Elsau

In Elsau wie beim FC Bayern sitzen

Über 800 ehrenamt­liche Arbeitsstunden hat der FC Räterschen in seine neue Tribüne investiert. Auf das Resultat ist der Verein stolz.

74 gedeckte Sitzplätze weist die neue Tribüne des FC Räterschen auf. Ihr Bau wurde zu einem grossen Teil durch Sponsoren ermöglicht, die auf der Rückwand verewigt wurden.

74 gedeckte Sitzplätze weist die neue Tribüne des FC Räterschen auf. Ihr Bau wurde zu einem grossen Teil durch Sponsoren ermöglicht, die auf der Rückwand verewigt wurden. Bild: Marc Dahinden

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«Eigentlich wollten wir ja gar keine neue Tribüne», sagt Thomas Schönenberger vom FC Räterschen. Der Verein hatte bereits ein Materialhäusschen mit einigen daran angebrachten Sitzplätzen. Dieses hätte man dringend renovieren müssen. An mehr dachte der Verein aber vorerst gar nicht, bis Raphael Rusch, Vereinsmitglied und gelernter Zimmermann, meinte, man solle doch, wenn schon denn schon, etwas Rechtes machen. Was nachher während wochenlanger ehrenamtlicher Arbeit entstand, ist nun endlich fertig: Der FC Räterschen hat seine neue, überdachte Tribüne in Betrieb genommen. In ihrer Grösse und Ausstattung ist sie im Vergleich mit anderen regionalen 3. und 4.-Ligisten «schon aussergewöhnlich», wie Schönenberger stolz sagt. «Etwa vierzig Mitglieder haben insgesamt rund 800 Stunden investiert.» Unter Anweisung von Rusch haben sie in der Zimmerei Baltensperger in Oberwinterthur «geschraubt, geschliffen und gestrichen».

Andy Egli, Patrick Bengondo

Finanziert wurde die Tribüne mit Sponsorenbeiträgen. Neben dem Hauptsponsor Raiffeisen und einem Beitrag von Swisslos sind es rund 314 kleine Beiträge, die den Totalbetrag von 125000 Franken mit rund der Hälfte aufbrachten. Wer mehr als 200 Franken spendete, wurde mit einer Plakette geehrt. Darunter finden sich einige bekannte Namen: Ex-Natispieler Andy Egli etwa, aber auch lokale Prominenz wie Patrick Bengondo, ehemals FC Winterthur, der Bülacher Motocross-Star Jeremy Seewer, und auch Michael Künzle, Stadtpräsident von Winterthur.

«Bei uns haben Sie mehr Platz als  beispielsweise beim FC Winterthur.»Thomas Schönenberger, 
FC Räterschen

Am 12. August 2017 wurde aufgerichtet, ein halbes Jahr später sind nun die Sitze montiert, die Elektronik richtig verkabelt und auch bereits ein Vandaleakt ausgebadet: «Im Dezember haben Unbekannte die Lampen runtergerissen und die Scherben auf dem ganzen Platz verteilt, und versucht die Türe zum Materialraum einzutreten.» Der Verein hat deshalb in eine Überwachungskamera mit Bewegungsmelder investiert. «Der Vorfall war ärgerlich und teuer - so etwas soll nicht mehr vorkommen.»

Mehr Leute, mehr Spenden

Jetzt ist der Ärger aber verdaut und die Freude über die fertige Tribüne gross. «Rund 70 Personen schauen schon zu, wenn die 1. Mannschaft spielt», sagt Schönenberger. Bei Regen seien diese aber bislang eher mal zuhause geblieben. Das soll sich jetzt ändern. Von mehr Publikum profitiert der Verein nicht direkt, der Zugang zur Tribüne ist gratis. Aber: «Der Kioskbetreiber freut sich natürlich.» Und auch die Junioren, die während der Spiele der 1. Mannschaft jeweils Spenden zugunsten der Juniorenausbildung sammeln. Mehr Leute, die das Spiel zufrieden und im Trockenen auf bequemen Sitzen geniessen, bedeuten mehr potentielle Spender.

Sowieso die Sitze: Bestellt wurden rund 100 Stück beim FC Bayern-München. «In Elsau sitzen Sie also gleich bequem wie in der Allianz-Arena in München», sagt Schönenberger lachend und stolz zugleich.

Und er betont weiter: «Und bei uns haben Sie mehr Platz als beispielsweise beim FC Winterthur.» Er erklärt, dass der Abstand zwischen zwei Sitzen üblicherweise, so auch auf der Schützenwiese in Winterthur, nur 3 bis 4 cm beträgt. So hätten sie in Elsau 94 Sitzplätze montieren können. «Wir haben aber ja nicht bei jedem Spiel so viele Besucher. Deshalb liessen wir lieber etwas mehr Platz zwischen den Sitzen.» Die Tribüne bietet jetzt für 74 Zuschauer Sitze mit ungewohnt viel Bewegungsfreiheit. (Landbote)

Erstellt: 13.02.2018, 15:47 Uhr

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