Dinhard

Halb so teure Solaranlagen als Ziel

Die neugegründete Energiewendegenossenschaft Region Winterthur setzt auf Sonnenenergie. Sie will die Kosten halbieren, die beim Bau einer Solaranlage anfallen.

Die Solaranlagen sollen in «Selbstbaugruppen» entstehen.

Die Solaranlagen sollen in «Selbstbaugruppen» entstehen. Bild: Keystone

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In den nächsten Jahren könnten mehr Hausdächer in der Region dunkelblau schimmern. Die am Montagabend in Dinhard gegründete Energiewendegenossenschaft Region Winterthur (ERW) will Solaranlagen zum halben Preis ermöglichen. Im Fokus stehen Privatpersonen, 47 davon sind in die Genossenschaft eingetreten. Einer der beiden Geschäftsführer ist Josef Frattaroli, der das Amt mit Christof Spielmann teilt. Frattaroli ist bereits als Präsident der Solarkraftwerkgemeinschaft Seuzach (SKGS) bekannt. Dieser Verein arbeitet mit den Gemeinden auf der Suche nach geeigneten Dächern für Solaranlagen zusammen. «Wir haben ab und zu Anfragen von Privatpersonen erhalten, die selber eine Photovoltaikanlage auf ihrem Dach installieren wollten», sagt Frattaroli. Ausser Ratschlägen und Informationen habe der SKGS aber nichts Konkretes machen können. Das Motto des ERW laute deshalb «Hilfe zur Selbsthilfe».

Schweiss und Grosseinkäufe

Denn die grosse Preisreduktion bei der Installation einer Anlage soll durch Muskelkraft bewerkstelligt werden. «Unter Anleitung von uns ausgebildeten Photovoltaikplanern sollen die Genossenschafter die Anlagen gemeinsam installieren», sagt Frattaroli. Von «Selbstbaugruppen» ist in einer Mitteilung die Rede, in denen die Genossenschafter «gegenseitig Arbeitsstunden leisten und beziehen» können.

Durch ein sogenanntes «Pooling» sollen die Materialien günstig eingekauft werden. Heisst: Die Genossenschaft sammelt die Bestellungen der Mitglieder und kauft grosse Mengen zu günstigeren Preisen ein. «Wir haben bereits einen Rahmenvertrag mit einem Grossisten ausgehandelt», sagt Frattaroli. Eine Anlage, die auf einem Einfamilienhaus installiert würde, käme so laut Frattaroli auf 10 000 statt 20 000 bis 25 000 Franken. Ein Anteilsschein der Genossenschaft kostet 500 Franken.

Bereits im März will die Genossenschaft die ersten Photovoltaikanlagen auf die Dächer montieren. «Wir haben 31 Projekte in der Pipeline», sagt Frattaroli. Zuvor sollen im Januar interessierte Mitglieder während drei Tagen ausgebildet werden: «Nach zwei Tagen Theorie und einem Tag Praxis sollten diese Mitglieder dann in der Lage sein, eine Anlage zu installieren.»

Schweizweit erster Ableger

Die Idee zur Energiewendegenossenschaft stammt aus Spiez. Syril Eberhart gründete dort vor drei Jahren die erste Genossenschaft dieser Art. An einem Mitgliedertreffen des Verbands für unabhängige Energieerzeuger stellte er sein Projekt einer breiteren Öffentlichkeit vor. Daraufhin habe er einige Anfragen erhalten, die eine solche Genossenschaft in ihrer Region ebenfalls vorantreiben wollen. «Die ERW ist jedoch der erste gegründete Ableger», sagt Eberhart.

In Spiez wurden in den vergangenen zwei Jahren bereits 110 Solarprojekte realisiert. Von diesem Erfahrungsschatz kann die ERW nun profitieren. «Sie durften all unsere Dokumente verwenden», sagt Eberhart. Der zweitägige Solarkurs, in dem ein theoretisches Grundwissen vermittelt wird, führt ebenfalls die Genossenschaft aus Spiez durch.

Frattaroli sagt, dass die ERW das Konzept von Eberhart «eins zu eins adaptiert» habe. In der ersten Phase sei die Genossenschaft auf die Region rund um Winterthur fokussiert. «Betrachtet man die Stadt mit seinen 7400 Einfamilienhäusern, herrscht dort sicher ein grosses Potential», sagt Frattaroli.

(Landbote)

Erstellt: 10.11.2016, 16:04 Uhr

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