Neftenbach

Fragen zur nächtlichen Lärmbelästigung

Die Lärmnächte vom September 2018 sind nicht vergessen. Acht Personen wollten vom Gemeinderat wissen, nach welchen Kriterien er die Öffentlichkeit über Nachtarbeit in der Tössallmend informiere.

Vom Mischturm der Firma Tobega aus wurde das gegenüberliegende Wohngebiet von Neftenbach drei Tage lang beschallt.

Vom Mischturm der Firma Tobega aus wurde das gegenüberliegende Wohngebiet von Neftenbach drei Tage lang beschallt. Bild: Marc Dahinden

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Drei Nächte lang litten Neftenbacherinnen und Neftenbacher im September 2018 unter Schlafentzug durch Lärm. Der Grund: Das Belagswerk Tobega, das der BHZ Baustoff Verwaltungs AG gehört, lieferte vom 6. bis 12. September jede Nacht Belag aus. Zum Beispiel für den Ausbau des Bahnhofs Winterthur oder die Autobahnbaustelle Zürich-Winterthur.

Neben den nächtlichen Aufträgen des ASTRA, für welche die Firma eine Arbeitsbewilligung, nicht aber eine Lärmbewilligung hatte, gab es jedoch noch einen anderen Grund: Am Hauptmotor der Siebmaschine war das Lager defekt. Das verstärkte den Lärm. Die Tobega-Mitarbeiter konnten den Lärm vom Kommandoraum aus nicht hören. Nach drei Tagen wurde das Problem behoben.

Dutzende beschwerten sich

In jenen Lärmnächten erhielt die Gemeinde Dutzende von Anrufen und Mails. Die Kantonspolizei rückte wegen Reklamationen zweimal aus. Immerhin waren etwa 2000 Personen drei Nächte lang beschallt worden.

«Der Vorfall war wohl einmalig.»Christian Häni
Bausekretär von Neftenbach

Laut Bausekretär Christian Häni handelte es sich dabei aber um einen wohl einmaligen Vorfall, der auf den Maschinendefekt zurückzuführen war. Häni bekräftigt: «Wir hatten vorher noch nie Lärmbeschwerden wegen der Tobega.» Frühere Reklamationen hätten die Firma Toggenburger betroffen.

Überraschender Rückzug

Seit dem Vorfall waren Gemeinderat, Baukommission und Vertreter von Tobega und Toggenburger in Verhandlung. Eine Einigung, welche Klarheit für solche Vorkommnisse schaffen sollte, schien greifbar. Der Gemeinderat fasste einen Beschluss. Doch diesen hätten die zwei Firmen überraschend beim Statthalteramt angefochten, war am Mittwoch an der Gemeindeversammlung zu erfahren.

Acht Anwohner wollten nun in einer Anfrage wissen, weshalb die Gemeinde über die Lärmemissionen nicht transparent informiert habe. Schliesslich sei der Vorfall nun schon sieben Monate her. Man habe weder in den amtlichen Publikationsorganen, noch im Mitteilungsblatt oder auf der Internetseite der Gemeinde etwas dazu gefunden.

Gemeindepräsident Martin Huber sagte, man sei in den Verhandlungen mit Toggenburger und Tobega zur Lärmsituation schon weit gewesen. «Wir dachten im März eine Lösung gefunden zu haben.» Doch dann sei die Anfechtung gekommen. Solange das Verfahren hängig sei, könne man nicht darüber informieren.

Gemeindeschreiber Martin Schmid verdeutlichte am Rande der Versammlung, seines Wissens habe die Gemeinde bisher noch nie eine Ausnahmebewilligung für nächtliche Emissionen erteilt. «Deshalb konnten wir sie auch nicht kommunizieren.»

Vom Mischturm der Firma Tobega aus wurde das gegenüberliegende Wohngebiet von Neftenbach drei Tage lang beschallt.

(Der Landbote)

Erstellt: 06.06.2019, 18:20 Uhr

Zweiter Kandidat fürs Gemeindepräsidium

An der Gemeindeversammlung am Mittwochabend erhielten die Jahresrechnungen von Politischer Gemeinde und reformierter Kirchgemeinde ungeteilte Zustimmung.

Mit zwei Änderungsanträgen wurde auch die revidierte Friedhofs- und Bestattungsverordnung angenommen. Mit grossem Applaus haben die 99 anwesenden Stimmberechtigten schliesslich Gemeindepräsident Martin Huber (FDP) verabschiedet, der nach zehn Jahren im Gemeinderat in den Kantonsrat wechselt.

Vizepräsident Urs Wuffli (FDP), der ihn humorvoll würdigte, gab nach der Versammlung bekannt, dass neben Gemeinderätin Maja Reding Vestner (Freie Wähler) nun auch Friedensrichter Jörg Maier (FDP) seine Kandidatur für das Gemeindepräsidium angemeldet hat. Die FDP Neftenbach teilt dazu mit, man sei bestrebt, die nachhaltige bürgerliche Politik in Neftenbach fortzusetzen.

Der selbständige Unternehmensberater verfüge über grosse Erfahrung in Behördenämtern. Kirchenpflegepräsident Peter Schmid informierte darüber, dass man für die Nachfolge von Daniel Hanselmann mit Pfarrstellvertreter Andreas Goerlich und einem weiteren Kandidaten im Gespräch sei.

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