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Diskussion um Kreuz in der Kirche

Die evangelische Kirchenpflege Aadorf-Aawangen ist sich uneinig, ob ein Kreuz in ihre Kirche gehört. Sie will das Thema an der nächsten Gemeindeversammlung mit ihren Mitgliedern diskutieren.

Auf dem Turm steht schon lange ein Kreuz, in der reformierten Kirche Aadorf wäre es ein Novum.
Auf dem Turm steht schon lange ein Kreuz, in der reformierten Kirche Aadorf wäre es ein Novum.
Marc Dahinden

«Es ist kein «schönes» Zeichen, aber ein sehr bedeutsames», steht in der Einladung zur Versammlung der evangelischen Kirchgemeinde Aadorf-Aawangen. Traktandum Nummer sechs beschäftigt sich mit der Frage, ob ein Kreuz in die Kirche Aadorf gehört.

Man habe das Thema in der Vorsteherschaft kontrovers diskutiert und sich deshalb entschieden, es an der Kirchgemeindeversammlung von nächstem Dienstag zu behandeln, sagt Kirchenpflegepräsident Stefan Kormann: «Wir möchten eine offene Diskussion führen und die Ansichten unserer Kirchgänger dazu abholen.»

«Galgen und Mordinstrument»

Er selbst sei katholisch erzogen worden und sehe ein Kreuz nicht als etwas Negatives, sagt Kormann. Doch es habe auch andere Stimmen gegeben: Sie hätten das Kreuz als Galgen oder Mordinstrument bezeichnet und wollten keinesfalls eines im Kirchenraum. Kreuzlos ist die Kirche in Aadorf freilich nicht, auf dem Kirchturm neben dem Hahn steht schon lange eines.

Die Diskussion um ein zweites Kreuz sei nach der Renovation der Kirche aufgekommen, sagt Kormann. Man habe einen alten Wandteppich abgehängt und nutze die leere Wand nun als Projektionsfläche für Bilder oder Liedtexte. «Ein Kirchenbesucher hat daraufhin angeregt, ob an die leere Wand nicht ein Kreuz gehörte.» Die Wand selbst eigne sich dafür zwar nicht, da sie für Projektionen frei bleiben soll, aber die Frage habe man dennoch aufgenommen, sagt Kormann.

Andere Kirchen, andere Sitten

In der Einladung zur Gemeindeversammlung heisst es: «Da das Kreuz auf das Zentrum unseres Glaubens verweist und wir uns in vielen Predigten und Liedern darauf beziehen, kann es sinnvoll sein, es auch im Kirchenraum vor Augen zu haben.»

«Ich habe auch die Frage gehört, ob wir denn jetzt wieder katholisch seien.»

Steffen Emmelius, Reformierter Pfarrer

Pfarrer Steffen Emmelius bleibt zurückhaltend: «Wir haben uns im Pfarrteam noch nicht festgelegt, wir möchten einfach offen und ehrlich diskutieren.» Das Kreuz gehöre zum Christentum und es gebe auch verschiedene Beispiele von reformierten Kirchen, in denen ein Kreuz aufgehängt sei. Aber manche Gemeindemitglieder sähen das dezidiert anders, auch als deutliche Abgrenzung zu katholischen Kirchen.

Eine ähnliche Diskussion habe man etwa auch bei der Wiedereinführung der Osterkerzen geführt: «Da habe ich auch die Frage gehört, ob wir denn jetzt wieder katholisch seien. Aber das hat für mich nichts miteinander zu tun», sagt Emmelius.

Man wolle in Aadorf keine Grundsatzdebatte führen oder gar andere Kirchgemeinden in Zugzwang bringen. Die Situation sei von Ort zu Ort wieder eine andere: «Wir möchten mit dem Thema einfach niemanden überfahren», sagt Emmelius. Würden sich nächsten Dienstag wider Erwarten viele Mitglieder gegen ein Kreuz aussprechen, dann würde man das aufnehmen und weiterschauen.

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