Henggart

Henggarter Jagdrevier wird nicht aufgelöst

Seit Ende 2015 kämpft das kleine Jagdrevier von Henggart gegen seine Auflösung. Nun hat die Jagdgesellschaft einen Sieg errungen – nach langem Hin und Her.

Wohin geht die Zukunft des kleinen Henggarter Jagdreviers? Diese Frage ist – vorerst – beantwortet.

Wohin geht die Zukunft des kleinen Henggarter Jagdreviers? Diese Frage ist – vorerst – beantwortet. Bild: Moritz Hager

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Für fast drei Jahre war die Zukunft des Henggarter Jagdreviers in der Schwebe. Die Reviere der Nachbargemeinden Hettlingen, Dägerlen, Dorf, Humlikon und Adlikon wollten das Jagdrevier Henggart auflösen und unter sich aufteilen.

Den Antrag der Nachbarreviere vom Dezember 2015 lehnte der Henggarter Gemeinderat Mitte März 2016 ab, wogegen die Jagdgesellschaft Humlikon Rekurs erhob.

Diesen Rekurs hiess die kantonale Baudirektion im Dezember 2016 gut und leitete den Fall ans kantonale Amt für Landschaft und Natur (ALN) weiter, das ebenfalls zu dieser Direktion gehört.

«Die Jagdgesellschaft wird das Urteil nicht weiterziehen.»Robert Ober,
Obmann Jagdgesellschaft
Humlikon/Adlikon

Im März 2017 entschied das ALN, das Jagdrevier Henggart aufzulösen und auf die umliegenden Reviere Humlikon, Hettlingen und Dorf aufzuteilen.

Dagegen wehrte sich wiederum der Henggarter Gemeinderat mit einem Rekurs bei der Baudirektion. Ebenfalls im April 2017 erhob auch die Jagdgesellschaft Rekurs gegen ihre Auflösung.

Am 16. Juli 2018 schliesslich entschied die Baudirektion plötzlich zugunsten des Jagdreviers Henggart. Die Begründung: Für eine Auflösung des Reviers fehle die rechtliche Grundlage. Der Entscheid kann noch ans Zürcher Verwaltungsgericht weitergezogen werden.

«Mit Genugtuung»

«Wir sind glücklich über den Entscheid», sagt Max Wingeier, Obmann der Jagdgesellschaft Henggart. Man habe allerdings nie am Ausgang des Verfahrens gezweifelt, denn: «Das Jagdgesetz lässt sich nicht dafür anwenden, ein Jagdrevier aufzulösen.»

Ein Revier notabene, das einst bewilligt worden sei und nie Anlass zu Beanstandungen gegeben habe. Der Gemeinderat Henggart stelle «mit Genugtuung» fest, dass die kantonale Baudirektion seine Begründung gegen die Revierauflösung stütze, sagt Gemeindepräsident Hans Bichsel.

«Aus eigenen guten Gründen»

Auch die unterlegene Seite nimmt Stellung zum jüngsten Entscheid. «Die Jagdgesellschaft Humlikon/Adlikon wird das Urteil nicht weiterziehen», sagt Obmann Robert Ober. Dies, weil «wohl alle Parteien mit dem Entscheid leben können».

Die Pächter des Henggarter Jagdreviers, die «sicher aus eigenen guten Gründen» am Revier festhalten wollten, hätten nun einerseits recht bekommen. Andererseits sei das Anliegen der Jagdgesellschaft Humlikon/Adlikon insofern bestätigt worden, «dass die klar erkannten unbefriedigenden Jagdreviergrenzen keine Ideallösung auf Dauer sind».

So ist das Henggarter Jagdrevier klein, die Grenzen zwischen den Revieren verlaufen mitten im Wald. Allerdings gibt es im Kanton noch einige solch kleine Reviere.

Laut Ober sind diese Grenzen vorderhand zur Kenntnis zu nehmen. Sobald das aktuell diskutierte neue Jagdgesetz zur Anwendung komme, würden der Kanton und die Gemeinden die nächste Revierversteigerung dazu nutzen, unter Einbezug der ­Jägerschaft «wohl sinnvollere Grenzen» festzulegen.

Mit dem neusten Entscheid sei erst einmal ein Schlussstrich «unter die leidige Sache gezogen». Im Moment sei nichts weiter dazu zu sagen. Ober hofft, «dass nun für alle Klarheit herrscht».

Keine Antworten vom Kanton

Gar nichts dazu sagen und keine Fragen beantworten will die Baudirektion. Da der Entscheid noch nicht rechtskräftig sei, handle es sich um ein laufendes Verfahren, sodass man sich nicht weiter dazu äussere.

Aus dem gleichen Grund darf auch der Rekursentscheid zurzeit nicht eingesehen werden. Damit bleiben zentrale Fragen vorderhand unbeantwortet: Weshalb benötigte der Kanton bei­nahe drei Jahre, um festzustellen, dass für die Auflösung des Henggarter Jagdreviers die rechtliche Grundlage fehlt?

Und wieso war das kantonale ALN zuvor zum gegenteiligen Schluss gekommen und hatte grünes Licht gegeben für die Auflösung – und mit welcher rechtlichen Begründung? (Der Landbote)

Erstellt: 13.08.2018, 21:30 Uhr

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