Trockenheit

Flickenteppich beim Feuerverbot

Gemeinden gehen unterschiedlich mit der Feuergefahr um. So kommt es auch zu absurden Situationen.

Grillieren auf Holzkohle ist in einzelnen Gemeinden mit besonderen Vorsichtsmassnahmen erlaubt, in anderen nicht.

Grillieren auf Holzkohle ist in einzelnen Gemeinden mit besonderen Vorsichtsmassnahmen erlaubt, in anderen nicht. Bild: David Baer

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In Sennhof ist das absolute Feuerverbot seit kurzem wieder aufgehoben. Allerdings nur auf jener Seite der Töss, die zur Gemeinde Illnau-Effretikon gehört. Auf der Winterthurer Seite ist es nach wie vor verboten, ein Feuer zu entfachen.

Bestimmt ist es sowieso besser, in dieser Gegend in nächster Zeit aufs Grillieren mit Kohle zu verzichten. Denn es gilt zusätzlich das kantonsweite Feuerverbot in Wäldern und in Waldrandnähe. Selbst Gas- und Elektrogrills sind dort in einem Sicherheitsabstand von 200 Metern verboten. Im Winterthurer Siedlungsgebiet wiederum darf man Elektro- und Gasgrills verwenden, solange man vorsichtig ist.

Polizei drückt kein Auge zu

Eine Übersicht über die Vorschriften in allen Zürcher Gemeinden ist kaum möglich. Zumal es an manchen Orten auch noch Spezialregeln gibt. So hat die Gemeindepräsidentin in Seuzach in einer präsidialen Verfügung zwar ein generelles Feuerverbot ausgesprochen, kontrollierte Grillfeuer innerhalb des Siedlungsgebietes und an gesicherten Orten allerdings davon ausgenommen.

«Die Böden sind weiterhin sehr  trocken.»Stefan Nigg, 
Gemeinderat Wiesendangen

Wer in den nächsten Tagen grillieren will, sollte sich also genau informieren, wo was erlaubt ist. Zumal die Kantonspolizei derzeit ein Augenmerk auf Feuersünder hat, wie Mediensprecher Ralph Hirt sagt. «Wir nehmen das sehr ernst.» Seit Ende Juli in Zürich Feuerverbote eingeführt wurden, habe die Polizei mehrere Dutzend Verzeigungen ausgesprochen.

Die Bandbreite der Bussen für ein solches Vergehen ist gross. Bis zu 10 000 Franken kann eine Übertretung in der Region Winterthur kosten, wie Statthalterin Karin Egli-Zimmermann sagt. «Es wird aber immer der Einzelfall geprüft.» Massgebend sei dabei unter anderem, wie gross die Gefährdung gewesen sei.

Unsichere Gemeinden

Damit die Kantonspolizisten überhaupt wissen, was in welcher Gemeinde genau gilt, verfügt die Einsatzzentrale über eine elektronische Lagedarstellung. Die Gemeinderäte, die über die Verbote in ihrem Gebiet entscheiden, verfügen offensichtlich nicht immer über solch aktuelle Informationen: Auf Anfrage des «Landboten» fragen gleich zwei Entscheidungsträger zurück, wie denn andere Gemeinden in der Region oder der Kanton auf die jüngsten Regenfälle reagiert habe. Bis auf Weiteres würden bei ihnen die bisherigen Bestimmungen gelten.

Auch die Gemeinde Wiesendangen orientiert sich an seinen Nachbarn. «Wir halten uns an Winterthur», sagt Gemeinderat Stefan Nigg. Dort besteht das allgemeine Feuerverbot mindestens bis Freitag weiter, wie Peter Weber von der Kommunikationsabteilung sagt. Dann werde die Lage neu beurteilt.

Trockene Böden

Stefan Nigg aus Wiesendangen ist der Meinung, dass sich die Gemeinden aufeinander abstimmen sollten, damit überall ähnliche Regeln gelten. Den Entscheid über ein Feuerverbot fällt er nicht alleine, sondern gemeinsam mit seinen Kollegen in der Sicherheitskommission, in der auch Feuerwehrleute vertreten sind.

«Die Böden in Wiesendangen sind weiterhin sehr trocken», sagt Nigg. Es sei deshalb immer noch gerechtfertigt, das Grillieren mit Holzkohle im Freien zu verbieten. «Die Leute haben dafür in der Regel auch Verständnis.»Dennoch erhält Nigg Telefonate von Leuten, die in nächster Zeit ein Grillfest planen und nach einer Spezialbewilligung fragen, wenn sie denn besondere Vorkehrungen treffen.

«Ich kann jedoch keine Ausnahmen erteilen», sagt Nigg weiter. «Auch nicht, wenn einer alles perfekt vorbereitet. Das Risiko ist einfach zu gross. Wenn es brennt, dann brennt es.»

Aller Voraussicht nach wird sich die angespannte Lage nicht so schnell ändern. Gemäss Wetterprognosen dauert es mindestens bis Freitag, bis wieder etwas Regen fällt.

(Der Landbote)

Erstellt: 15.08.2018, 18:02 Uhr

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