Insekten

Die Wespen profitieren vom Wetter

Heiss und trocken, so mögen es Wespen. Die Feuerwehren in der Region Winterthur müssen unterschiedlich oft zu Nestern ausrücken.

Wespen sind eigentlich Nützlinge. Manchmal muss man sie trotzdem bekämpfen.

Wespen sind eigentlich Nützlinge. Manchmal muss man sie trotzdem bekämpfen. Bild: Andreas Wolfensberger

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

In den Einsatzlisten der Feuerwehren finden sich immer wieder Einträge wie «Wespennest an Einfamilienhaus entfernt». Die Tiere profitieren vom warmen und trockenen Wetter seit dem Frühling.

«Da gehts bei den Insekten vorwärts und sie vermehren sich», sagt Andreas Klöppel, Betriebsleiter Obstbau beim landwirtschaftlichen Kompetenzzentrum Strickhof.

Da könne es schon passieren, dass es kurzfristig zu einer Wespenplage komme. In der Obstanlage des Strickhofs habe er aber bis jetzt nicht übermässige viele der Tierchen festgestellt.

Mehr als in Vorjahren

Urs König, Feuerwehrkommandant Turbenthal-Wila-Wildberg, sagt: «Es sind schon mehr als in anderen Jahren.» Vor den Sommerferien habe es einige Einsätze gegeben, zurzeit seien es weniger, wohl auch weil viele Leute in den Ferien seien. Zudem greife man nicht immer ein, sagt König.

«Es ist ein intensives Wespenjahr.»Robert Frauenfelder,
Kommandant 
Feuerwehr Eulachtal

«Wespen sind auch Nützlinge. Wenn sie nicht zu fest stören, versuchen wir, sie in Ruhe zu lassen.» Auch Robert Frauenfelder, Kommandant der Feuerwehr Eulachtal sagt: «Es ist ein intensives Jahr.» Ob es gleich ein Rekordjahr sei, wisse er nicht, aber es habe zurzeit viele Wespen: «Wir hatten schon ein paar Einsätze.» Frauenfelder erwartet nochmals einen Anstieg, wenn Früchte wie Birnen und Zwetschgen reif sind. «Das wird sie anziehen.»

Auch im Eulachtal prüft die Feuerwehr bei jedem Einsatz, ob sie die Wespen tatsächlich vergiften muss oder ob sie umgesiedelt werden können. «Oft stecken sie leider zu tief in einem Rollladenkasten oder ähnlichem, als dass wir sie herausholen könnten», sagt Frauenfelder.

Biologin Gabi Müller, Leiterin der Schädlingsprävention und -beratung der Stadt Zürich sprach gegenüber dem «Tages-Anzeiger» ebenfalls von einem «extremen Wespenjahr». Die Insekten begannen früh damit, ihren Staat aufzubauen.

Aber nicht überall scheinen die Wespen gleich aktiv zu sein. «Gestern wurde uns ein Nest gemeldet, aber ansonsten habe ich nichts Aussergewöhnliches festgestellt», sagt Hanspeter Bruderer, Kommandant der Feuerwehr Flaachtal.

In Neftenbach sei die Wespensituation ebenfalls im üblichen Rahmen, sagt Kommandant Christoph Frei: «Wir hatten nicht so viele Einsätze, vielleicht haben sich die Leute auch selbst um die Nester gekümmert.» Ausserdem merke man, dass Ferien seien: «Das halbe Dorf ist leer.»

Im Winter wird es besser

Auch Martin Käser, Kommandant der Feuerwehr Andelfingen und Umgebung urteilt: «Die Situation ist ähnlich wie in den Vorjahren.» Er habe zudem das Gefühl, dass die Leute im Weinland oft selbst anpacken würden.

«Vom Winterthurer Rettungsdienst habe ich gehört, das verhältnismässig wenig Anrufe aus dem Weinland kommen.» Da unterscheide man sich vielleicht etwas von den Städtern. «Der Weinländer geht eher mal noch in die Landi und kauft selbst einen Spray gegen Wespen.»

Aber auch wenn die Plage gross zu sein scheint, so dauert sie nicht ewig an, sagt Andreas Klöppel vom Strickhof: «Gegen den Winter zu wird die Wespenpopulation wieder schrumpfen.» Anders als bei den Bienen bildeten Wespen keine riesigen Staaten und alte Nester würden auch nicht erneut besiedelt.

(Der Landbote)

Erstellt: 03.08.2018, 17:05 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@landbote.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 052 266 99 85. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@landbote.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 052 266 99 85. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare