Altikon

Gemeinderat vergibt Auftrag an Mann der Präsidentin

Der Gemeindesaal in Altikon wird saniert. Der Auftrag für neue Fenster ging an den Mann der Gemeindepräsidentin.

Der Auftrag für die Gemeindesaalsanierung in Altikon ging an den Ehemann der Gemeindepräsidentin.

Der Auftrag für die Gemeindesaalsanierung in Altikon ging an den Ehemann der Gemeindepräsidentin. Bild: mas

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Die weisse Farbe blättert ab, die Gummidichtungen sind spröde: Die Fenster im 1949 erbauten Gemeindesaal von Altikon müssen ersetzt werden.

Der Gemeinderat hat den Auftrag an die Schreinerei Baars & Reinli AG in Stadel vergeben, wie er in der aktuellen «Schlosspost», dem gemeindeeigenen Magazin, schreibt. Der Name Reinli lässt aufhorchen, wird die Gemeinde doch seit einem Jahr von Sandra Reinli (parteilos) präsidiert. Tatsächlich gehört die Schreinerei zur Hälfte ihrem Mann, wie ein Blick ins Handelsregister offenbart.

«Grundsätzlich versuchen wir, Firmen aus der Umgebung zu berücksichtigen»Peter Kägi, Gemeindeschreiber Altikon

In der «Schlosspost» werden die Hintergründe dazu nicht weiter ausgeführt. Auf Anfrage erklärt Gemeindeschreiber Peter Kägi, dass er zusammen mit dem Liegenschaftenvorsteher Roland Schenk im Vorfeld drei Firmen per Einladungsverfahren ausgewählt und gebeten hat, eine Offerte einzureichen. «Grundsätzlich versuchen wir, Firmen aus der Umgebung zu berücksichtigen», sagt Kägi. Die kürzeren Wege ergäben aus ökologischer Sicht mehr Sinn. Gemäss Bund muss bei einem Einladungsverfahren mindestens ein Angebot von «einem ortsfremden Anbieter» stammen.

Das billigste Angebot stammte dann tatsächlich von einer Luzerner Firma. Für 33720 Franken offerierte sie den Einbau der neuen Fenster. Die Baars & Reinli AG lag knapp, um 670 Franken, darüber. Die dritte Firma aus Oberohringen deutlicher, mit einer Differenz von rund 1800 Franken.

Doch der Preis ist bei öffentlichen Vergaben nicht das einzige Kriterium. Auf der Website der Baudirektion steht, es sei das «wirtschaftlich günstigste Angebot zu wählen». Auch die Qualität spielt dabei eine Rolle. Im «Fenster-Fall» gewichtete der Gemeinderat die technische Umsetzung mit zehn Prozent. Dort hatte die Zuger Firma das Nachsehen. Weil im Vergleich etwa die Rahmen breiter und die Schalldämmung geringer waren. Ausserdem hätten die Fenster leicht anders ausgesehen.

So kam es zu einem Unentschieden zwischen den beiden lokalen Anbietern. Der Gemeinderat stimmte am Ende für das günstigere Angebot der Baars & Reinli AG. Gemeindepräsidentin Reinli sei dabei in den Ausstand getreten, sagt Gemeindeschreiber Kägi. In den Sommerferien soll saniert werden. Nebst den Fenstern wird auch der Vorplatz neu gestaltet. So soll die Entwässerung angepasst, der Belag erneuert und ein behindertengerechter Zugang erstellt werden.

Erstellt: 09.07.2019, 17:46 Uhr

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