Elgg

Ein knappes erstes Ja zur Doppelhalle

Mit 100 Stimmen Unterschied entschieden die Befürworter einer neuen Turnhalle die Grundsatzabstimmung für sich.

Die Abstimmung fiel zu Ungunsten der alten Halle aus. Foto: H. Diener

Die Abstimmung fiel zu Ungunsten der alten Halle aus. Foto: H. Diener

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Fast 50 Prozent der stimmberechtigten Elggerinnen und Elgger äusserten sich heute zur Frage, ob die Gemeinde das Projekt einer neuen Doppelturnhalle grundsätzlich weiterverfolgen soll oder nicht. 849 sprachen sich dafür aus, 741 dagegen. «Das ist kein überwältigendes Ergebnis, aber ich freue mich natürlich trotzdem sehr», sagt Erich Wegmann, Befürworter und Mitglied der Interessensgruppe Mehrfachhalle. Er ist überzeugt, dass die Mobilisierung der Sportvereine zur hohen Stimmbeteiligung beigetragen hat.

Idee mit Vergangenheit

Schon seit Jahren spukt die Idee einer neuen, grösseren Turnhalle durch die Gemeinde Elgg. Nach einem ersten gescheiterten Vorstoss aus Faustballkreisen wurde 2015 die Interessensgruppe Mehrfachhalle gegründet, die die Idee auch offiziell bei der Gemeinde deponierte und eine Machbarkeitsstudie anregte. Im September 2018 präsentierte ein Planungsbüro zwei mögliche Varianten, die auch die notwendige Sanierung und den Ausbau der Primarschule einschlossen.

«Ich werde mich weiter für eine privatwirtschaftliche Lösung einsetzen.»Erich Wegmann,
Interessensgruppe Mehrfachhalle

Klar war: Die Schule braucht keine grössere Turnhalle. Sie kann ihren Platzbedarf auch mit einer sanierten Turnhalle und der Hofstetter Turnhalle als Reserve auf mehrere Jahre hinaus decken. Die erste Ausbauvariante für 12,5 Millionen Franken sah deshalb keine neue Doppelhalle vor. Die zweite schlug für 20 Millionen Franken ein ausgebautes Schulareal sowie eine neue Doppelturnhalle auf angrenzendem Boden der Politischen Gemeinde vor.

Diese beschloss denn auch, bevor im Juni 2019 an der Gemeindeversammlung bereits über einen Projektierungskredit von 1,75 Millionen Franken abgestimmt werden soll, eine Grundsatzabstimmung durchzuführen. «20 Millionen Franken sind ein finanzieller Hosenlupf», sagte Gemeindepräsident Christoph Ziegler. Die Elgger Bevölkerung soll erst an der Urne Stellung beziehen zur Hallenfrage.

Angst vor Steuererhöhung

An der Gemeindeversammlung im Dezember machten die Behörden noch einmal klar, dass sich das Projekt nicht ohne grössere Steuererhöhung würde umsetzen lassen. Nur schon der Ausbau der Primarschule wird in einigen Jahren voraussichtlich zu einem höheren Steuerfuss führen. Die Rechnungsprüfungskommission empfahl, die Vorlage zur Ablehnung. In der Folge äusserten sich auch verschiedene Ortsparteien kritisch, FDP und SVP in Elgg empfahlen ebenfalls ein Nein aus finanziellen Überlegungen.

Im Januar präsentierten die Initianten daraufhin die Option, bei einem Nein eine Halle privatwirtschaftlich zu finanzieren. Erst ab einer Grenze von 70 Prozent Nein-Stimmen wolle man das Projekt ruhen lassen.

Nach dem Ja zur Grundsatzabstimmung ist nun die Gemeinde offiziell mit der Weiterführung des Projekts beauftragt. Die Interessensgruppe ist nicht verpflichtet, sich weiter einzubringen. Doch Wegmann möchte sich weiterhin beteiligen: «Ich bin nach wie vor ein Verfechter einer privatwirtschaftlichen Lösung und ich werde versuchen, dafür in Kontakt mit der Gemeinde zu treten.» Er könne die Angst vor einer «horrenden Steuererhöhung» nachvollziehen.

In Kloten und Schlieren gebe es bereits Beispiele von Turnhallen, die über Stiftungen oder Genossenschaften finanziert worden seien. «Aber es würde auf jeden Fall eine Zusammenarbeit mit der Gemeinde gebe», sagt Wegmann. Nur schon, weil die neue Halle auf deren Boden gebaut werden soll. Die Entscheidung über einen Projektierungskredit wird nun voraussichtlich an der Gemeindeversammlung im Juni getroffen.

(Der Landbote)

Erstellt: 10.02.2019, 17:05 Uhr

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