Tösslauf

«Eine Aufgabe für eine Generation»

Ein neues Konzept zeigt, wie sich die Töss künftig entwickeln soll. Christian Marti, der Leiter der kantonalen Abteilung Wasserbau, erklärt, was künftig anders werden soll.

Fischgängig und ohne gefährliche Wasserwalze: Die doppelte V-Schwelle in der Töss bei der Bluemetshalden in Dättlikon.

Fischgängig und ohne gefährliche Wasserwalze: Die doppelte V-Schwelle in der Töss bei der Bluemetshalden in Dättlikon. Bild: Marc Dahinden

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Gestern hat das kantonale Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (Awel) sein neues Konzept für den Flusslauf der Töss veröffentlicht. Gibt es denn schon konkrete Projekte?
Christian Marti: Nur dort, wo mit Unterhaltsarbeiten eine ökologische Aufwertung vorgenommen werden kann. Wo Massnahmen zum Hochwasserschutz tangiert sind, handelt es sich um grössere Vorhaben, für welche ein ganz normaler, umfassender Projektierungsprozess eingeleitet werden muss. Dazu werden über die ordentlichen Verfahren direktbetroffene Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer einbezogen werden wie auch Gemeinden sowie weitere Interessensgruppen oder Verbände.

Welche Hotspots sollen zuerst umgesetzt werden?
Priorität hat von unserer Seite her sicher der Abschnitt Leisental, zwischen Sennhof und Reitplatz, in welchem die Töss im Sinne einer ökologisch, naturnahen Entwicklung aufgeweitet werden soll. Unsere Prioritäten liegen zweitens in Wila, wo ein Hochwasserschutzdefizit behoben werden muss. Andererseits soll die Töss dort auch revitalisiert und die Einmündung des Huebbachs aufgeweitet werden.

«In Bauma muss die Töss verschoben werden.»

Und was steht an dritter Stelle?
Platz drei auf der Prioritätenliste nimmt Bauma ein, wo der Dampfbahnverein und die SBB mehr Raum brauchen. Die Töss muss dort darum leicht verschoben werden. Im Zuge dieses Projektes wird sie auch ökologisch aufgewertet werden und einen besseren Hochwasserschutz erhalten.

Das Projekt in Bauma tönt schon sehr konkret.
Zuerst muss der Landabtausch unter Dach und Fach sein. Dieser ist zwar in Diskussion, aber noch nicht spruchreif.

Bis wann sollen die drei ­Prioritäten Leisental, Wila und Bauma umgesetzt sein?
Unser Zeithorizont beträgt acht Jahre.

Und in den übrigen Abschnitten muss die Töss noch lange auf ­ihre Renaturierung warten?
Letztlich handelt es sich bei der Umsetzung des Konzepts um die Aufgabe einer Generation. Während früher die Projekte relativ schnell feststanden, brauchte es dann aber sehr lange, bis sie von Hand umgesetzt waren. Heute ist das genau umgekehrt: Die Projektierung dauert sehr lange und die Realisierung erfolgt dann sehr schnell.

Ein Generationenprojekt: die Töss soll in den nächsten Jahrzehnten sukzessive verändert werden.

(Der Landbote)

Erstellt: 01.06.2018, 10:18 Uhr

Christian Marti ist Leiter Abteilung Wasserbau beim Awel.

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