Elsau

Genügend Wasser, aber zu wenig Abnehmer

Der Gemeinderat Elsau hat an der Auwiesenstrasse die Möglichkeit eines Grundwasserverbunds geprüft. Bohrungen zeigten: Wasser ist genügend vorhanden. Trotzdem würde das Vorhaben nicht rentieren.

An der Auwiesenstrasse wird auch in Zukunft nicht mit Grundwasser geheizt werden.

An der Auwiesenstrasse wird auch in Zukunft nicht mit Grundwasser geheizt werden. Bild: Madeleine Schoder

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Bis zu zehn Metern tief waren die Sondierbohrungen, die der Gemeinderat Elsau im April hinter dem Werkgebäude an der Auwiesenstrasse durchführen liess. In dieser Tiefe schliesst Nagefluh die Grundwasser leitenden Schichten ab. Die Bohrungen zeigten: Der Grundwasserstrom der Eulach liefert in diesem Gebiet sogar mehr Wasser, als für die Wärmegewinnung benötigt würde. Der Gemeinderat bezeichnet das in einer Mitteilung als «sehr günstige Ausgangslage» und gab nach weiteren Analysen und Berechnungen ein Gutachten für einen Wärmeverbund in Auftrag. Es sollte prüfen, ob die Liegenschaften an der Auwiesenstrasse 1 bis 19 mit Wärme aus dem Grundwasser versorgt werden könnten. Doch das Gutachten fiel nicht wie erhofft aus.

«Wäre Ideallösung gewesen»

«Es gibt leider zu wenig Abnehmer», sagt Tiefbauvorsteher Adrian Loher. Der Preis für eine Kilowattstunde komme zwischen 23 und 30 Rappen zu liegen, was deutlich zu hoch sei. «Es fehlen grössere Schlüsselkunden wie etwa ein Industriebetrieb, der grössere Mengen beziehen und damit den Preis senken könnte», sagt Loher. Dazu kommt, dass die geplanten Abnehmer einen geringeren Wärmebedarf haben, als man es zuerst berechnet hatte. Die bestehenden Ölheizungen, mit welchen viele der Häuser derzeit noch geheizt werden, seien überdimensioniert und liessen auf höhere Verbräuche schliessen, schreibt die Gemeinde. Aufgrund der wirtschaftlich negativen Grundlage habe sich der Gemeinderat deshalb entschieden, das Projekt Grundwasserverbund Auwiesenstrasse nicht weiter zu verfolgen. Loher bedauert das: «Es wäre aus ökologischer Sicht die Ideallösung gewesen.»

Pellets statt Grundwasser

Als Alternative prüft die Gemeinde nun den Einsatz von Pelletheizungen. «Auch diese Lösung ist umweltbewusst und für die Gemeinde interessant», sagt Loher. So bestünden die Pellets aus Abfallholz und hätten eine neutrale CO2-Bilanz. Es bleibe jedoch jedem Eigentümer selbst überlassen, ob er eine Pelletheizung einbauen möchte oder sich für eine andere Lösung entscheide. «Wir können als Gemeinde niemanden zwingen, aber mit gutem Beispiel vorangehen und umweltfreundliche Alternativen prüfen», sagt Loher. Den Raum, den heute die Ölheizungen beanspruchen, könnte etwa direkt als Pelletlager umgenutzt werden. (Der Landbote)

Erstellt: 30.12.2018, 16:13 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@landbote.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 052 266 99 85. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Newsletter

Das Beste der Woche.

Endlich Zeit zum Lesen! Jeden Freitagmorgen Leseempfehlungen fürs Wochenende. Den neuen Newsletter jetzt abonnieren!