Neftenbach

Ganz in Weiss – wie wenn es nie grün gewesen wäre

Das neongrüne Haus in Hünikon ist nun weiss. Das Farbexperiment hat kein Nachspiel.

Im Frühjahr leuchtete die Fassade grün (Schieber nach rechts ziehen). Heute ist es der Garten, der dem weissen Haus den Farbtupfer gibt (Schieber nach links).


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Seit gestern ist das Gerüst weg. Und jetzt ist das alte Bauernhaus, das während eines Monats neongrün war, wieder Kernzonen verträglich. «Wir haben es weiss gestrichen», sagen Lea Zubler und Partner Beat Engi, die das Haus an der Hinterdorfstrasse vor fünf Jahren erworben und es im Frühling im Zuge einer bewilligten Dachsanierung äusserlich etwas aufpeppen wollten.

Doch die Farbe, die sie für die Hausfassade ausgesucht haben, war für den Dorfkern der Neftenbacher Aussenwacht, in der das alte Bauernhaus steht, zu grell. Sie vertrug sich nicht mit dem Ortsbildschutz.

Nachträgliches Baugesuch eingefordert

Die Umgebung zeigte sich erstaunt darüber, dass dies bewilligt worden sei. Doch Reklamationen gab es keine. Der aufsehenerregende Neuanstrich blieb indessen auch Bausekretär Christian Häni nicht verborgen.

«Älteren gefiel das grüne Haus, Jüngere fanden es dagegen eher nicht so schön.»


So kam das Thema vor die Baukommission. Diese forderte die Hausbesitzer schriftlich auf, für den unerlaubten Anstrich nachträglich ein Baugesuch zu stellen. Die Kommission machte auch keinen Hehl daraus, dass diese Farbe im Dorfkern chancenlos sei.

Die Hausbesitzer kamen zum Schluss, dass es wohl am einfachsten wäre, das Haus wieder umzustreichen. «Wir entschieden uns für Weiss, weil wir nichts Blasses wollten», sagt die Frau des Hauses. Sie reichten auf dem Bausekretariat zwei Farbmuster ein und erhielten grünes Licht für das Umstreichen, was sie denn auch unverzüglich an die Hand nahmen. Bausekretär Häni legt die Angelegenheit inzwischen unter «erfreulich» ab. «Für uns ist die Sache nun ohne Nachspiel erledigt.»

Unterschiedliche Reaktionen

Zurück bleibt die Erinnerung an einen kurzen Moment in der Geschichte Hünikons – konkret vier Wochen –, in denen ein Haus neongrün vor sich hin geleuchtet hat. Es sei zwar allen klar gewesen, inzwischen auch ihnen selbst, dass die Fassade so nicht bleiben konnte. «Aber gefallen hat sie vielen», sagt Zubler, die in diesem Zusammenhang eine unerwartete Beobachtung gemacht hat: «Vor allem Älteren gefiel das grüne Haus, Jüngere fanden es dagegen eher nicht so schön.»

Erstellt: 05.06.2019, 17:42 Uhr

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