Zum Hauptinhalt springen

Dorfmetzgerei behauptet sich auch gegen Grossverteiler

Seit 20 Jahren verkauft Metzgermeister Michael Steiner sein Fleisch in Elsau.

Das Team um Metzger Michael Steiner (zweiter von links) verkauft Produkte aus dem Dorf.
Das Team um Metzger Michael Steiner (zweiter von links) verkauft Produkte aus dem Dorf.
Madeleine Schoder

Im März 2000 hat Metzger Michael Steiner sein Geschäft in Elsau eröffnet. Im Gespräch mit dem 52-Jährigen hört man’s heraus: Stolz klingt schon mit in seinen Worten, wenn er von der 20-jährigen Firmengeschichte erzählt. In der heute 170 Jahre alten Liegenschaft an der Elsauerstrasse war vorher eine Bäckerei ansässig. Um seine Doppelstrategie mit Metzgerei und Catering-Service zu realisieren, musste er damals viel in bauliche Anpassungen investieren bevor er loslegen konnte.

Seine Eltern, die bis dahin eine Metzgerei in Rickenbach betrieben, unterstützten ihn bei seinem Start in die Selbständigkeit. Bei Geschäftsbeginn beschäftigte er vier Angestellte, zwischendurch waren es dann auch mal bis zu sechs Mitarbeitende und heute rechnet Steiner mit 200 Stellenprozenten.

Söhne unterstützen

Besonders freut sich der Metzgermeister heute, dass gegenwärtig gleich zwei seiner Söhne im Betrieb tätig sind. Beide Sprösslinge haben ursprünglich den Beruf des Zimmermanns erlernt. Während der ältere Sohn, Tobias sich gerade beruflich neu orientiert und deshalb teilzeitlich im Metzgereibetrieb aushilft, hat sich der jüngere Sohn, Etienne, entschieden eine Zweitausbildung zum Detailhandelsfachmann Fleischwirtschaft im väterlichen Betrieb zu absolvieren. Zusammen mit einer Teilzeit-Angestellten schmeissen die drei Steiner-Männer gegenwärtig den Betrieb. Unter dem Motto «Mehr als Fleisch» bietet das Geschäft nebst Fleisch und Wurstspezialitäten eine breite Palette weiterer Lebensmittel des täglichen Bedarfs an. So finden sich nebst Käse und weiteren Milchprodukten auch Brot, Eier, Obst, Gemüse und Getränke im Angebot. «Es brauche ein breites Sortiment», erklärt Steiner. Der Anreiz bei ihm einzukaufen sei damit grösser und seine Kundschaft schätze die Bioprodukte aus der Region.

Überhaupt empfindet es der Geschäftsmann als besonderen Trumpf gegenüber der Konkurrenz der Grossverteiler, dass sein Fleisch direkt aus dem Dorf kommt. Steiners Hauptlieferanten sind denn auch ganz in der Nähe: Zum einen ist es der Landwirtschaftsbetrieb des Pestalozzihauses und zum anderen der ebenfalls in Elsau ansässige Bio-Landwirtschaftsbetrieb von Ilze und Markus Eichholzer, bei denen er auch einen Teil seines Gemüses bezieht. «Kunden die genau wissen wollen woher mein Fleisch kommt, können sich diese Betriebe gerne anschauen», sagt Steiner. Zum Leitspruch «Mehr als Fleisch» zählt er auch die Pflege der persönlichen Beziehung zur Kundschaft. Und selbstverständlich habe er die neuen Essgewohnheiten der Konsumenten zu spüren bekommen. Gerade im Cateringbereich würden zunehmend vegetarische und auch vegane Gerichte bestellt, hält er fest.

Schwierige Personalsuche

Da der Sohn Etienne nun bald vor dem Lehrabschluss steht und danach einige Zeit reisen möchte, sucht Steiner dringend eine Detailhandelsfachperson. Auf sein Inserat welches seit einem Monat läuft, habe sich noch niemand gemeldet. «Ich hoffe ich finde jemanden, sonst weiss ich noch nicht was ich dann mache», sagt er. Und ergänzt: «Mein Problem ist nicht, dass zu wenig läuft, sondern dass ich das geeignete Personal nicht habe.» Leider musste das Steiner-Team das geplante Jubiläumsfest, das auf dem Platz in unmittelbarer Nachbarschaft zum Pflegezentrum «Sonne» stattgefunden hätte, wegen des Coronavirus’ absagen. «Wenn es die Situation wieder erlaubt, wird das Fest nachgeholt.»

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch