Tösstal

Das Tösstaler Abwasser soll nach Winterthur

Eine Anstalt soll sich zukünftig um das Tösstaler Abwasser kümmern, das bis 2035 nicht mehr in die Töss, sondern in die Winterthurer Kläranlage Hard fliessen soll. Das Projekt sei positiv für alle Beteiligten, heisst es.

Die Kläranlagen in Bauma und Weisslingen müssen bald aufgehoben werden. Das gesamte Abwasser aus dem Tösstal soll danach über eine neue Verbindungsleitung unter dem Eschenberg hindurch in die Kläranlage Hard in Winterthur (Bild) geleitet werden.

Die Kläranlagen in Bauma und Weisslingen müssen bald aufgehoben werden. Das gesamte Abwasser aus dem Tösstal soll danach über eine neue Verbindungsleitung unter dem Eschenberg hindurch in die Kläranlage Hard in Winterthur (Bild) geleitet werden. Bild: Marc Dahinden

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«Seit 20 Jahren diskutieren wir dieses Projekt, jetzt sind wir im Finale», sagt Susanne Stahl, Werkvorsteherin der Gemeinde Zell.

Im Februar 2019 sollen die Gemeinden Fischenthal, Bauma, Wila, Turbenthal, Zell, Weisslingen und Stadt Winterthur darüber abstimmen, ob das Abwasser des Tösstals nicht mehr in die Töss, sondern durch eine neue Verbindungsleitung in die Kläranlage Hard in Winterthur Wülflingen geleitet werden soll. Bis 2035 soll die neue Verbindung, die unter anderem einen Stollen unter dem Eschenberg hindurch beinhaltet, erstellt werden.

Kläranlagen aufheben

Bereits im Frühling hatte man die technische Machbarkeit des Projekts abgeklärt, nun sind auch die Fragen zur Finanzierung und der Rechtsform geklärt. Die beteiligten Gemeinden wollen eine gemeinsame Anstalt mit dem Namen «Regionale Abwasserentsorgung Tösstal» gründen.

«Es kostet die  Gemeinden nichts,  das Projekt wird über Gebühren finanziert.»Susanne Stahl, 
Werkvorsteherin Zell

Sie soll laut Stahl gleichberechtigt durch Gemeindevertreter verwaltet und von Fachleuten geführt werden. Der Sitz soll sich in der Gemeinde Zell befinden, wo bis jetzt auch der Sitz des Abwasserzweckverbands ist, der dadurch abgelöst wird.

Laut Stahl geht es in der Abstimmung vor allem darum, die Rechtsform der Anstalt festzulegen. «Wir kommen sowieso nicht darum herum, etwas zu machen.» Die Kläranlagen Bauma und Weisslingen sollen aufgehoben werden und die Abwasserleitung in Zell stamme aus 1960 und müsse auch bald ersetzt werden, sagt Stahl. Diskutiert habe man auch die Möglichkeit eines Zweckverbands, diese sei bei einem Projekt dieser Grössenordnung aber nicht wirklich geeignet.

Anstalt mit eigenem Haushalt

Die Stadt Winterthur geht laut einer Mitteilung von insgesamt 35 Millionen Franken an Investitionskosten aus, von denen sie maximal 11 Millionen übernehmen wird.

«Wir kommen sowieso nicht darum herum, etwas zu machen.»Susanne Stahl,  
Werkvorsteherin Zell

Man erwarte, dass die wirtschaftlichen Betriebsvorteile in der Kläranlage Hard, die wegfallende Pumpstation Sennhof und die Einkaufsgebühren der noch nicht angeschlossenen Gemeinden den Beitrag wettmachen werden, heisst es: «Die Gesamtbilanz ist für die Stadt Winterthur positiv.»

Die restlichen Investitionskosten teilen sich Bund, Kanton und die Tösstaler Gemeinden. «Bezahlen müssen die Gemeinden aber eigentlich nichts, das Geld kommt aus dem Gebührentopf», sagt Stahl. Die Abwasseranlagen würden der neuen Anstalt überschrieben, die dadurch über Kapital verfüge und eigenständig haushalten könne.

Die Betriebskosten sollen auf alle angeschlossenen Gemeinden verteilt werden, wobei der Kostenverteiler den jährlichen Abwasseranfall je Anstaltsgemeinde und die Spitzenabwasserflüsse je Gemeinde berücksichtigt.

Wichtig ist Stahl, dass die gemeindeeigenen Leitungen nicht vom Projekt betroffen sind: «Es geht wirklich nur um den Hauptstrom.» Aus den Gemeinden sei bis jetzt überall Zustimmung zu vernehmen gewesen, bald werde es zudem Informationsabende geben. Bei einem Nein im Februar müsste man weitermachen wie bisher: «Dann wird es sehr schwierig, langfristig zu planen», sagt Stahl.

(Der Landbote)

Erstellt: 24.08.2018, 18:03 Uhr

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