Zell

Die Zukunft interessiert nur wenige

Nur 2,5 Prozent der Bevölkerung nahmen an einer Umfrage zur Zukunft Zells teil – Jugendliche und Senioren fast gar keine. Die Ergebnisse sind für die Gemeinde trotzdem wertvoll.

Vor allem Mehrfamilienhäuser wollen die Zellerinnen und Zeller laut Umfrage, wie hier in Kollbrunn.

Vor allem Mehrfamilienhäuser wollen die Zellerinnen und Zeller laut Umfrage, wie hier in Kollbrunn. Bild: Heinz Kramer

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Es geht um die grossen Fragen, doch in Zell scheinen diese kaum jemanden zu bewegen: Was fehlt in Rikon? Welche Art von Wohnraum soll in Kollbrunn entstehen? Und braucht es neue Busverbindungen in Rämismühle? Bis Ende Juni konnten die Zellerinnen und Zeller mitteilen, wo ihnen der Schuh drückt und was sie an ihrem Wohnort schätzen: mittels Umfrage, online oder brieflich. Getan haben dies nur gerade 144 Personen, was 2.5 Prozent der Bevölkerung entspricht.

«Zufriedene Zeller»

«Wir rechneten mit acht bis zehn Prozent Rücklauf», sagt Bausekretär Peter Obrist. Es sei schade, dass nicht mehr Personen an der Umfrage teilgenommen haben.

2013 sagte das Schweizer Stimmvolk Ja zur Revision des Raumplanungsgesetzes. Nun müssen die Gemeinden ihre Zonenpläne anpassen und dazu Vorschläge ausarbeiten. Um die Zukunft von Zell zu gestalten, spielen statistische Werte wie das Bevölkerungswachstum eine Rolle. Mithilfe der Umfrage sollte nun der Puls der Bevölkerung gemessen werden.

«Wir rechneten mit acht bis zehn Prozent Rücklauf.»Peter Obrist, Bausekretär 

«Trotz der unterdurchschnittlichen Beteiligung sind die Ergebnisse wertvoll», sagt Christoph Lanker vom Raumplanungsbüro «Remund & Kuster». Dieses berät die Gemeinde Zell und führte die Umfrage durch. Wichtig sei, dass die Resultate richtig interpretiert werden. So müsse berücksichtigt werden, dass fast niemand unter 26 und über 76 an der Umfrage teilnahm. «In Zell scheinen sich die Leute grundsätzlich sehr wohlzufühlen, wie die Ergebnisse zeigen», sagt Lanker. In Gemeinden mit mehr Unzufriedenheit nähmen jeweils deutlich mehr Personen an den Umfragen teil.

Dorfkern kritisiert

Ländliche Umgebung und gute Anbindung an die Städte – was wie ein Slogan klingt, sind laut den Umfrageergebnissen auch die meist geschätzten Merkmale Zells. Hingegen kommt das Dorfzentrum von Kollbrunn schlecht weg. Auffällig viele Umfrageteilnehmer sehen Handlungsbedarf bei der Gestaltung des Dorfkerns. Mehr als die Hälfte ist hingegen mit dem Sport-, Freizeit- und Kulturangebot zufrieden.

Geht es nach der Bevölkerung von Zell, soll neuer Wohnraum vor allem durch die Sanierung von bestehenden Gebäuden entstehen und nicht durch eine dichtere Bauweise. Zudem will fast niemand Hoch- oder Terrassenhäuser. Grossen Zuspruch findet dafür der Bau von Mehrfamilienhäusern.

Bevölkerung weiterhin fragen

Mithilfe der Umfrageergebnisse und anderen Auswertungen des Raumplanungsbüros erarbeitet der Gemeinderat nun ein Strategiepapier, das im Sommer 2019 fertig werden soll. Danach muss der Kanton dieses genehmigen, ehe schliesslich der neue Zonenplan erarbeitet werden kann. «Wir werden die Bevölkerung auch weiterhin in die Raumplanung miteinbeziehen», sagt Bausekretär Peter Obrist.

Obwohl sich anscheinend nur wenige Zellerinnen und Zeller darum scheren. (Landbote)

Erstellt: 10.10.2018, 15:58 Uhr

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