Elsau

Er soll Brände bei Nachbarn gelegt haben

Die Brandserie vom Sommer 2016 scheint geklärt. Laut Staatsanwaltschaft kommt der Brandstifter aus Elsau und soll die Feuer stets in unmittelbarer Nachbarschaft gelegt haben. Damit habe er auch sein näheres Umfeld in Gefahr gebracht.

Die Feuerwehr rückte nur einmal aus, doch insgesamt soll der beschuldigte Elsauer sechs Feuer gelegt haben.

Die Feuerwehr rückte nur einmal aus, doch insgesamt soll der beschuldigte Elsauer sechs Feuer gelegt haben. Bild: zvg

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Gleich zwei Häuser brennen in derselben Nacht. Um 2 Uhr morgens rückt die Feuerwehr nach Elsau aus, weil Anwohner einen Brand in der Garage eines Rohbaus festgestellt haben. Noch während der Löscharbeiten entdeckt eine Polizeipatrouille gleich nebenan ein weiteres Feuer, das dann von den Bewohnern des betroffenen Hauses und den Polizisten gelöscht werden kann.

Prozess steht bald an

Diese zwei Fälle vermeldete die Polizei im September 2016. Schon damals schloss sie Brandstiftung nicht aus. Heute ist klar, dass es sich um eine ganze Serie handelt, schon zuvor hatte der mutmass­liche Täter vier Feuer gelegt. Vor kurzem hat die Staatsanwaltschaft ihre Untersuchungen abgeschlossen und einen Elsauer angeklagt; Ende November wird die Verhandlung vor dem Bezirksgericht Winterthur stattfinden.

«Abschliessend steckte der Beschuldigte draussen auf dem Sitzplatz mittels Streichhölzer  den Sonnenschirm der Geschädigten  in Brand.»Auszug aus der Anklageschrift

Die Feuer soll der Elsauer in unmittelbarer Nachbarschaft seines Zuhauses gelegt haben. Die Anklageschrift beschreibt die kriminelle Karriere des mutmasslichen Brandstifters wie folgt: Im Sommer 2016 begeht er die ersten Taten – direkt vor seiner Haustüre. Kurz nach Mitternacht zerkratzt er mit einem spitzen Gegenstand die gesamte Seite eines Autos und steckt ein Kindervelo in Brand, zudem zündet er ein Velo inklusive Anhänger an. Die Flammen beschädigen auch den Seitenspiegel eines danebenstehenden Autos sowie das Gebäude. Insgesamt verursacht er so einen Schaden von rund 10 000 Franken.

Brand wird entdeckt

Zehn Tage später schlägt er wieder zu. Kurz nach dem Eindunkeln setzt er zwei Häuser weiter einen Veloanhänger in Brand und geht wieder weg. Gleich neben dem Feuerherd stehen mit Brennholz gefüllte Kisten und einige Autopneus, doch der Brand wird früh genug entdeckt und das Feuer greift lediglich auf zwei der Pneus über. Der tatsächliche Schaden hält sich mit rund 1000 Franken in Grenzen, doch weil der Elsauer mit seiner Tat auch eine unkontrollierbare Feuersbrunst hätte auslösen können, wertet die Staatsanwaltschaft dies als versuchte Brandstiftung.

Pneu schmilzt vor Hitze

Nochmals zehn Tage später, kurz vor 2 Uhr, wieder vor demselben Haus: Diesmal zündet der Beschuldigte mehrere Holzharasse an, die mit Brennholz gefüllt sind. Direkt daneben stehen nicht nur Velos und Pneus, sondern auch ein Auto. Das Feuer greift auf zwei Velos über und bringt einen Vorderpneu des parkierten Autos zum Schmelzen. Wieder greifen Dritte ein. Das Auto geht deshalb nicht in Flammen auf und auch ein Hausbrand kann verhindert werden. Ein weiterer Versuch von Brandstiftung, rund 7000 Franken Sachschaden entstehen. Drei Wochen später bleibt es laut Staatsanwaltschaft nicht mehr beim blossen Versuch. Kurz nach 2 Uhr betritt der Elsauer einen Rohbau in seiner Nachbarschaft und zündet eine mobile Heizung an. Es entwickelt sich ein Brand, der nur noch von der Feuerwehr gelöscht werden kann und der einen Schaden von über einer Million Franken verursacht.

Rauch im Schlafzimmer

Nicht mal zwei Stunden später betritt er durch eine unabgeschlossene Türe ein Haus in der Nachbarschaft. Er steigt die Treppe hinauf in den ersten Stock, geht in ein Zimmer und nimmt ein Handy mit, das der dort schlafenden Person gehört. Zurück im Erdgeschoss zündet er ein Stoffsofa und einen Vorhang an. Es entwickelt sich ein gesundheitsschädigender Rauch, der sich bis zu den im oberen Stock Schlafenden ausbreitet. Der Beschuldigte verlässt das Haus über den Sitzplatz und steckt dort noch einen Sonnenschirm in Brand. Die Hausbewohner können den Brand zusammen mit den zu Hilfe eilenden Polizisten löschen.

Diese letzte Tat wertet die Staatsanwaltschaft nicht nur als Brandstiftung, sondern auch als «Gefahr für Leib und Leben von Menschen». Gefährdet seien nicht nur die im betroffenen Haus Schlafenden gewesen, sondern auch diejenigen Personen, die im Nachbarhaus wohnen – und diese gehören zum näheren Umfeld des Beschuldigten. Die Staatsanwaltschaft stuft den Elsauer als schuldunfähig ein und fordert statt einer Freiheitsstrafe die Anordnung einer psychischen Behandlung.

Erstellt: 16.11.2017, 08:19 Uhr

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