Hettlingen

In der Schule wird es eng

Jedes Jahr kommen mehr Schüler in die Primarschule Hettlingen. Dadurch wird der Platz in der Schule immer knapper. Die Schulpflege bevorzugt eine Übergangslösung.

Über Mittag wird im blauen Block für den Mittagstisch in Hettlingen gekocht. Im angrenzenden Bau zur Primarschule ist ein Teil der Tagesstrukturen untergebracht.

Über Mittag wird im blauen Block für den Mittagstisch in Hettlingen gekocht. Im angrenzenden Bau zur Primarschule ist ein Teil der Tagesstrukturen untergebracht. Bild: Marc Dahinden

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Hettlingen hat nur noch Platz für eine weitere Primarschulklasse. Das Maximum bereits erreicht hat der Kindergarten mit drei Klassen. Hinzu kommen die Tagesstrukturen wie Hort und Mittagstisch, welche auch im Schulhaus integriert sind. Diese haben bereits jetzt zu wenig Platz.

Im Budget 2019 hatte die Gemeinde ursprünglich einen Kredit für die Erweiterung des Platzes der Tagesstrukturen in Höhe einer Viertelmillion eingeplant. Der Posten wurde nun wieder gestrichen, da die vorgeschlagene Lösung laut Schulpflegepräsident Markus Nef nicht ideal gewesen sei. Die Erweiterung wäre auf Kosten des Raumes in der Primarschule gegangen, die auch begrenzt Platz hat.

Übergangslösungen geprüft

«Wir stossen an die Grenzen des Möglichen», sagt Nef. Die Lehrerschaft wie auch die Eltern der betroffenen Kinder seien der Meinung, dass ein Neubau nötig sei.

«Ein solcher Bau hätte hohe Kosten zur Folge», sagt hingegen Nef. Die Schulpflege strebt deshalb eine provisorische Lösung an, statt einen Neubau zu planen. «Wir rechnen eher mit einer Stabilisierung der Schülerzahlen», sagt der Präsident. Diese sollen laut Nef künftig leicht rückläufig sein oder etwa gleich bleiben.

Mit dem Unternehmen Basler und Hofmann hat die Schulpfle­ge Übergangsmöglichkeiten geprüft. «Es macht einfach keinen Sinn, jetzt eine Luxuslösung umzusetzen, wenn diese ihr Potenzial erst in einigen Jahren entfalten kann», sagt Nef. Es sei klar, dass ein Neubau früher oder später unumgänglich sei. Gleichzeitig müsse aber eine schnelle Lösung für das jetzige Problem her.

«Es macht einfach keinen Sinn, jetzt eine Luxuslösung umzusetzen.»Markus Nef

Eine Möglichkeit der provisorischen Lösung ist die Bereitstellung von Gruppenräumen im Untergeschoss. Momentan ist dort ein Teil der Tagesstrukturen untergebracht. Die Gruppenräume könnten dann von verschiedenen Klassen genutzt werden. Im Gegenzug müsste die Schule ein zurzeit freies Klassenzimmer für die Tagesstrukturen zur Verfügung stellen. Dagegen hätten allerdings vor allem die Lehrpersonen etwas einzuwenden. Auch die Räume mit eher wenig Tageslicht im Untergeschoss wären bei der Lehrerschaft unbeliebt. Nef räumt ein, diese seien «wenig attraktiv», würden aber für Gruppenarbeiten sicher ausreichen.

In den letzten Jahren kamen pro Schuljahr acht Kindergartenkinder und fünf Primarschüler hinzu. «Das ist in einem Einfamilienhausdorf wie Hettlingen normal», sagt Nef. Vor allem Familien mit Kindern ziehen laut Nef von der Stadt ins eher ländliche Hettlingen.

Jedes zweite Kind

Heute seien allerdings immer häufiger beide Elternteile berufstätig und müssten darum das Angebot der Tagesstrukturen an den Schulen in Anspruch nehmen. Es ist gesetzliche Pflicht, dass die Gemeinden eine Betreuung von 7.30 bis 18 Uhr anbieten.

In Hettlingen beansprucht jedes zweite Kind im Laufe seiner Schulzeit die Tagesstrukturen. Pro Tag werden durchschnittlich 50 Kinder betreut. Meist aber nur für einen Tag oder zwei in der Woche und dann auch oft über Mittag.

Bereits in den Jahren des Baubooms, der um die Jahrtausendwende in Hettlingen Einzug hielt, behalf sich die Gemeinde mit provisorischen Baucontainern auf dem Schulareal. Diese stehen heute nicht mehr auf dem Platz des Schulhauses.

Nun hat man wieder dasselbe Problem. Wären noch vier Kindergartenkinder mehr dazugekommen, wäre zwingend eine weitere Klasse notwendig gewesen. Die Gemeinde richtet sich hier nach den gesetzlichen Vorgaben des Kantons. Er schreibt vor, dass eine Kindergartenklasse maximal 21 Schüler zählen darf.

Zurzeit befasst sich eine Gruppe aus Lehrkräften, Hortmitarbeitern, Schulpflegern und Liegenschaftsverantwortlichen mit dem Platzproblem. «Wir müssen einen guten Konsens finden», sagt Nef. Ob künftig neu gebaut wird oder ob doch wieder Container in Hettlingen stehen, ist noch unklar.

(Der Landbote)

Erstellt: 08.12.2018, 10:04 Uhr

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