Seuzach

«Fische empfinden Schmerzen und sind nicht zum Spielen da»

Im Kinder-Fischerkurs stand der verantwortungsvolle Umgang mit der Natur im Vordergrund

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In der Nähe zum Natur- und Vogelschutzgebiet Entenweiher in Seuzach verstecken sich im angrenzenden Wald zwei vom Welsikerbach mit Frischwasser versorgte Weiher, in denen unter anderem Karpfen und Rotaugen leben. Eine Tafel macht darauf aufmerksam, dass Fischen verboten ist. Dennoch herrscht hier am Samstag emsiges Treiben, steht doch der Fischer-Kurs für Kinder im Alter von 10 bis 15 Jahren auf dem Programm.

Im erwähnten Verbot heisst es nämlich auch, dass in der Gemeinde wohnhafte Jugendliche auf der Verwaltung eine Bewilligung zum Fischen erhalten, sofern sie den Kinder-Fischerkurs oder die offizielle Fischereiprüfung absolviert haben.

Die beiden Kursleiter Jean-Pierre Mosimann und Daniel Ventura sind erfahrene Hobby-Fischer. Ihre Motivation für das ehrenamtliche Engagement ist es, Kindern die Annäherung an die Natur in einem Bereich zu ermöglichen, den kaum eines mehr kennt. «Natürlich möchte jeder Fischer irgendwann einen Fisch an der Angel haben. Das dazu nötige Wissen wollen wir vermitteln», sagen sie.

Es sei ihnen aber ebenso wichtig, etwa darauf aufmerksam zu machen, dass der in die Regenwasserdole geworfene Zigarettenstummel in den nächsten Bach geschwemmt und dort vielleicht von einem Fisch gefressen werde, der daran elendiglich zugrunde gehen könne.

Mückenspray und Getränke

Der Kinder-Fischerkurs war auch in diesem Jahr im Nu ausgebucht, denn mehr als zehn Teilnehmer werden nicht zugelassen. Bevor der Informationsteil startet, macht Mosimann darauf aufmerksam, angesichts der hohen Temperaturen immer wieder zu trinken. Zudem lassen aufdringliche Mücken immer wieder nach dem zur Verfügung stehenden Mückenspray greifen.

Mit oder ohne Bewilligung

Während Ventura seiner Gruppe die korrekte Montage einer Fischerrute und die wichtigsten Tipps bei deren Einsatz vermittelt, informiert er die zweite Gruppe über gesetzliche Rahmenbedingungen, die es zu beachten gilt. «Bevor ihr an einem Gewässer die Rute auspackt, müsst ihr wissen, wem es gehört und euch fragen, ob ihr hier fischen dürft oder eine Bewilligung braucht.» So bestehe etwa für den Pfäffikersee ein Freiangelrecht, wo alle von einem Steg aus ihre Angel auswerfen dürfen.

Die Kinder hören konzentriert zu, stellen Fragen und lernen, dass Fische Lebewesen sind, die wie Menschen Schmerzen empfinden. Mosimann: «Mit einem gefangenen Fisch spielt man nicht. Entweder man tötet ihn fachgerecht oder man entlässt ihn sofort wieder in die Freiheit.»

Da in der Schweiz das Fischen mit Widerhaken weitgehend verboten ist, können Fische mit den richtigen Handgriffen von der Angel gelöst werden, ohne sie zu verletzen. Am Nachmittag durften die Kinder umsetzen, was sie gelernt hatten. Schon bald zappelte der erste Fisch an der Angel, der aber wie einige andere die Mindestgrösse unterschritt. Immerhin konnte ein Teilnehmer zwei Karpfen von 20 und 30 Zentimetern Länge mit nach Hause nehmen.

Erstellt: 30.06.2019, 16:17 Uhr

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