Hettlingen

Feuerverbot gilt nicht für Scouts

In der neuen Polizeiverordnung, die von der Gemeinde­versammlung bewilligt wurde, ist das Feuern auf öffentlichem Grund nur noch mit Bewilligung erlaubt. Das warf Fragen auf.

Pfadfinder sollen weiterhin im Wald bräteln dürfen. Auf dem Schulareal hingegen will der Gemeinderat keine Feuerchen mehr dulden.

Pfadfinder sollen weiterhin im Wald bräteln dürfen. Auf dem Schulareal hingegen will der Gemeinderat keine Feuerchen mehr dulden. Bild: Heinz Diener

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Polizeiaufgaben waren an der Gemeindeversammlung das Thema. Genau genommen ging es darum, was zur Aufrechterhaltung von Ruhe, Ordnung und Sicherheit in der Gemeinde erlaubt oder verboten sein soll. Der Gemeinderat legte der Versammlung am Montag eine totalrevidierte und entschlackte Polizeiverordnung zur Genehmigung vor. Redaktionelle Änderungswünsche, die im Rahmen der Vernehmlassung eingegangen waren, seien praktisch alle berücksichtigt worden, sagte Gemeinderätin Marianne Zanola, die in der Exekutive das Ressort Sicherheit inne hat.

Die neue Verordnung enthält lediglich noch 30 statt 52 Artikel. «Es wurden nur wenig materielle Änderungen vorgenommen», sagte Zanola. Neu seien etwa Bestimmungen, Video-Überwachung zuzulassen und Verunreinigung auf öffentlichem Grund zu verbieten. «Damit wurden Instrumente geschaffen, um den Problemen von Vandalismus und Littering begegnen zu können.»

Feuer auf dem Schulareal

Es war dann aber eine ganz andere Bestimmung, die in der Diskussion zu reden gab: Das Feuern auf öffentlichem Grund soll laut neuer Polizeiverordnung künftig nur noch an dafür vorgesehenen Plätzen erlaubt sein. Die Bestimmung werde notwendig, weil heutzutage an vielen ungeeigneten Örtlichkeiten wie etwa auf dem Schulareal Feuer zum Grillieren oder Bräteln entfacht werde, sagte die Gemeinderätin. Dadurch würden öffentliche Anlagen beschädigt.

Einem Bürger gab das Feuerverbot zu denken. «Darf dann die Pfadi an ihrem festen Übungsplatz im Wald am Samstagnachmittag kein Feuerchen mehr machen?», wollte er wissen. Zanola beruhigte: Das Feuern auf öffentlichem Grund sei nicht grundsätzlich verboten und es finde ohnehin meistens in einem Privatwald statt. «Muss der Cevi nun abklären, ob sich sein Übungsplatz im öffentlichen oder privaten Wald befindet?», fragte der Mann ungläubig nach.

Einverständnis einholen

«Selbstverständlich ist Bräteln im Wald weiterhin erlaubt», versicherte Kräuchi. Er gehe aber davon aus, dass man vom Waldbesitzer vorher das Einverständnis einhole. Nachdem Gemeindeschreiber Matthias Kehrli versichert hatte, dass das Feuerverbot verhältnismässig angewendet werde, wurde die neue Polizeiverordnung mit grossem Mehr gutgeheissen.

Die Gemeinde Hettlingen kann in der Laufenden Rechnung ein schwarzes Plus erwarten. Dieses ist laut Bruno Kräuchi «etwas höheren Steuereinnahmen sowie der Ausgabendisziplin» zu verdanken. Für das kommende Budget stellte der Gemeindepräsident dem Publikum am Montag vor dem offiziellen Teil der Gemeindeversammlung ein ausgeglichenes Budget mit einem «leicht schwarzen Ergebnis» in Aussicht. (Der Landbote)

Erstellt: 26.09.2017, 18:15 Uhr

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