Objektkredit über 250 000 Franken vor die Versammlung bringen, zog ihn aber im letzten Moment zurück. Unter anderem hatte die Rechnungsprüfungskommission (RPK) kritisiert, dass das Wettbewerbsverfahren zu teuer ausfalle. «Mit dem Planerwahlverfahren schöpfen wir zwar nicht das ganze Potenzial aus, aber es kommt deutlich günstiger», sagte Arnold. Auch die RPK erklärte sich damit einverstanden und empfahl das Geschäft zur Annahme.

Doch das sahen nicht alle Anwesenden so. Die Präsidentin der Elsauer SVP beantragte im Namen der Partei, den Kredit zurückzuweisen. Man solle abwarten, bis die Gestaltungspläne für die Gebiete Rietwiesen und Rifenbrunnen definitiv seien, sagte sie. «In der Vergangenheit ist es oft anders gekommen als gedacht. Wir rechnen nicht damit, dass wahnsinnig viele Kinder zuziehen.» Sie gehe davon aus, dass es noch mindestens sechs bis zehn Jahre dauern werde bis zum Bau der neuen Siedlungen «wegen all der Einsprachen, die kommen werden.»

Idee: externer Kindergarten

Gleich im Anschluss äusserte sich ein Vertreter der lokalen FDP. Er lobte zuerst die Arbeit der Schulpflege und brachte dann keinen Antrag, aber eine Anregung ein: «Man denkt jetzt vor allem an Anbauten am bestehenden Ort, wäre als Option nicht auch ein externer Kindergarten denkbar?» Etwa in Schottikon, das hätte kürzere Schulwege und weniger Transporte zur Folge, erklärte er. Dann fügte er noch an, dass die FDP durchaus auf ein starkes Schülerwachstum hoffe.

Zuletzt meldete sich noch ein Votant ohne Partei im Rücken, der sich dafür aussprach, den Kredit zumindest ein bis zwei Jahre aufzuschieben. «Sonst kommt es so heraus wie beim Bahnhof Winterthur, wo man ein neues Gleis baut und jetzt schon weiss, dass das nicht ausreicht.»

Die grosse Mehrheit der 60 Anwesenden folgte schliesslich dem Antrag der Schulpflege, lehnte den Rückweisungsantrag der SVP ab und gab die 190 000 Franken zur Planung frei. Die restlichen Geschäfte der Oberstufenschulgemeinde und der Politischen Gemeinde genehmigten die Stimmberechtigten jeweils diskussionslos. (Landbote)

Erstellt: 13.06.2018, 16:45 Uhr

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