Wiesendangen

Gewerbegebiet ist vom Tisch, Eintrag im Richtplan bleibt aber bestehen

Das Nein zum Wiesendanger Gewerbegebiet hat auf den Richtplan des Kantons keine Auswirkungen, der Eintrag bleibt vorerst. Bei der nächsten Revision wird er aber wohl zur Sprache kommen, glaubt SVP-Fraktionspräsident Martin Hübscher.

Nach dem Nein zum Gewerbegebiet Wiesendangen kommen für die Regionalplanung nun neue Standorte in Frage.

Nach dem Nein zum Gewerbegebiet Wiesendangen kommen für die Regionalplanung nun neue Standorte in Frage. Bild: Heinz Kramer

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Zweimal haben die Wiesendanger ein Gewerbegebiet vor ihrer Haustür abgelehnt: vorgestern mit 51,7 Prozent knapp, im September 2017 mit 64,6 Prozent noch deutlich. Doch Auswirkungen auf den Eintrag im kantonalen Richtplan hat dieser Widerstand nicht. «Dieser Eintrag wird bei einem kommunalen Nein nicht automatisch gelöscht», sagt Markus Pfanner, Mediensprecher der Baudirektion.

Gleichzeitig könne ein solcher Eintrag die Gemeinde aber auch nicht zu einer Einzonung zwingen: «Ob eingezont wird oder nicht, entscheidet die Gemeinde.» Deshalb müsse der Richtplaneintrag nicht entfernt werden. «Grundsätzlich orientiert sich der Richtplan an einem Zeithorizont von 20 bis 30 Jahren», sagt Pfanner.

«Keinen besseren Standort»

Das Problem, dass Industrie und Gewerbe wenig Bauland zur Verfügung haben, bleibt auch nach dem Nein zum Wiesendanger Gewerbegebiet bestehen, wie Michael Domeisen, Geschäftsführer der Standortförderung House of Winterthur, bestätigt: «Viele Unternehmen im Kanton würden ihre Produktion gerne ausbauen.» Den demokratischen Entscheid gelte es aber zu akzeptieren. «Die Regionalplanung Winterthur und Umgebung muss sich nun bemühen, die Einzonung alternativer Standorte gemäss Richtplan zu ermöglichen, obwohl es wahrscheinlich keinen besseren Standort als jenen in Wiesendangen gibt», sagt Domeisen.

«Vielleicht sieht es in 10 oder 15 Jahren bei der nächsten Revision der Bau- und Zonenordnung wieder anders aus.» Michael Domeisen, Geschäftsführer der Standortförderung House of Winterthur

Da das Wiesendanger Gebiet vorerst nicht aus dem Richtplan ausscheidet, blickt Domeisen auch in die fernere Zukunft: «Vielleicht sieht es in 10 oder 15 Jahren bei der nächsten Revision der Wiesendanger Bau- und Zonenordnung wieder anders aus.» Einzig der Kantonsrat kann den Eintrag zum Wiesendanger Gewerbegebiet löschen. Aktuell liegt der revidierte Richtplan öffentlich auf, jeder könnte die Löschung des Eintrags beantragen. Von den Ortsparteien ist allerdings niemand dafür, auch nicht die GLP, die sich als Einzige gegen die Einzonung gewehrt hatte.

«Andere haben Interesse»

Entscheiden wird am Ende der Kantonsrat. Der Wiesendanger Vertreter Martin Hübscher, der die SVP-Fraktion präsidiert und sich für eine Einzonung starkgemacht hatte, zeigte sich vom Resultat «natürlich enttäuscht».

Er glaubt, dass der Richtplaneintrag des Wiesendanger Gewerbegebiets bei der nächsten Revision sicher zur Sprache kommen wird: «Ich werde mich dafür einsetzen, dass unsere Region weiterhin die Möglichkeit hat, mehr Gewerbe anzusiedeln.» Es werde dann allerdings schwierig, zu argumentieren, weshalb genau das Gebiet in Wiesendangen bleiben solle. «Zumal auch andere Gemeinden wie etwa Hettlingen ein Interesse daran haben», sagt Hübscher.

Kurzfristig würde eine erneute Abstimmung aber an etwas ganz anderem scheitern: Landwirt Jakob Peter, dem zehn der zwölf betroffenen Hektaren gehören, hatte bereits vor der Abstimmung angekündigt, dass er bei einem Nein sein Land nicht mehr für eine Einzonung zur Verfügung stelle. (Landbote)

Erstellt: 11.02.2019, 21:29 Uhr

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