Illnau-Effretikon

Ein Stahlprofil in den Boden gerüttelt

Gestern haben die Bauarbeiten für ein 3,1 Millionen teures Regenbecken begonnen – mit einem Rammgerät.

Ein Rammgerät rüttelt ein Stahlelement an der Brandrietstrasse in den Boden. Die Bauarbeiten haben begonnen.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die geladenen Gäste montieren die Gehörschutzpfropfen, treten einige Schritte zurück, dann geht es los. Ein Rammgerät packt ein langes Stahlelement, stellt es senkrecht auf den Boden und beginnt zu rütteln. Das Element dringt Zentimeter um Zentimeter in den Boden hinein – bis nur noch ein kleiner Teil davon zu sehen ist.

Es ist das erste Element von vielen, die zu einer Spundwand zusammengesetzt werden, um die Baugrube zu sichern und zu verhindern, dass Wasser von aussen eindringt. Schauplatz ist der Parkplatz an der Effretiker Brandrietstrasse, am Rand der Parkanlage Moosburg. Mit dem Rammgerät haben Tiefbauvorstand Erik Schmausser (GLP) und Abteilungsleiter Dieter Fuchs die Bauarbeiten für ein neues Regenbecken eingeläutet.

Alle waren dafür

«Das Projekt ist für politische Verhältnisse verdächtig einvernehmlich abgelaufen», sagte Schmausser gestern. Nachdem der Stadtrat den erforderlichen Kredit von 3,1 Millionen Franken gesprochen hatte, gab auch die Rechnungsprüfungskommission einstimmig ihren Segen dazu.

«Ich hoffe auf keine bösen Überraschungen.»

Im Parlament passierte das Geschäft im vergangenen März ohne Gegenstimme. Und schliesslich sagten auch noch über 80 Prozent der Stimmbürger an der Urne Ja. Etwas über drei Jahre lang haben die Verantwortlichen alle Details geplant. Und wenn alles gut läuft, sollen die Bauarbeiten Ende 2020 beendet sein.

Das ist nicht selbstverständlich. Und um dies zu bekräftigen, sagte Schmausser: «Ich hoffe auf keine bösen Überraschungen.» Die Stadt hat nämlich beim Bau eines Allwetterplatzes auf der Sportanlage Eselriet vor Jahren schlechte Erfahrungen gemacht. Nach Beginn der Bauarbeiten stellte sich heraus, dass der Boden sumpfiger war als angenommen.

Das verteuerte das gesamte Projekt erheblich. Und auch im Fall des Regenbeckens ist der Baugrund schlecht, wie die städtische Projektleiterin Jimena Somoza sagte. Das Erdreich sei torfig und deshalb nicht sehr stabil. Zudem drücke das Grundwasser nach oben. Die Baufachleute müssen die Baute deshalb speziell gut verankern.

Altes Becken ist zu klein

Ein neues unterirdisches Regenbecken ist darum nötig, weil das bestehende aus dem Jahr 1963 zu klein ist, um eine Überlastung der Abwasserreinigungsanlage zu vermeiden. Denn dort sammelt sich neben Regenwasser auch Abwasser. Bei starkem Regen überläuft es, das Wasser fliesst in den nahen Grendelbach, was wiederum nicht im Sinn der Anwohner sowie des Gewässerschutzes ist.

Auch das neue Becken, das aus zwei Kammern besteht, kann noch überlaufen. Doch dann ist das Wasser derart verdünnt, dass es bedenkenlos in den Bach eingeleitet werden darf. In einer Trommel bleiben nämlich die sogenannten Feststoffe wie Windeln liegen, und in den Becken setzen sich weitere Partikel am Boden ab.

Zu sehen sein wird nur das oberirdische Betriebsgebäude, über das der Zugang zum Becken möglich sein wird. Im Betriebsgebäude wird auch ein öffentliches WC eingebaut.

Erstellt: 29.08.2019, 18:03 Uhr

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles