Seuzach

Einführung der neuen Schulform weckt kritisches Interesse

Der Entscheid, die Lernlandschaften an der Sekundarschule definitiv einzuführen, provoziert Fragen.

Blick auf Trakt 4 (vorne links) und Trakt 3, wo ein Anbau der Lernlandschaften laut Machbarkeitsstudie möglich wäre. Die Häuser an der Heimensteinstrasse wären davon betroffen.

Blick auf Trakt 4 (vorne links) und Trakt 3, wo ein Anbau der Lernlandschaften laut Machbarkeitsstudie möglich wäre. Die Häuser an der Heimensteinstrasse wären davon betroffen. Bild: Marc Dahinden

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die Nachricht der Sekundarschulpflege Seuzach, die Lernlandschaften nach Ablauf der dreijährigen Schulversuchsphase gestaffelt für die ganze Schule einführen zu wollen, weckt Interesse. Dies wurde am internen Austausch zwischen Schulpflege und Anstössern von letzter Woche deutlich, aber auch schon an der Schulgemeindeversammlung von Ende November. In beiden Veranstaltungen wurden kritische Fragen gestellt.

Demnach wurde etwa das Tempo kritisiert, mit dem das neue Unterrichtsmodell des eigenverantwortlichen Lernens eingeführt werde. Sie sei nicht grundsätzlich gegen Lernlandschaften, aber nach einem zweijährigen Schulversuch könne ihrer Meinung nach noch keine aussagefähige Erfolgskontrolle gemacht werden, sagte eine Zuhörerin. Ob dies noch dem ursprünglichen Zeitplan entspreche, fragte ein Teilnehmer.

Der Zeitplan sei von Anfang an so gewesen, nach zwei Jahren eine Evaluation durchführen zu wollen, sagte Schulleiterin Ursula Schönbächler an der internen Infoveranstaltung letzte Woche. «Aufgrund dieser sind wir pädagogisch überzeugt und haben uns entschieden, weitermachen zu wollen.» Auch die Lehrerschaft habe den Wunsch, das Projekt nahtlos weiterzuführen.

Evaluation einsehbar

Die Evaluation ist eine Befragung von Eltern, Schüler- und Lehrerschaft, die Yves Karlen, Leiter der Professur für pädagogisch-psychologische Lehr- und Lernforschung an der Fachhochschule Nordwestschweiz, durchführte. Die Frage, ob die Evaluation eingesehen werden könne, bejahte Schulpräsident Erich Jornot.

«Wir haben bis jetzt keine Kündigungsandrohung.»

Ursula Schönbächler

Eine Teilnehmerin sagte, ihr fehle die Stimme der Lehrerschaft. Dazu teilte Schönbächler mit: Die am Pilotprojekt Involvierten seien einstimmig dafür, die Lernlandschaften fortzusetzen. Sie hätten dies schon nach drei Monaten einstimmig zum Ausdruck gebracht. Nun gelte es, die anderen zu überzeugen. «Wir haben bis jetzt keine Kündigungsandrohung.»

Die Ergebnisse der Evaluation interessierten auch an der Schulgemeindeversammlung im November. Laut Protokoll teilten Schulleitung und Schulpflege dazu mit, Schülerinnen und Schüler würden sich eher noch mehr Lernlandschaften wünschen. Weit über die Hälfte der Eltern mit Kindern seien vom Projekt überzeugt. Es gebe aber schon auch Skepsis: So habe ein Elternpaar zu bedenken gegeben, ihr Kind brauche eine straffe Führung, was in der Lernlandschaft nicht der Fall sei.

Wunsch nach Transparenz

Ein Grossteil der Fragen wurde von Anstössern aufgeworfen. Die neue Schulform macht einen Anbau nötig. Man fühle sich von der Schulpflege zu wenig aktiv und transparent informiert, sagt Monika Sengör, die als Nachbarin davon stark betroffen wäre. «Es geht hier nicht nur um die Anlieger, sondern um ein Projekt, das die Steuerzahler rund sieben Millionen Franken kosten wird.»

Erstellt: 21.01.2020, 09:08 Uhr

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Abo

Eine für alle. Im Digital-Abo.

Den Landboten digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 25.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!