Turbenthal

Finanzieller Rückschlag für die Tösstaler Kulturscheune

Der kantonale Lotteriefonds will höchstens eine Million Franken an die Tösstaler Kulturscheune zahlen, beantragt waren drei.

Die Turbenthaler Kulturscheune am Tag der offenen Tür im vergangenen Frühling.

Die Turbenthaler Kulturscheune am Tag der offenen Tür im vergangenen Frühling. Bild: Marc Dahinden

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7.5 Millionen Franken: So viel kostet die Sanierung des Schlossguets, einer Scheune neben dem Schloss Turbenthal. Darin soll ein Tösstaler Kulturzentrum entstehen, die Bibliothek ins historische Gebäude von 1666 umziehen.

Von Anfang an war für die Gemeinde und die mitarbeitende Kommission klar: Ohne externes Geld scheitert dieses Projekt. Vom kantonalen Lotteriefonds hatte man zwischen 2,5 bis 3 Millionen Franken eingeplant, wie Gemeindepräsident Georg Brunner in einer Mitteilung schreibt.

Steuererhöhung wäre nötig

Die Antwort des Kantons fiel allerdings ernüchternd aus: «Es kann mit einem Beitrag an die Instandsetzungsarbeiten von höchstens 450 000 Franken gerechnet werden», schreibt Brunner. Weitergehende Zahlungen von 550 000 Franken seien mit strengen Vorgaben verbunden. «So muss der Bedarf für ein Kulturzentrum aufgezeigt und ein Museumskonzept eingereicht werden», heisst es in der Mitteilung.

«Eine solche Steuererhöhung wäre nicht mehrheitsfähig»

Selbst wenn dies gelingen würde, müsste die Gemeinde weitere 6,5 Millionen Franken auftreiben. Dazu kämen jährliche Betriebskosten von rund einer halben Million Franken. Eine Steuererhöhung wäre unumgänglich. Dabei ist der Steuerfuss mit bis zu 125 Prozent bereits hoch. «Diese Steuererhöhung wäre nicht mehrheitsfähig», sagt Brunner.

Der Gemeinderat hat die Kommission Schlossguet bis im November sistiert. Dann will er während einer Klausur über das weitere Vorgehen bezüglich der Scheune entscheiden. Allerdings ist der Entscheid bezüglich den Lotterie-Millionen noch nicht definitiv.

Fritz Fuhrimann, Mitglied der Kommission und im Vorstand des Vereins für eine Ortsmuseum Turbenthal, zeigte sich im Interview mit dem «Tössthaler» überrascht. Er sagte: «Uns wurde von Anfang an mehr Geld in Aussicht gestellt, unter der Bedingung, dass es sich beim Kulturzentrum um ein Projekt mit regionalem Charakter handelt.» Nun werde man die Suche nach privaten Investoren intensivieren.

Am Tag der offenen Scheune im April war etwa Olympiasieger und Multimillionär Hausi Leutenegger anwesend, der in der Nachbargemeinde Bichelsee-Balterswil aufgewachsen ist. Schon damals schien er nicht abgeneigt, etwas spenden zu wollen.

Aber nicht nur die finanzielle Lage hat sich geändert, auch die politische: Im April war der bisherige Kommissionspräsident Markus Küng aus dem Gemeinderat abgewählt worden. Neu ist Katharina Fenner (FDP) Liegenschaftsvorsteherin.

Sanierung bald notwendig

Die denkmalgeschützte Scheune befindet sich seit 1990 im Besitz der Gemeinde und muss bald saniert werden. Mindestens 1,6 Millionen Franken würde eine minimale Renovation der Wohnung und Aussenmauern kosten.

Bereits 2004 hatte man mit den Gemeinden Hofstetten, Schlatt, Zell, Wildberg, Wila und Sternenberg ein Konzept für ein regionales Kulturzentrum erarbeitet. Wegen zu hoher Kosten stiegen diese drei Jahre später jedoch aus, auch der Kanton beteiligte sich nicht daran.

Der Gemeinderat wollte das Gebäude anschliessend verkaufen, was die Versammlung aber nicht zuliess. Der Verein für ein Ortsmuseum Turbenthal forcierte 2010 die Idee einer privaten Trägerschaft, die bis heute verfolgt wird.

(gab)

Erstellt: 24.07.2018, 15:00 Uhr

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