Neophyten

Eine Aktion wider den unerwünschten Eindringling

Zwischen dem 15. und 17. Juni finden in denGemeinden Aktionen statt, bei denen Wucherpflanzen ausgerissen werden sollen.

Das Einjährige Berufkraut sieht der Margerite sehr ähnlich.

Das Einjährige Berufkraut sieht der Margerite sehr ähnlich. Bild: pd

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

In Illnau hat es sich auf Böschungen in der Nähe des Bahnhofes breitgemacht. Oder in einer schönen Blumenwiese unterhalb der Kirche: das Einjährige Berufkraut. Es wird bis zu einen Meter hoch und seine Wurzeln wachsen ebenso tief in den Boden hinein. Der Laie könnte die Pflanze mit einer Margerite verwechseln. Denn ihre Blüten sehen ähnlich aus. Sie sind innen gelb und aussen weiss, die Blütenblätter jedoch schmaler.

Doch das Berufkraut gehört zu den sogenannten Neophyten. Das sind Pflanzen, die einst zur Zierde aus fernen Ländern importiert wurden, sich ausserhalb der Gärten verbreitet haben und nun die ortstypische Vegetation verdrängen.

Das Einjährige Berufkraut kann, anders als es sein Name vermuten lässt, auch mehrere Jahre alt werden. Es stammt ursprünglich aus Nordamerika und wächst hier vorzugsweise in Wiesen, an Böschungen, auf Kiesflächen und Flachdächern.

Damit sich das Berufkraut und andere Neophyten wie die Goldrute oder der Knöterich nicht noch mehr ausbreiten, ist viel Handarbeit nötig. Deshalb führen Gemeinden immer wieder Aktionstage durch, an denen Freiwillige oder auch Zivildienstleistende die unerwünschten Pflanzen ausreissen.

Schweizweite Aktionen

Mehrere solche Aktionstage finden unter dem Titel «Arten ohne Grenzen» zwischen dem 15. und 17. Juni in der ganzen Schweiz statt. So auch in Illnau-Effretikon. Die Stadt beteiligt sich, indem sie die Bevölkerung etwa auf ihrer Website dazu aufruft, die Pflanzen im eigenen Garten oder auf dem Dach einzudämmen.

«Es ist wichtig, die Pflanze möglichst früh zu erwischen», sagt Barbara Leuthold, Biologin und Vorstandsmitglied von Pro Natura. Denn jede Pflanze produziert 50 000 Samen, die kilometerweit fliegen können.

Der Neophyt muss also möglichst vor der Blüte mit allen Wurzeln ausgestochen werden. Das funktioniert am besten, wenn der Boden feucht ist. Schneidet man das Berufkraut nur zurück, treibt es wieder aus und bildet neue Blüten. Und einmal jäten reicht meist nicht. «Eine oder besser mehrere Nachbearbeitungen sind unbedingt einzuplanen», hält die Abteilung Gesundheit in einer Medienmitteilung fest.

(Der Landbote)

Erstellt: 05.06.2018, 16:44 Uhr

Aktionen in der Region

Die Kantone Aargau, Luzern, Neuenburg, Schwyz, Tessin, Thurgau, Zug und Zürich haben die Aktionstage «Arten ohne Grenzen» initiiert. Sie fanden 2012 erstmals statt und sind mittlerweile ein schweizweites Projekt.

Ziel ist es, die Öffentlichkeit für das Thema Neophyten zu sensibilisieren. Im Kanton Zürich findet am 13. Juni im Sihltal und am 16. Juni in Wald ein Aktionstag statt.

Der Naturschutzverein Hettlingen organisiert am 22. und 23. Juni eine «Zupfaktion» im Baldisriet respektive beim Mädlesten-Wald (Infos: www.nvhettlingen.ch).

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@landbote.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 052 266 99 85. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Bonus-Angebote

Bonus-Angebote

Alle Bonus-Angebote im Überblick.