Elgg

Skater haben Grund zur Hoffnung

Was mit dem Sammeln von Unterschriften begann, findet im Gemeinderat von Elgg Gehör. Anders als in Ossingen können die Initianten noch auf den gewünschten Skatepark hoffen.

Simon Stricker zeigt im Jugendtreff in Elgg seinen Vorschlag für einen Skatepark, nach den Wünschen der Jugendlichen.

Simon Stricker zeigt im Jugendtreff in Elgg seinen Vorschlag für einen Skatepark, nach den Wünschen der Jugendlichen. Bild: Nathalie Guinand

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Vier Jugendliche und drei Frauen schauen gebannt auf die Baupläne, die vor ihnen auf dem Tisch im Jugendtreff in Elgg liegen. Gemeinsam mit dem Skateprofi Simon Stricker, der den Skillspark in Winterthur mitgestaltet hat, haben die einige Jugendliche aus Elgg Ideen für ein Modell eines Skateparks gesammelt.

Stricker hat diese gebündelt und auf Papier gebracht. Am Mittwoch stellte er seine Pläne einem Mitglied des Gemeinderats, der Jugendarbeiterin, der Treffleiterin und den Jugendlichen aus Elgg vor.

«Es ist schon mega krass. Wir sind von ‹kaum Hoffnung› zu ‹wir werden ernst genommen› gelangt»

Letztes Jahr haben drei der Skater Unterschriften für einen Skatepark im Dorf gesammelt und diese beim Gemeinderat mitsamt einer Präsentation eingereicht. Der Einsatz der Jugendlichen stiess auf Beachtung. Anfangs war die Behörde zwar skeptisch, denn vor allem ein geeigneter Standort für den Park war schwer zu finden. Doch nun scheint ein potentielles Stückchen Land gefunden. Es befindet sich beim Sportplatz im See in Elgg neben der Finnenbahn.

«Es ist schon mega krass. Wir sind von ‹kaum Hoffnung› zu ‹wir werden ernst genommen› gelangt», sagt Livio und strahlt über das ganze Gesicht. Er und zwei seiner Kollegen waren es, die im letzten Jahr 600 Unterschriften gesammelt und mit Standaktionen auf sich aufmerksam gemacht haben.

Die Pläne von Stricker nun als Visualisierung zu sehen, sei extrem cool: «Er ist auf alle unsere Wünsche eingegangen. Oder er hat sie gleich noch zehn Mal besser umgesetzt», sagt der 14-Jährige. Stricker präzisiert: «Ich habe die Ideen lediglich optimiert, sodass wir das Bestmögliche aus dem Platz machen können.»

Holz ist günstiger

Treppen, Banks, Rampen, Rails, eine Pyramide: all diese Hindernisse hat Stricker in seinem Plan vorgesehen. Ob der Park aus Beton oder mit Elementen aus Holz gestaltet werden soll, ist allerdings noch offen. Ein Skatepark aus Beton habe den Vorteil, dass er länger halte und weniger Wartung benötige. Jedoch sei die Version aus Holz etwa 30 Prozent günstiger. «Uns wäre beides recht», sagt Livio. Denn die Freude darüber, dass ihre Idee tatsächlich realisiert werden könnte, überwiegt.

Ruth Büchi, die als Vertreterin des Gemeinderats anwesend ist, hat vor allem die Kosten im Auge. «Wie hoch das Budget für den Park sein wird, muss ich noch mit meinen Kollegen besprechen», sagt die Gemeinderätin. Zudem sei noch offen, ob nicht auch die 175000 Franken des Jubiläumsfonds der Zürcher Kantonalbank, für den Park verwendet werden könnten. Weil die Kantonalbank 150 Jahre alt wird, erhält jede Gemeinde des Kantons eine Geldsumme.

Dieser Anlauf ist bereits der Vierte, um endlich einen Skatepark in Elgg zu bekommen. Doch so weit kamen die vorherigen Generationen nicht. «Wir konnten inzwischen viele fürs Skaten begeistern», sagt Livio. Einer seiner Kollegen habe bis anhin lieber Fussball gespielt, doch jetzt sei er vom Skatefieber angesteckt. Auch zwei seiner Kolleginnen und viele jüngere Schüler hätten ihn schon um Tipps gefragt.

Deshalb sind Gemeinderat und Jugendliche der Meinung, dass nicht nur die angefressenen Skater etwas vom Park hätten. «Es soll eine Begegungszone werden», sagt die Gemeinderätin. Nach dem Treffen mit Stricker schnappen sich die fünf Jungs gleich wieder ihre Bretter und rollen über den Platz vor dem Jugendtreff.

Erstellt: 17.06.2019, 12:13 Uhr

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